Nationalpark Eifel

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Naturschützer kommen nicht zur Einweihung

Vogelsang. Die Vorsitzenden der drei großen Naturschutzverbände sind am Sonntag bei der Einweihung der neuen Urftseebrücke nicht mit von der Partie. Das teilten sie jetzt Landrat Günter Rosenke schriftlich mit.

«Auch die örtlichen Verbändevertreter haben ihr Fernbleiben signalisiert», schreibt BUND-Geschäftsführer Dirk Jansen im Auftrag der Landesvorsitzenden Paul Kröfges (Bund für Umwelt und Naturschutz), Mark vom Hofe (Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt) und Josef Tumbrinck (Naturschutzbund).

Die Verbände hatten schon im Verfahren erhebliche Einwände gegen das Bauwerk vorgebracht, vornehmlich hinsichtlich einer mangelnden Rücksichtnahme auf die Natur im Nationalpark und nicht ausreichender Kompensationsmaßnahmen. Sie reichten sogar Klage ein. Jansen: «Wir haben diese Klage seinerzeit zurückgenommen, nachdem Ausgleichsmaßnahmen und Korrekturen in der Ausführung zugesagt wurden.»

Den Verbänden sei eine stärkere Beteiligung an künftigen Planungen im Nationalpark zugesagt worden. Die Beeinträchtigungen, die vom Brückenbau ausgingen, seien aber weder kompensiert noch minimiert worden. Unter anderem weisen die Verbände auf Beeinträchtigungen hin, die bei der Anbindung der Brücke an Vogelsang und die Kreisstraße 7 entstehen würden.

Nicht nachvollziehbar sei, mit welcher Euphorie ein technisches Bauwerk «zum Highlight des Nationalparks» hochgejubelt werde und man beabsichtige, gegen Eintritt Brückenbesichtigungen anzubieten.

 

 

Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 29/09 ---- 03.Juni 2009

Nationalpark Eifel
Eklatante Fehlentscheidungen gefährden Nationalpark
NABU fordert klaren Vorrang für die Natur vor allen anderen Interessen

Düsseldorf – Seit fünf Jahren besteht der erste Nationalpark Nordrhein-Westfalens. Die heute zu erwartende durchweg positive Bilanz des Umweltministeriums und der Nationalparkleitung ist aus Sicht des NABU NRW jedoch nicht nachvollziehbar. „Die fortgesetzte Jagd auf Hirsche und Rehe, die mangelnde Besucherlenkung und Wegekontrolle und die geplante Anlage eines Wisentgeheges im Nationalpark sind nur einige Punkte, die im eklatanten Widerspruch zum Nationalparkgedanken stehen, Natur Natur sein lassen“, übt Dr. Manfred Aletsee, Nationalparkexperte des NABU NRW-Eifelteams, heftig Kritik an der aktuellen Situation. Nach wie vor fehlten klare Vorgaben, die der Natur im Nationalpark absoluten Vorrang vor jeglichen anderen Interessen einräumten.

Das zurzeit geplante Wisentgehege bei Mariawald sei da nur die Krönung einer langen Reihe von Fehlentscheidungen, die im Laufe der letzten fünf Jahre die Entwicklung des Nationalparks Eifel nachhaltig negativ beeinflusst hätten. „Die Einrichtung eines Wisentgeheges im Nationalpark-Waldgebiet bedeutet konkret die Einrichtung einer Waldweide und steht damit im krassen Widerspruch zum erklärten Schutzziel des Parks“, erklärt Aletsee. Dem NABU sei völlig unverständlich, dass die hierdurch entstehenden Beeinträchtigungen an der natürlichen Vegetation plötzlich aus Sicht der Nationalparkverwaltung und des Umweltministeriums hinnehmbar seien. Denn andererseits würden im umgebenden Nationalparkwald frei lebende Rothirsche und Rehe abgeschossen, weil sie angeblich für das Ökosystem eine Gefahr darstellten. Zudem vermittelte ein solches Gehege im Nationalpark den Besuchern ein völlig falsches Bild von der Funktion eines solchen Schutzgebietes. „Ein Nationalpark ist kein Zoo“, so Aletsee.

Um den Einfluss des Menschen auf die Entwicklung der Ökosysteme im Nationalpark endlich zu minimieren und den Nationalpark doch noch das werden zu lassen was er sein sollte, nämlich ein Gebiet zum Schutz der Natur und ein Raum für natürliche Entwicklungsprozesse, sei eine Perspektive für eine zukünftige Minimierung solcher nicht nationalparkkonformer Eingriffe daher dringend erforderlich, so der NABU-Nationalparkexperte.

Positiv bewerte der NABU die Laubwaldentwicklung im Nationalpark. Noch dominierten zwar Nadelbäume das Bild. Doch die Maßnahmen zur Reduzierung von Douglasie und Fichte führten langfristig auf größeren Flächen zur Entwicklung eines naturnahen Buchenwaldes. „Bis man da von einem Buchen-Urwald sprechen kann, ist aber noch viel Zeit und vor allem schwindender menschlicher Einfluss erforderlich“, so Aletsee.

Für Rückfragen:
Dr. Eike Lange, Nabu-Aachen-Land, Sebastianusstr. 58, WürselenTel. 02405-94708

 

Naturschützer wollen die Wisente nicht

22.03.2009, 13:45 Aachener Zeitung

 

Nordeifel. Nicht ausreichend beteiligt fühlen sich die Naturschutzverbände in Angelegenheiten des Nationalpark. Die Empörung war so groß, dass man überlegte, sich an die Europäische Union zu wenden. Doch ein Treffen im NRW-Umweltministerium wendete dies jetzt ab.

Volker Hoffmann gilt als «Vater» des Nationalparks Eifel. Unmittelbar, nachdem die belgischen Streitkräfte ihren Abzug aus Vogelsang bekannt gegeben hatten, entwickelte er die Idee des Nationalparks. Was damals vielleicht als Vision anmutete, wurde in Rekordzeit Wirklichkeit. Hoffmann selbst stecke viel Energie in das Projekt, trug maßgeblich zur Gründung des Fördervereins Nationalpark Eifel bei.
Doch inzwischen geht der Nationalpark eigene Wege. Bereits vor einem Jahr legte Hoffmann den stellvertretenden Vorsitz im Förderverein nieder. Sich zurücklehnen und die Entwicklung zu beobachten, ist Hoffmanns Sache dennoch nicht.

Was in erster Linie vom Kreis Euskirchen und der Nationalpark-Verwaltung für den Nationalpark geplant wird, gefällt Hoffmann und seinen Mitstreitern der Naturschutzverbände nicht. Die mangelnde Beteiligung - etwa an Projekten und Bauvorhaben - halten sie für nicht mit der Nationalpark-Verordnung vereinbar.

Da die Naturschutzverbände das Gefühl hatten, ständig vor verschlossene Türen zu laufen, drohten sie, sich an Brüssel zu wenden. Vom Europäischen Parlament beziehungsweise der IUCN (International Union for Conservation of Nature) hätten sie klären lassen wollen, ob die Verfahrensweise im Nationalpark Eifel und in den damit verbundenen Projekten rechtlich in Ordnung ist.

Doch diese Option ist zumindest vorerst vom Tisch. Ausschlaggebend war ein Treffen im NRW-Umweltministerium, an dem neben Thomas Neiss und anderen Ministeriums-Vertretern auch Manfred Poth und Georg Persch vom Kreis Euskirchen teilnahmen. Knapp drei Stunden dauerte laut Teilnehmern das teils «sehr konkret und heftig geführte» Gespräch.

Es ging vor allem um Großprojekte im Nationalpark: die im Bau befindliche Urftsee-Brücke und das geplante Wisent-Gehege bei Mariawald.

Über den Sinn der Urftsee-Brücke mag man angesichts des steil bergan führenden Wegs in Richtung Vogelsang trefflich streiten. Doch einen derartigen Streit wollen Hoffmann und die Naturschutzverbände nicht führen. Zwar könne man laut Hoffmann durchaus einen erneuten Baustopp gerichtlich anordnen lassen, doch da der Bauherr daraufhin den Klageweg bestreiten würde, wären die Verbände spätestens hier am Ende ihrer Möglichkeiten: Für eine langwierige juristische Auseinandersetzung fehlt das Geld.

Sie beklagen das aus ihrer Sicht nicht korrekte Verfahren, die mangelnde Einbeziehung der so genannten Träger öffentlicher Belange und die Durchführung des Baus. Baum- und Artenschutz etwa würden nicht ausreichend beachtet. Sie gehen davon aus, dass durch den nun gestarteten Bau bereits zahlreiche der streng geschützten Mauereidechsen umgekommen sind.

Verfahren neu aufrollen

Im Gespräch wurde nun vereinbart, dass Bedenken der Naturschützer stärker berücksichtigt werden. Die Verbände legen auf eine ökologische Baubegleitung Wert.

Ein weiterer Knackpunkt ist aus Sicht der Naturschutzverbände das geplante Wisent-Projekt bei Mariawald. Soll dieses im Nationalpark oder außerhalb realisiert werden? Das umzäunte Gehege, in dem die Wisente gefüttert und tierärztlich betreut werden, steht aus Sicht der Naturschützer im Gegensatz zur Nationalpark-Verordnung, weil das Gehege als «Bauwerk» und das Projekt als «Zuchtprogramm» einzustufen seien. Es entstehe, so Hoffmann, «ein Zoo, der nichts mit Nationalpark zu tun hat».

Am Sonntag wurde vereinbart, dass das Verfahren komplett neu aufgerollt wird. Es sollen ein Fachkolloquium stattfinden und Gutachten erstellt werden. Fraglich wird sein, ob das Gehege innerhalb oder außerhalb des Nationalparks realisiert wird. Frühestens 2010 wäre mit den Wisenten zu rechnen.

Die Naturschutzverbände hoffen nun auf eine faire Beteiligung.

 

Erklärung zur Urftseebrücke

(PDF Download, bitte klicken)

 

Pressemitteilung    

NABU NRW    
16.04.2008   

Nr. 17/08 ---- 16. April 2008

 Naturschutz/Jagd/Nationalpark Eifel

NABU fordert keine Jagd im Nationalpark

Abschussplanung für 2008 gönnt Rothirsch und Reh keine Ruhe

 

Düsseldorf – Geringer statt besser wird für den Bürger die Chance, im Eifel-Nationalpark den Rothirsch beobachten zu können. Dies befürchtet der NABU NRW angesichts der vom Landesbetrieb Wald und Holz kürzlich veröffentlichten Abschusszahlen für Rothirsch, Reh, Mufflon und Wildschwein im Nationalpark. „Die Jagd ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Rothirsch den Menschen meidet und somit für Besucher im Nationalpark nicht mehr erlebbar ist“, erklärt Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU-Landesverbandes. Die derzeit betriebene Jagd mit zahlreichen Einzelterminen sei schlimmer als zu Zeiten des aktiven Truppenübungsplatzes. „Das Ergebnis sei inzwischen ein total verängstigter, scheu geschossener Wildbestand“, so Tumbrinck weiter. Der NABU fordere daher erneut bis auf wenige Ausnahmen die vollständige Einstellung der Jagd im Nationalpark.

 

Insbesondere kritisiert der NABU die auf hohem Niveau stagnierenden Abschüsse für den Rothirsch sowie die seit Gründung des Nationalparks drastisch gestiegenen Abschüsse beim Reh. So sieht die Planung des Landesbetrieb Wald und Holz in 2008 den Abschuss von 230 Rothirschen und 250 Rehen vor. Zum Vergleich: Im Gründungsjahr des Nationalparks 2004 wurden 239 Rothirsche und 165 Rehe geschossen. „Hier sind seit Gründung des Nationalparks keine Anstrengungen unternommen worden die Jagd auch nur im Ansatz zu reduzieren und das, obwohl auch laut Nationalpark-Verordnung die Jagd im kompletten Nationalpark ruhen sollte“, bemängelt Tumbrinck.

 

Als Begründung für die Jagd auf beide Großwildarten muss dabei immer wieder die laut Nationalparkplan vorgesehene Buchenwaldentwicklung herhalten. Diese Begründung sei nicht nur nicht nationalparkkonform, sondern aus Sicht des NABU zudem häufig vorgeschoben. So werde der Rothirsch beispielsweise auch im Kermeter bejagt, wo das Schutzziel Buchenhochwald bereits erreicht und ein Schaden kaum zu erwarten sei. Dem Reh sei bisher zwar nicht eindeutig ein existenzieller Einfluss auf junge Buchenpflanzungen zuzuordnen, es werde aber verstärkt geschossen. „In einem Nationalpark müssen andere Lösungen möglich sein. Dazu gehöre auch, großflächige Pflanzungen mit Jungbuchen tierschonend durch Gatterung vor Befraß zu schützen“, sagt der NABU-Landesvorsitzende. Deshalb sei das Reh generell auf der gesamten Nationalparkfläche zu schonen.

 

Vertretbar sei aus NABU-Sicht bis auf wenige Ausnahmen eine Regulierung des Wildbestandes in einem 500 Meter breiten Streifen innerhalb der Nationalpark-Grenzen, um nicht vertretbare Wildschäden außerhalb des Nationalparks zu minimieren. „Dies gilt in erster Linie für Wildschweine, aber auch nur dann, wenn die Schäden nachweislich durch das Ruhen der Jagd im Nationalpark entstanden sind und alle Mittel der ordnungsgemäßen Hege außerhalb des Parks ausgeschöpft sind“, erklärt Tumbrinck. Nichtordnungsgemäße Hege außerhalb des Nationalparks könne dagegen kein Grund für eine Bejagung innerhalb des Nationalparks sein.

 

Für Rückfragen:

Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171 - 3867379Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW Tel.: 0211-15 92 51-14

  Die ausführliche NABU-Position zu den aktuellen Entwicklungen im NLP Eifel finden Sie unter www.nabu-nrw.de.

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NABU NRW Pressestelle

Merowingerstraße 88

40225 Düsseldorf
Tel.:0211 / 15 92 51-14
Fax: 0211 / 15 92 51-15

Presse@NABU-nrw.de

 

Stellungnahme des NABU-Eifelteams zum Rücktritt von Volker Hoffmann 

  Der Rücktritt von Herrn Hoffmann ist nur konsequent. Er hat den Kampf gegen Windmühlen aufgegeben. Damit das Wild für die Nationalparkbesucher zu sehen ist, muss es große, von Wegen unzerschnittene Rückzugsräume haben, in denen es sich sicher fühlen kann. Das Rotwild, das von Natur aus tagaktiv ist,ist auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz (Dreiborner Hochfläche) tagsüber nicht mehr zu beobachten, seit die Wege für Besucher zugänglich sind und diese sich oft nicht an das Wegegebot halten und querfeldein laufen.Wenn Herr Walter von demokratischer Abstimmung zum Wegeplan spricht, ist das glatter Hohn. Wie kann man von Demokratie sprechen, wenn in einem Naturschutzprojekt wie dem NLP in der Nationalpark-Arbeitsgruppe (§ 20 NLP-Vo.) 6 Stimmen der Naturschutzverbände gegen 17 Stimmen der Interessensverbände stehen und die Kommunen noch das Vetorecht haben. Der eigentliche Nationalparkgedanke wurde von den Kommunen von Anfang an als störend empfunden. Die touristische Ausrichtung des Nationalparks als riesiges Freizeitgelände wurde immer wieder unverhohlen in den Vordergrund gestellt

Das Gleiche sehen wir bei der Jagd, die in einem NLP "grundsätzlich ruht" (§9 NLP-Vo.). Es wird aber weiter gejagt. Erst sollte erst geprüft werden, welche Folgen die Jagdruhe zumindest in den Kernzonen hat. Einige Jagdanlieger zum NLP beschweren sich darüber, dass sich das Rotwild in den NLP zurückzieht, ein anderer befürchten Wildschaden. Keiner weiß wie die Entwicklung des NLP's ohne Jagd aussieht.  Besucher kommen in den NLP, um Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Nur mit einem Buchenwald und einer Rotwild freien ehemaligen Fläche auf dem Truppenübungsplatz, werden die Kommunen in Kürze keinen einzigen zusätzlichen Hotelgast mehr verzeichnen können.

 

Eike Lange

 

Neueste Entwicklung im NLP

(nach einem Gespräch mit dem Staatssekretär Schink)

 

Leider sind die letzten Geschehnisse nicht sehr positiv. Der Wegeplan ist von der Landesregierung verabschiedet. Wieder waren die Kommunen in Ihrer Kurzsichtigkeit erfolgreicher als die Naturschützer. Der Weg 6 , der  mitten durch eine Ruhezone führen sollte ist zwar etwas seitlich verlegt worden, aber dafür  geht ein neuer Weg 109 von Leykaul aus an anderer Stelle durch  dieselbe Ruhezone. Ähnliche Situation am Weg 18.  Wie ich es selbst erlebt habe werden die Rothirsche durch Wanderer  von hier aus in den Wald vertrieben. Wenn die Hirsche nicht in aller Ruhe auf den Offenflächen aesen können, können  die Besucher  auch keine beobachten und bleiben aus. Stellungnahme des Ministeriums: ein anderer Kompromiss war mit den Einwohnern von Dreiborn nicht möglich.

An der K7 sind  sog. Verkehrssicherungsmaßnahmen errichtet worden, die denen in den Alpen an Autobahnen in Nichts nachstehen. Was hat das mit NLP zu tun. Nur weil die K7 noch nicht umgewidmet ist. Stellungnahme des Ministeriums: Der Kreis Euskirchen stimmt einer Umwidmung nicht zu. Ausserdem hätten Gutachten ergeben, dass durch den über Jahre andauernden Beschuss des Berghanges das Gestein derart locker ist, dass größere Gesteinsmengen abrutschen könnten.

Von der Burg ausgehend ist eine Trasse nach Wollseifen angelegt worden, die anscheinend für Linienbusse gedacht wurde obwohl nach NLP-Plan  dort nur Pferde-Wagen fahren sollen.

Kyrillschäden wurden um Wollseifen  maximalen Maschineneinsatz beseitigt, die natürlich entsprechende Naturschäden hinterlassen haben. Die Kommunen sollten sich einmal für die Übergabe des bundeseigenen Truppenübungsplatzes  an die NLP-Verwaltung stark machen, damit  auch dort der NLP-Plan nicht nur auf dem Papier durchgeführt werden kann. Solange die Bundesforstverwaltung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz  Holz gewinnen, Jagen  und Trassen bauen darf, solange ist  es eine schöne Landschaft aber kein "Nationalpark-Eifel".  Stellungnahme des Ministeriums: Angelegenheit der Bundesvermögensverwaltung. Verhandlungen   zur Übergabe seien im Gange. Der Bund will Burg und Gelände zusammen verkaufen, das Land will aber kein Geld ausgeben. Herr Neiss bedauert zwar den Rückschritt zur Jagd und ist in einigen Punkten unserer Meinung, sieht aber keine anderen Möglichkeiten Änderungen durchzusetzen.

 

Für mich muss auch die Frage gestellt werden , ob  ein Naturschutzverband  einen "Wirtschaftswald" als "Nationalpark"  anpreisen soll.

Eike Lange

 

 

NLP1 NLP 2 NLP3

Bilder:  Frau Schieren NABU Euskirchen

Was haben diese Maßnahmen mit dem Gedanken eines Nationalparkes zu tun. Hier werden Befestigungsanlagen wie an der St.Gotthardautobahn installiert und Wanderwege wie Pisten befestigt.

Diese Maßnahmen sind mit der NLP-Verordnung nicht zu vertreten. Dann ist wohl der nächste Schritt ein Freizeitpark in Wollseifen mit 1000qm  Parkplatz. Das Rotwild ist jetzt schon durch die Fußgänger vertrieben. Was soll auf den Pisten fahren. Pferdefuhrwerke benötigen keine derart befestigten Strassen. Nationalpark    ade` 

 

 

 


Auf ein  Schreiben an das Ministerium für Umwelt  vom 20.11.2006  wegen der Problematik im NLP  antwortet uns das Ministerium am 14.2.2007

 

 

 

Antwort    in der Zusammenfassung

 

 

Auf Grund der Einsprüche und  Anregungen aller Verbände und Kommunen ist die  Frist für den NLP-Plan um ein Jahr  verschoben.

Die erneute Überprüfung der Wege 6 und 18 durch das NLP-Forstamt  hat Herrn Minister  Uhlenberg veranlasst  für den Weg 6 den sog. "Petrak-Vorschlag"  in den Wegeplan zu übernehmen und bei  Weg 18  die östliche Wegeführung zu streichen, um die Ruhezonen  für das Rotwild zu verbessern.

In der Novelle des Landschaftsgesetzes  sollen die Kompetenzen der NLP-Verwaltung  erweitert werden, damit diese auch  Verstöße gegen die NLP-Verordnung  ahnden kann.

Eine Stellungnahme bezüglich der Übernahme des Truppenübungsplatzes vom Bund  in Landesbesitz  ist dem Schreiben nicht zu entnehmen. Eine Regelung  über die Ausübung der Jagd  befindet sich im Erarbeitungsverfahren. Allerdings würde das Bundesforstamt Bereiche wie den Klusenberg/Ritzenberg von der Jagd  ausklammern.

Zur Ortsumgehung Dreiborn wird uns mitgeteilt, dass die Ortsumgehung Dreiborn im Landesstrassenbedarfsplan auf Stufe 1 hochgestuft wurde.  Es soll eine NLP verträgliche Lösung gefunden werden.

 

Unterschrieben von Herrn Seelig

 

 

Wie immer warten wir es ab.  Zumindest scheint unsere Arbeit nicht ganz umsonst gewesen zu sein.

 

Eike Lange


An die Redaktionen

Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten

Jan.2007

Umweltschützer gegen Nationalpark ?

Nach langen schwierigen Verhandlungen zwischen Kommunen, Eifelverein, Naturschützern und weiteren Interessensverbänden ist ein Kompromiss-Vorschlag zum Wegeplan für den Nationalpark (NLP) erarbeitet worden, dem auch die Landschaftsbeiräte der Unteren Landschaftsbehörden der Kreise Aachen und Düren zugestimmt haben.  In der Nationalpark-Arbeitsgruppe (§20 NLP-VO), die die Ziele des NLP (definiert in der NLP-Verordnung) vertreten soll, sind bemerkenswerter Weise die Naturschutzverbände in  der  Minderheit (6 :17 Stimmen).

Obwohl die Kreise  dem Wegeplan-Kompromiss zugestimmt hatten, haben sie denselben mit ihrer Stimmenmehrheit  bei der Abstimmung in der NLP-Arbeitsgruppe   abgelehnt. Auch die Kreise Aachen und Düren haben gegen den Willen der Landschaftsbeiräte abgelehnt, obwohl nur Kommunen des Kreises Euskirchen Bedenken geäußert haben. 240 Km Wanderwege sind doch sicher nicht zu wenig.

Wenn  Besucher des NLP`s  Rotwild  am Tage beobachten  wollen, dann  müssen ausreichend Ruhezonen für das Wild geschaffen werden und gerade diese  werden jetzt zerstört. Schon jetzt zieht  sich  das Wild in die Wälder zurück, da die gegen den Vorschlag der Fachverbände beschlossenen Wege die Ruhezonen kreuzen.

Nach der "Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Regelung der Ausübung der Jagd im NLP-Eifel" vom 5.9.06 wird das in der NLP-VO ausdrücklich festgelegt Jagdverbot mit Ausnahmeregelungen in eine grundsätzliche Jagderlaubnis mit Ausnahmeregelungen umgewandelt. Hat diese Maßnahme noch etwas mit der Idee des NLP-Gedankens zu tun?

Die gleiche Situation hat sich bei der Arbeitskreissitzung vom 30.11.2006 ergeben. Wieder ist der der Nationalparkplan von den rein ökologisch Interessierten Gruppen gegen die 6 Stimmen der Naturschutzverbände und Biologischen Stationen verabschiedet worden. Haben die Naturschutzverbände bei der Gestaltung des Nationalparks nur eine ALIBIFUNKTION?

Weiter ist es  nach unserer Auffassung nicht vertretbar, dass die Bundesvermögensverwaltung das Gelände des Truppenübungsplatzes trotz vorheriger Absprache nicht unter NLP-Verwaltung stellt und dort immer noch ca. 150 Stück Rotwild geschossen werden. Warum kann oder will sich das Land NRW mit der Bundes-vermögensverwaltung nicht einigen. Steht hier Parteipolitik gegen Naturschutz?

Im Entwurf zum NLP-Plan  soll diese Fläche als Jagdfreie Zone ausgewiesen werden. Darüber sind
sich NLP-Verwaltung  und alle Fachgremien einig, aber die Abstimmung darüber kommt ja noch.

Soll der NLP ein  Renommierobjekt  sein  oder  soll hier die "Natur Natur sein dürfen" ?????

Für das Eifelteam des NABU NRW:

Dr. M. Aletsee NABU-Stadt Aachen, H.J.Schneider NABU Düren, Dr.E. Lange NABU Kreis Aachen



Stand der Entwicklung des Nationalpark-Eifel (NLP)    Nov.2006

 

 

Die Befürchtungen des NABU NRW    sind jetzt eingetreten. Die Kommunen lehnen den gemeinsam erarbeiteten Kompromiss-Wegeplan ab! In drei Arbeitsgruppen haben Vertreter der Kommunen mit weiteren Interessensverbänden (Eifelverein, Radfahrer, Jäger, Landwirte usw.) sowie der LÖBF und den Naturschutzverbänden einen „Kompromiss-Wegeplan“ in mehreren Sitzungen ausgearbeitet.

Wir müssen feststellen, dass diese Erarbeitung reine Beschäftigungstherapie und Alibi-Veranstaltungen waren: So stand z.B. im Landschaftsbeirat in Düren am 21.6.2006 zwischen 14°° und 16°° der Kompromiss-Wegeplan zur Abstimmung mit der Auskunft, dass der Kreis, wenn überhaupt, nur minimale Änderungen beabsichtige. Am selben Tag wurde um 16°°  in einer Kreisausschusssitzung von der CDU ein total veränderter NLP-Wegeplan-Vorschlag vorgeschlagen.

In der Zeit, in der der Truppenübungsplatz gesperrt war, konnten  Hirsche und Rehe beim Weiden auf den Freiflächen beobachtet werden. Diese Flächen haben die fachlich kompetenten Verbände und Behörden (LÖBF, Biologische Stationen und Naturschutz-verbände) als Ruhezonen vorgeschlagen und versucht auch im Rahmen von Kompromissen sie weitgehend als Ruhezonen zu erhalten.

Die von den Fachgremien geforderten Ruhezonen sind von den Kommunen, auch von denen, die davon nicht tangiert sind, im NLP-Arbeitskreis gekippt oder unverantwortlich stark beschnitten worden. Insbesondere geht es um den Weg 6, bei dem wir den „Petrak-Vorschlag“ noch akzeptieren können. Der Weg 18 auf der westlichen Seite des Helingsbaches würde den Anschluss der Ruhezone an die Tränkemöglichkeit zerschneiden und die Ruhzone insgesamt erheblich verkleinern. Deswegen ist ausschließlich der Weg auf der östlichen Seite akzeptabel.

Es ist schon jetzt ein sehr starker Rückzug des Rotwildes in die Wälder zu beobachten, da die Besucher des ehemaligen Truppenübungsplatzes alle Wege stark frequentieren.  Dazu

kommt, dass in diesem Bereich keinerlei Kontrollen durchgeführt werden, weil dazu keiner bevollmächtigt ist. Das Ziel "Natur erleben" kann so nicht erreicht werden und die erhofften Besucher werden ausbleiben.

Es ist  absolut nicht nachvollziehbar warum der Bund bzw. das Bundesforstamt auf der Dreiborner Hochfläche, d.h. in der Kernzone des Nationalparks (s. Entwurf Nationalparkplan), weiterhin Rothirsche abschießt. Das Wesen eines Nationalparks liegt darin, dass alle Pflanzen und Tiere vom Menschen unbehelligt leben können. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die Rothirschpopulation im Gebiet durch den Besucherdruck schon verringert hat, ist diese Vorgehensweise vollkommen unverständlich. Hier ist das Land NRW dringend aufgefordert, Abhilfe zu schaffen.

Außerdem fordert der Kreis Euskirchen   eine Umgehungsstrasse der Ortschaft Dreiborn auf der ehemaligen Panzerstrasse. Diese Umgehung ist nicht akzeptabel, da die Panzerstrasse. auf dem Gebiet des NLP liegt. Auch erscheint  sie  uns auch nicht notwendig, da die L207 nicht stark frequentiert wird, gut ausgebaut ist und die Ortschaft Dreiborn keine wesentlichen Engstellen aufweist.

Die Frage, ob die NLP-Verordnung  und damit der Nationalpark ein Papiertiger ist, erscheint  uns als voll berechtigt.

Eike Lange

 






Eine Chronik

zusammengestellt von Wolfgang Voigt


*****

Mittelalter

Der Kermeter ist Staatswaldgebiet, das zunächst in erster Linie als Jagdrevier genutzt wird.

18. Jahrhundert

Der Kermeter wird nicht wie andere Eifelforste im Umfeld der Leder- und Eisenindustrie entwaldet, sondern bleibt als “Bannwald” ohne Holznutzung erhalten.

*****


Anfang 20. Jahrhundert

Randbereiche des Kermeter werden in Fichtenforste umgewandelt.

30er Jahre

Im Zusammenhang mit den Autarkie-Bestrebungen der Nationalsozialisten werden weitere Bereiche des Kermeter zu Fichtenforsten.

1945

Der Kermeter ist von umfangreichen Beschuss-Schäden betroffen. (Später kommen Kahlschläge durch die belgischen Besatzungstruppen hinzu.)

1946

Britische Truppen errichten einen Schießplatz in der Nordeifel bei Gemünd. Er wird später unter dem wohlklingenden Namen “Vogelsang” bekannt.

1950

Der Truppenübungsplatz Vogelsang in der Nordeifel wird an die Belgischen Streitkräfte übergeben.

1954

Der Münstereifeler Julius Eigner titelt einen Beitrag im Heimatjahrbuch des Kreises Schleiden mit “Nationalpark in der Eifel”. Darin steht die denkwürdige Anmerkung: “Auch die Menschen sollen hier geschützt werden... vor den Auswüchsen des Ferienrummels und der Überrollung der Landschaft mit Autos.”

*****

Mitte der 80er Jahre


In dieser Zeit beginnen umfangreiche Kartierungen der DBV-Kreisgruppe Aachen und des Ornithologischen Vereins Aachen (OVA) in der Nordeifel, unter anderem im Zusammenhang mit der Erstellung eines Brut- und Wintervogelatlas des Rheinlandes.

1989


Der belgische Verteidigungsminister Coeme kündigt erstmals den Abzug der belgischen Truppen für Mitte der 90er Jahre an

.
24. Februar 1990


“Der zur Prüfung anstehende Abzug der belgischen Truppen aus Burg Vogelsang solle den Minister für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft in Düsseldorf schon jetzt veranlassen, zukunftsweisende Konzepte für die Einrichtung großflächiger Schutzgebiete und eines sanften Tourismus in Vogelsang in Auftrag zu geben. Dies fordert der Naturschutzverband Aachen des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV) in einem Brief an die Behörden.” (AVZ vom 24.2.1990)

8. März 1990


Mit Erlass von diesem Tage weist Klaus Matthiesen als Minister für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft (MURL) den Regierungspräsidenten Köln und die LÖLF an, die Fragen der Unterschutzstellung nach Abzug der Belgier zu prüfen.

30. März 1990


In einem Schreiben des Regierungspräsidenten in Köln an den MURL wird bestätigt, dass die “Diskussion um die Aufgabe der von den belgischen Truppen genutzten Übungsplätze” bei dieser Behörde seit einiger Zeit bekannt sei. Weiter heißt es wörtlich: “Da diese Truppenübungsplätze z. T. sehr hochgradig schutzwürdige Bereiche beinhalten, bestehen bei der Höheren Landschaftsbehörde bereits Überlegungen, für den Fall des Abzuges der belgischen Truppen die Wahrung der Interessen des Naturschutzes auf diesen Flächen sicherzustellen. Dies müsste dadurch geschehen, dass bereits jetzt diese Truppenübungsplätze mit Naturschutzverordnungen überzogen werden.”

1993

Im “Waldpflegeplan” wird festgelegt, dass der Kermeter wieder in einem Laubholzwald umgewandelt werden soll. (Er entwickelt sich zu einem der größten Wald-Naturschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen, das sofort in die erste Tranche als europaweit geschütztes Flora-Fauna-Habitat nach Brüssel gemeldet werden wird.)

Mitte 2001


Es gibt konkrete Informationen, dass die Belgischen Streitkräfte den Truppenübungsplatz Camp Vogelsang aufgeben wollen.

Januar 2002

Das Bundesverteidigungsministerium gibt bekannt, dass der Übungsbetrieb Ende 2004 aufgegeben wird, dass die Übergabe der belgischen Verwaltung bis Ende 2005 erfolgen soll und eine Folgenutzung durch die Bundeswehr nicht beabsichtigt ist.

Januar 2002

Die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) legt ein Gutachten zur Eignung des Truppenübungsplatzes Vogelsang als Nationalpark vor. Es wird betont, dass das Gelände die Nationalpark-Anforderungen aber nur erfüllt, wenn die großen angrenzenden, ökologisch wertvollen Wälder (FFH-Gebiete “Kermeter” und “Dedenborn”) mit einbezogen werden.

6. März 2002

In Monschau-Höfen findet auf Einladung von Staatssekretär Dr. Thomas Griese (Umweltministerium) eine Konferenz der regionalen Politiker und der Kommunen, kurz Regionalkonferenz, statt. Vertreter der LÖBF stellt die Vorstudie zum Nationalpark Eifel vor. Vom Umweltministerium ist zu hören, dass man die Bezirksregierung Köln mit der Durchführung des Verfahrens beauftragen will. Sie soll unter anderem bis Ende 2004 eine Nationalpark-Verordnung erarbeiten. Unter Leitung des Regierungspräsidenten Jürgen Roters wird ein Arbeitskreis eingesetzt, der in mehreren Untergruppen Konzepte zur Realisierung des Nationalparks erarbeiten wird.

8. März 2002

Im Kursaal in Schleiden-Gemünd gründet sich der “Förderverein Nationalpark Eifel”. 402 Personen werden Gründungsmitglieder. Vorsitzender wird Jürgen Roters (Bezirksregierung), Stellvertreter sind Volker Hoffmann (Naturschutzverbände), Christoph Lorbach (Bürgermeister der Stadt Schleiden) und Alois Sommer (Verein Naturpark Nordeifel).
Hauptziel der Fördervereins ist es, für die Nationalparkidee zu werben. Er ist aber auch Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die sich mit Ideen in den Entwicklungsprozess einbringen wollen. In diesem Fall werden durch ihn die Anregungen an die offizielle Arbeitsgruppe bei der Bezirksregierung Köln weitergeleitet.

9. März 2002

Die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) führt die erste öffentliche “Auftaktveranstaltung Nationalpark Eifel” durch. Etwa 250 Personen sind der Einladung gefolgt. Tagungsleiter ist Horst Frese. Ziel der Veranstaltung ist es, die Bürger und Bürgerinnen zeitnah zu den offiziellen Stellen zu informieren, die sich am 6. März getroffen haben. Nach den entsprechenden Informationen diskutiert man in drei Arbeitskreisen wichtige Fragen für die zukünftige Entwicklung (“Nutzung im Nationalpark”, Naturerlebnis als Wirtschaftsfaktor” und “Informationszentrum/Burg Vogelsang”).

17. März 2002

Die NABU-Landesvertreterversammlung fasst in Duisburg folgende Resolution:

“NABU unterstützt die Einrichtung eines Nationalparks in der Eifel

Im Jahr 2005 räumen die Belgier den etwa 4000 ha großen Truppenübungsplatz Vogelsang in der Eifel. Ein Gutachten der LÖBF belegt: Der Truppenübungsplatz Vogelsang mit den angrenzenden Wäldern weisen in ihrer Gesamtheit von etwa 9000 ha die Voraussetzungen für einen Nationalpark auf. Hier besteht die einmalige Chance für NRW, einen Nationalpark einzurichten und gleichzeitig einen naturverträglichen Tourismus in der Eifel-Region zu fördern.

Der NABU NRW begrüßt ausdrücklich die Einrichtung eines Nationalparks in der Eifel. Er wird die Einrichtung aktiv unterstützen.

Der NABU fordert, dass
· große Flächen des Nationalparks möglichst zeitnah aus der Nutzung genommen werden,
· notwendige Entwicklungsmaßnahmen innerhalb der geplanten Kernzone zügig umgesetzt werden,
· eine naturverträgliche Förderung des Tourismus aktiv betrieben wird,
· das Land NRW die Naturschutzverbände in die Erarbeitung einer Nationalparkkonzeption einbindet,
· eine eigenständige Nationalparkverwaltung in der Zuständigkeit des MUNLV eingerichtet wird.”

18. März 2002

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet, dass das Forstamt Schleiden den Fichtenwald zu Gunsten der Buche zurückdrängen will. Im Laubholz finden jetzt schon keine Nutzungen mehr statt.

17. April 2002

Es findet eine Konversionskonferenz mit 100 Vertretern aus Bund, Bezirksregierung, Bundeswehr, Kreisen und Kommunen, Vereinen, Kirchen und anderen Beteiligten statt. Die an diesem Tag eingesetzte Lenkungsgruppe “Konversion” soll die zivile Umwidmung der bundeseigenen Flächen klären.

24. April 2002

Es findet die erste Sitzung der neu eingerichteten Lenkungsgruppe “Nationalpark Eifel” statt.

21. Mai 2002

Die Lenkungsgruppe beschließt in ihrer zweiten Sitzung über die Strukturen von Arbeitsgruppen. Es soll vier Arbeitskreise geben:
· Natur und Umwelt (Leitung: Bürgermeister Pütz aus Heimbach)
· Strukturentwicklung (Bürgermeister Hönscheid aus Nideggen)
· Tourismus (Bürgermeister Breuer aus Simmerath)
· Wissenschaft, Bildung und Forschung (Bürgermeister Steinröx aus Monschau)

Die Koordinierungsgruppe umfasst die Leiter der vier Arbeitskreise und je einen Vertreter des Forstes und der Naturschutzverbände.
(Leitung: Bürgermeister Lorbach, Schleiden). In ihr werden die Ergebnisse der Arbeitskreise zusammengeführt. Sie soll vor allem auch dann tätig werden, wenn in den einzelnen Arbeitskreisen zum selben Thema unterschiedliche Ergebnisse erarbeitet werden.

26. Mai 2002

“Tag der offenen Tür” auf der Burg Vogelsang

2. Juli 2002

Der Vorstand des NABU Aachen-Land beschließt einstimmig, Fördermitglied im “Förderverein Nationalpark Eifel” zu werden (Die vom 1. Vorsitzenden unterschriebene Beitrittserklärung trägt das Datum vom 1. Juli 2002;Jahresbeitrag: 60 EURO). Der NABU-Landesverband hat um finanzielle Beteiligung für entstehende Kosten gebeten und selbst bereits 2.000 EURO an den mit der NABU-Organisation betrauten NABU Düren überwiesen. Der Vorstand des NABU Aachen-Land ist bereit, maximal 500 EURO beizusteuern.

3. Juli 2002

Im Evangelischen Gemeindezentrum Düren findet eine Zusammenkunft der am Nationalpark beteiligten NABU-Kreisverbände mit dem Landesvorsitzenden Josef Tumbrinck statt, der von Birgit Beckers und Bernhard Kamp begleitet wird. Die Kreisvertreter vom NABU Aachen-Land, NABU Aachen-Stadt, NABU Düren und NABU Euskirchen werden zunächst über den aktuellen Stand informiert. Danach stellen die Kreisvertreter dar, wie viel Potenzial sie jeweils haben, um am Projekt Nationalpark Eifel mitzuarbeiten. Daraufhin wird die Rollenverteilung zwischen den Verbänden diskutiert und eine Entwicklung von Aktivitäten in den Regionen auf den Weg gebracht. Dr. Wiprecht Eberius (NABU Düren) hat sich bereits in der Arbeitsgruppe Naturschutz eingetragen. Günter Mitlacher wird in der Arbeitsgruppe Forschung mitarbeiten. Dr. Eike Lange (NABU Aachen-Land) und Manfred Aletsee (NABU Aachen-Stadt) wollen sich noch für die Arbeitsgruppe Tourismus beim Landesbüro der Naturschutzverbände anmelden.
(Teilnehmer unseres Verbandes: Matthias Bülles, Karl Gluth, Dr. Eike Lange und Toni Lorenz)

12. Juli 2002

Bei der Bezirksregierung findet die 8. Sitzung des Regionalrates des Regierungsbezirks Köln statt. Das Gremium beschließt unter anderem:
Im Verfahren zur Überarbeitung des Gebietsentwicklungsplans (GEP) Region Aachen wird ein Teil des geplanten “Nationalparks Eifel” aus der Darstellung “Bereich für den Schutz der Natur” (BSN) ausgespart und stattdessen als “Bereich für den Schutz der Landschaft und landschaftsorientierten Erholung” (BSLE) dargestellt.

16. Juli 2002



Im “Haus des Gastes” in Gemünd eröffnet Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom Umweltministerium des Landes NRW die Ausstellung “Nationalpark Eifel - Eine Idee nimmt Gestalt an”. Sie entstand in Zusammenarbeit der NUA mit dem Förderverein Nationalpark Eifel e.V. und wird noch bis Ende 2002 im Haus des Gastes / Walderlebniszentrum Gemünd zu sehen sein.
Außerdem ist vorgesehen, drei Kopien als Wanderausstellung in den Gemeinden der Region zu zeigen.
Anschrift und Öffnungszeiten siehe unter NUA

19. Juli 2002

Die konstituierenden Sitzungen der Arbeitskreise “Bildung, Wissenschaft, Öffentlichkeitsarbeit”, “Arbeitsplätze, Ethik, Soziales” und “Vogelsang” finden im Städtischen Gymnasium Schleiden statt.

9. August 2002

Der Arbeitskreis “Vogelsang” tagt in Gemünd.

19. August 2002

Die Arbeitsgruppe “Leitlinien/Appell” des Arbeitskreises “Vogelsang” trifft sich im Hotel Friedrichs in Gemünd.

21. August 2002

Sitzung des Arbeitskreises “Vogelsang”

6. September 2002

In der Regionalstelle Eifel im Bistum Aachen, dem Franziskushaus in Schleiden, tagt der Arbeitskreis “Bildung, Wissenschaft, Öffentlichkeitsarbeit”.

10. September 2002

Die Lenkungsgruppe für die Konversion des Truppenübungsplatzes tagt unter der Leitung des Landrates zum ersten Mal im Euskirchener Kreishaus. Es soll EU-weit ein Ideenwettbewerb und darauf aufbauend eine Machbarkeitsstudie für eine nationalparkverträgliche Nutzung von Teilen der Burg Vogelsang ausgeschrieben werden; die Organisation wird bei der Kreisverwaltung liegen. Ein weiteres Thema ist die Altlastenabschätzung, die bis Ende September vorliegen soll.

10. September 2002

Die Vogelsang-Lenkungsgruppe tagt im Kreishaus des Kreises Euskirchen zum zweiten Mal. Wie vorher der Regionalrat beschließt auch die Lenkungsgruppe, “die Ordensburg und den Zufahrtskorridor aus dem Nationalparkgebiet herauszulösen, möglicherweise sogar zum allgemeinen Siedlungsschwerpunkt zu machen. Der Kreis und die Bezirksregierung sollen jetzt prüfen, welche Nutzungsideen auf diese Weise verwirklicht werden können. Dabei gilt aber die strikte Prämisse, dass diese dem Nationalpark-Gedanken nicht zuwider laufen.” (Kölnische Rundschau)

12. September 2002

Es findet ein Treffen des Arbeitskreises “Tourismus” im Haus des Gastes in Gemünd statt. Man diskutiert ausgiebig, was überhaupt touristisch im zukünftigen Nationalpark möglich bzw. was wünschenswert ist. Eine Bewerbung für die Ausrichtung einer Landesgartenschau im Zeitraum von 2008 bis 2010 wird als sinnvoll angesehen. Für die weitere Arbeit stehen eine umfassende Bedarfsanalyse und die vorhandene Angebotsstruktur im Vordergrund. Die nächste Sitzung soll am 19. November 2002 ab 18.30 Uhr in der Klosterstube der Abtei Mariawald stattfinden.

13. September 2002

Der Arbeitskreis “Ökologie” tagt in der Biologischen Station Kreis Düren in Nideggen-Brück. Unter anderem hält Maria Pfeifer einen Vortrag mit dem Titel “Einführung in das Thema Nationalpark”

20. September 2002

Der Arbeitskreis “Bildung, Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit” tagt im Franziskushaus, Schleiden.

21. September 2002

Der Westdeutsche Rundfunk ist mit seiner Live-Sendung “Hallo Ü-Wagen” zwischen 11 und 13 Uhr auf dem Marienplatz vor dem Amtsgericht in Gemünd. Thema der WDR-Sendung: “Wie gehen wir mit unserem Erbe um? - Die Nazi-Burg Vogelsang”. Die Moderation hat Julitta Münch. Ausgestrahlt wird die Sendung über WDR 5.

21. September 2002

Sitzung des Arbeitskreis “Vogelsang”: Es findet eine Besichtigung des Truppenübungsplatzes Vogelsang unter Leitung von Georg Schmitz (Kommandeur Vogelsang) statt.

26. September 2002

Es findet eine Sitzung der Lenkungsgruppe statt. In ihr berichten die Arbeitsgruppen, die bereits getagt haben. Es sind dies die Arbeitskreise “Tourismus”, “Naturschutz” und “Vogelsang”. Der Arbeitskreis “Strukturentwicklung” will erst die Vorarbeiten der anderen abwarten und hat sich deshalb noch nicht getroffen. Der Arbeitskreis “Naturschutz” hat bereits zweimal getagt. Bürgermeister Pütz stellt drei mögliche Konfliktbereiche vor:

· Masterplan (aus Sicht des Tourismus-Arbeitskreises notwendig, aus Sicht des Naturschutz-Arbeitskreises nicht erforderlich)
· Flächen des Wasserverbandes Eifel-Rur (hierzu soll es eine vertragliche Regelung zwischen Bezirksregierung und Wasserverband geben)
· Wegeplan (er wird in der dritten Arbeitskreis-Sitzung diskutiert)

Oktober 2002

Der NABU NRW gibt ein Faltblatt mit dem Titel “NABU: Aktiv für Mensch und Natur - Nationalpark Eifel” heraus. Es klärt folgende Fragen:
· Was ist eigentlich ein Nationalpark?
· Wo liegt der geplante Nationalpark?
· Warum ein Nationalpark in der Eifel?
· Welche Tier- und Pflanzennamen leben im geplanten Nationlpark?
· Und die Menschen...?
· Ökologie kontra Ökonomie?
· Was macht der NABU?
· Was will der NABU?
· ... und was können Sie tun?

2. Oktober 2002

Im Evangelischen Gemeindezentrum in Düren findet ein sogenanntes “Eifeltreffen” von NABU NRW, NABU Aachen-Land, NABU Aachen-Stadt, NABU Düren und NABU Euskirchen statt. Neben dem Landesvorsitzenden Josef Tumbrinck nimmt Birgit Königs teil, die beim Landesverband die Pressearbeit koordiniert. Im wesentlichen geht es auf der Sitzung um die zukünftige NABU-Berichterstattung zum Nationalpark Eifel.

2. Oktober 2002

Treffen des Arbeitskreises “Bildung, Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit” im Franziskus-Haus in Schleiden: Unter anderem berichtet Volker Hoffmann, dass die Einrichtung des Nationalparks Eifel Bestandteil der Koalitionsvereinbarungen zwischen SPD und Bündnis90/DieGrünen auf Bundesebene sein werden.

6. Oktober 2002

Der Arbeitskreis “Ökologie” führt eine Exkursion durch, welche an der Kermeterschenke Wolfgarten startet.

9. Oktober 2002

Sitzung des AK “Arbeitsplätze, Ethik, Soziales” in der Regionalstelle Eifel im Bistum Aachen, Schleiden

10. Oktober 2002

Der Arbeitskreis “Ökologie” trifft sich zum vierten Mal. Es wird der Vorentwurf einer Verordnung für den Nationalpark Eifel diskutiert. Dabei werden Änderungsvorschläge zum Text erarbeitet. Bei weiteren Treffen soll auch das Thema “Altlasten” erörtert werden. Die nächsten Sitzungen finden am 7. und 21. November jeweils ab 18.30 Uhr im Hotel Friedrichs in Gemünd statt.

11. Oktober 2002

Der Arbeitskreis “Vogelsang” tagt im Hotel Friedrichs in Gemünd. Es wird eine Liste zukünftiger Nutzungsmöglichkeiten der Gebäude vorgestellt. Sie soll nach einer letzten Abstimmung in der nächsten Sitzung am 25. Oktober im Internet veröffentlicht werden.

11. Oktober 2002

Die Strukturkommission des Regionalrates soll sich mit der Frage befassen, ob der Burgbereich aus dem Wirkungsbereich des Nationalparkes herausgenommen wird oder (wie der RP es wünscht und es in der aktuellen Verordnung des Nationalparkes steht) in der Abgrenzung des Nationalparkes gehalten wird.

13. Oktober 2002

Der Westdeutsche Rundfunk meldet: “Der Bund ist bereit, einen Ort der Erinnerung auf der ehemaligen Ordensburg der Nationalsozialisten zu 50 Prozent zu finanzieren. Das wurde jetzt der Sonderkommission Nationalpark Nordeifel mitgeteilt. Auf dem Gebiet des derzeitigen Truppenübungsplatzes Vogelsang soll rund um die Ordensburg der erste Nationalpark in Nordrhein-Westfalen entstehen.”

25. Oktober 2002

Die Aachener Zeitung meldet unter der Schlagzeile “Auf der Suche nach den Urwäldern”:
“Ernten, wo man nicht gesät hat. Normalerweise ist dieser Satz eher negativ behaftet. Im Falle der Bucheckernernte, die zurzeit im Wald zwischen Höfen und Dedenborn stattfindet, sieht das allerdings anders aus.
Denn die Förster sind gerade auf der Suche nach Buchen, die nicht irgendwann von Menschenhand angepflanzt wurden, sondern den natürlich gewachsenen Beständen der ehemaligen ‚Urwälder’ der Eifel entstammen.
Und dies hat seinen Grund: Mit dem Samen dieser Buchen sollen die Urwälder im künftigen Nationalpark der Eifel wieder auferstehen.”

25. Oktober 2002

Der Arbeitskreis Vogelsang tagt im Hotel Friedrichs in Gemünd. Es wird das jetzt vollständig vorliegende Nutzungskonzept diskutiert.

26. Oktober 2002

Auf der Sitzung des Arbeitskreises “Ökologie” im Hotel Friedrichs in Gemünd geht es hauptsächlich um die Frage der Wegeführung im zukünftigen Nationalpark Eifel.

27. Oktober 2002

Der Arbeitskreis “Ökologie” startet um 14 Uhr eine Exkursion vom Marienplatz in Gemünd entlang der K 7 zur Urftstaumauer.

29. Oktober 2002

Die Eifeler Zeitung online berichtet, dass es Überlegungen des Monschauer Bürgermeisters Theo Steinröx gibt, den Nationalpark bis ins Furths- und Perlenbachtal auszudehnen. Dies würde bedeuten, dass vor allem die Narzissenwiesen “als touristische Highlights der Region” in die Nationalparkgrenzen mit einbezogen würden.

29. Oktober 2002

Im Franziskushaus in Schleiden tagt der Arbeitskreis “Bildung, Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit”. Es wird der Entwurf der Nationalparkverordnung diskutiert. Unter anderem wird bemängelt, dass der Entwurf nicht auf Kinder und Behinderte eingeht. Es wird angeregt, Zugänge sowie Bildungseinrichtungen nicht auf die Burg Vogelsang zu konzentrieren, sondern ein dezentrales Konzept anzustreben.

02. November 2002

Der WDR berichtet über wachsenden Widerstand gegen die geplante Olefpipeline. “Hellenthals Bürgermeister Manfred Ernst befürchtet, dass sich der Bau der kilometerlangen Wasserversorgungsleitung negativ auf den geplanten Nationalpark Eifel auswirken könnte. Bedrohte Tier- und Pflanzenarten würden in ihrer Entwicklung gestört. Bis zu 20 Millionen Kubikmeter Wasser will die Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel aus dem Olef-See bei Hellenthal abpumpen und als Trinkwasser für die Region Aachen aufbereiten.”

07. November 2002

Der Arbeitskreis “Ökologie” befasst sich auf seiner Sitzung im Gemündener Hotel Friedrichs schwerpunktmäßig mit den Themen Altlasten und Wegekonzept.

07. November 2002

Der Arbeitskreis “Vogelsang” tagt im Hotel Friedrichs in Gemünd. Das Nutzungskonzept zur ehemaligen Ordensburg Vogelsang wird verabschiedet. Das Konzept soll verstärkt der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

08. November 2002

In seiner Sitzung bringt der nordrhein-westfälische Landtag den Nationalpark Eifel auf den Weg. Einem entsprechenden Antrag, den SPD und Bündnis 90/Die Grünen vorgelegt haben, stimmt er einvernehmlich zu. Die Landesregierung wird beauftragt, das Projekt zügig umzusetzen.

13. November 2002

Der WDR meldet:
“Der Vorentwurf der Landesregierung für eine Nationalparkverordnung sehe weder Hotels noch Tagungsstätten auf dem 9.000 Hektar großen Gelände vor. Dies beklagten die Mitglieder des Planungsausschusses des Kreises Euskirchen. Der Tourismus habe so keine Chance. Außerdem werde nicht geklärt, wie die Vergangenheit von Burg Vogelsang präsentiert werden soll. Sie war während des Hitlerregimes von den Nazis genutzt worden.”

17. November 2002

Exkursion des AK “Ökologie” ab Haus Dedenborn in Dedenborn

18. November 2002

Im Foyer des Aachener Kreishauses wird die Ausstellung “Nationalpark Eifel - Eine Idee nimmt Gestalt an” eröffnet. Sie ist dort bis zum 6. Dezember zu sehen.

21. November 2002

Sitzung des AK “Ökologie” im Hotel Friedrichs in Gemünd

22. November 2002

Sitzung des AK “Vogelsang”, ab 19 Uhr im Hotel Friedrichs in Gemünd

05. Dezember 2002

Sitzung des AK “Ökologie” im Hotel Friedrichs in Gemünd

19. Dezember 2002

Sitzung des AK “Ökologie” im Hotel Friedrichs in Gemünd




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Hinweis:

Mit dem Ende des Jahres 2002 endet diese Chronik. Die Vorgänge um den zukünftigen Nationalpark Eifel werden inzwischen an anderer Stelle ausführlich dokumentiert. Ebenso verhält es sich mit der Bekanntgabe der Sitzungstermine und der dazugehörigen Protokolle. (siehe hierzu zum Beispiel unter: Förderverein-Nationalpark

Wir verweisen auch auf die Rubrik „Topmeldungen zum Nationalpark“ auf dieser NABU-Seite

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Ende 2004

Der Übungsbetrieb der belgischen Streitkräfte auf dem Truppenübungsgelände soll eingestellt werden.
Ende 2005

Bis Ende des Jahres soll die Verwaltung durch die belgischen Streitkräfte abgegeben werden.

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Weitere Informationen siehe auch unter NABU Aachen Stadtverband



Quellen:

· Recherche NABU Aachen-Land. 2002
· AACHENER VOLKSZEITUNG (AVZ) vom 24.2.1990
· KÖLNER STADTANZEIGER vom 24.2.2002, 12.3.2002, 18.3.2002, 10.9.2002
· LÖBF-Mitteilungen Nr. 2 / 2002. Recklinghausen
· nua:ncen, Forum der Natur- und Umweltschutz-Akademie, Nr. 11 / 2002. Recklinghausen
· Pressemitteilung 065/2002 der Bezirksregierung Köln
· KÖLNISCHE RUNDSCHAU vom 11.9.2002
· Bericht von Birgit Beckers (NABU NRW) vom 31.9.2002
· WDR vom 13.10.2002 und 2.11.2002
· www.foerderverein-nationalpark.de
· www.nationalpark-eifel.nrw.de
· NABU-Faltblatt “Aktiv für Mensch und Natur - Nationalpark Eifel”. Hamm 2002
· AACHENER ZEITUNG vom 25.10.2002
· EIFELER ZEITUNG ONLINE vom 29.10.2002

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Zerstückelung des Eifel-Nationalparkes befürchtet

(aus NABU intern 3.02)
Einen Nationalpark Eifel soll es geben, darin sind sich alle beteiligten Naturschützer, Heimatfreunde und Politiker einig. Doch seit die Ausweisung des ersten nordrhein-westfälischen Nationalparkes beschlossene Sache ist, werden die Stimmen derjenigen lauter, die aus Profitinteresse den Nationalpark in ein Massentourismuszentrum verwandeln wollen. Von Naturschutzseite unerwartet werden diese Begehrlichkeiten nun vom Regionalrat Köln noch unterstützt. Am 12. Juli hat der Regionalrat dem neuen Entwurf des Gebietsentwicklungsplanes (GEP) Aachen zugestimmt, in dem rund 200 Hektar Nationalparkfläche um die Burg Vogelsang nicht als “Bereich zum Schutz der Natur” ausgewiesen werden sollen.
“Das öffnet dem Ausverkauf des zukünftigen Nationalparkes Tür und Tor”, so Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Diese Planung würden die Naturschutzverbände so nicht hinnehmen, zumal die Änderung “heimlich” eingefügt worden sei. Bei der Aufstellung eines neuen GEP gäbe es klare Vorgaben zum Ablauf. So sei zu solchen Änderungen eine Beteiligung der anerkannten Naturschutzverbände vorgeschrieben, die in diesem Fall aber gar nicht stattgefunden hätte. “Deshalb kommt diese Änderung für uns auch völlig überraschend”, so Tumbrinck weiter.
Klaus Brunsmeier, Vorsitzender des BUND NRW ergänzt: “Aufgrund der fehlenden, aber vorgeschriebenen Beteiligung der Naturschutzverbände wird die Staatskanzlei als die Landesplanungsbehörde in NRW den GEP so nicht genehmigen können.” Dadurch würde der Kabinettsbeschluss zur Einrichtung des Nationalparks ausgehöhlt. Darüber hinaus sei eine Bedingung zur Ausweisung eines Nationalparks der Zusammenhang der Schutzfläche. Die jetzt vom Regionalrat geplante Zerstückelung der Nationalparkfläche sei damit aus naturschutzfachlicher Sicht nicht zu vertreten. Für Mark vom Hofe, Vorsitzender der LNU, wird mit diesem Antrag der Naturschutz geschwächt, noch bevor überhaupt ein Konzept für den Nationalpark vorliegt: “Ein Nationalpark wird aus Gründen des Naturschutzes eingerichtet, nicht um darin Feriendörfer, Center Parks oder Wellness-Hotels mit Golfplätzen unterzubringen.” Erforderlich sei zunächst die gemeinsame Erarbeitung eines Schutzkonzeptes, erst dann sollte die planerische Umsetzung erfolgen.
Die Naturschutzverbände NABU, BUND und LNU fordern den Kölner Regierungspräsidenten Roters daher auf, ein geordnetes Verfahren unter Beteiligung aller einzuleiten.

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Termine und Protokolle

Weitere Informationen siehe auch unter Förderverein Nationalpark

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Nationalparks - Nutzen und Gewinn
für den Menschen

Mit der Gründung des Nationalparks Eifel stellt sich vielen die Frage: Was haben wir eigentlich von diesem Park? Schließlich fordert die Weltnaturschutzorganisation IUCN, dass in einem internationalen Nationalpark mindestens 75% der Gesamtfläche frei von menschlicher Nutzung bleiben muss. Somit wird dem Schutz der Natur und ihrer Dynamik Vorrang eingeräumt. Und wo bleibt der Mensch?
In den Richtlinien der IUCN ist ausdrücklich vorgeschrieben, dass ein Nationalpark eine Basis für geistig-seelische Erfahrungen sein soll. Forschungs-, Bildungs- und Erholungsangebote müssen geschaffen werden. Nationalparks bieten die große Chance, den Menschen - dort wo es der Naturschutz erlaubt - die ursprüngliche Natur mit ihrer unvergleichlichen Tier- und Pflanzenwelt nahe zu bringen. Deshalb i st für jeden Nationalpark ein Wegeplan vorgeschrieben. So soll der Allgemeinheit Natur zugänglich gemacht werden, ohne dass der Naturschutz beeinträchtigt wird.
Verschiedene Arbeitskreise arbeiten derzeit intensiv an passenden Konzepten. Im Nationalpark Eifel sollen unter anderem Seminare, Führungen und erlebnispädagogische Veranstaltungen stattfinden. Gerade für Kinder, Jugendliche und Schulen wird ein reichhaltiges Programm geplant. In bestimmten Bereichen des Nationalparks können sich die Besucher auch sportlich betätigen: Angebote zum Wandern, Reiten und Radfahren werden erarbeitet. Darüber hinaus möchte man alte Pilgerwege wiederbeleben und “Sinnenpfade” anlegen.
Die Nationalparkverordnung schreibt weiterhin vor, bei allen Entscheidungen, die Interessen der ortsansässigen Bevölkerung an der Sicherung und Entwicklung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen zu berücksichtigen. Ferner müssen die Belange der regionalen Entwicklung, der gewerblichen Wirtschaft und des naturverträglichen Tourismus beachtet werden, soweit es der Schutzzweck erlaubt. Alle Verantwortlichen des Nationalpark Eifel wollen, dass die Menschen der Region das Nationalparkkonzept mitgestalten und mittragen. Arbeit gibt es genug. Der Nationalpark Eifel bietet die große Chance, Wirtschaft und Tourismus in der Region zu fördern. Er ist der erste in NRW und wird dem Ballungsraum ein neues Image verleihen. In der Vermarktung ökologisch produzierter, regionaler Produkte - wie Senf und Eifelbier - sieht auch der NABU beispielsweise eine große Chance für die Eifel.
Ein Blick auf andere Bundesländer gibt berechtigten Anlass zur Hoffnung: In den bisherigen dreizehn Nationalparks in Deutschland reisen 20 Millionen Besucher pro Jahr an und es werden 450 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Nationalpark Bayerischer Wald und der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind die Wirtschaftsmotoren Nummer eins in der jeweiligen Region. So konnten in Bayern mit der Gründung des Nationalpark Bayerischer Wald die Übernachtungszahlen in zehn Jahren von 100.000 auf 1,1 Millionen gesteigert werden.
Der Nationalpark Eifel soll allerdings nach den Vorstellungen des NABU nicht Ziel eines Massentourismus sein. Er soll zu einem Qualitätsmerkmal der gesamten Region werden. So kann der Park zu einem Vorzeigeprojekt Nordrhein-Westfalens in Sachen Naturschutz und Regionalentwicklung werden.
Text: NABU NRW (Oktober 2002)

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Nationalparks bewahren Naturerbe

Mit der Gründung des Nationalpark Eifel in NRW fragen sich viele: Was unterscheidet Nationalparks von anderen Schutzgebieten?
Weltweit gibt es ein breites Spektrum unterschiedlicher Schutzgebiete für die mindestens 140 verschiedene Begriffe verwendet werden. Das sorgt nicht nur unter Laien für Verwirrung. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat deshalb 1972 erstmals ein Klassifikationssystem erarbeitet, um die verschiedenen Schutzgebiete unterschiedlichen Kategorien zuordnen zu können. Demnach unterscheidet man in Deutschland drei Großschutzgebiete: Biosphärenreservate, Naturparks und Nationalparks. Alle anderen Schutzgebiete sind viel kleiner. Darunter sind Natur- und Landschaftsschutzgebiete wohl die bekanntesten.
Biosphärenreservate schützen großräumig wertvolle Teile von Kulturlandschaften nationaler Bedeutung, in die Naturlandschaftsteile eingebettet sind. Sie dienen der Umsetzung der UN-Beschlüsse zur nachhaltigen Entwicklung. Naturparks sind vorbildlich von Menschen gestaltete und genutzte Gebiete. Diese eignen sich besonders für die Erholung. Dagegen schützen Nationalparks das nationale Naturerbe eines Landes: Sie umfassen ein oder mehrere Ökosysteme besonderer Eigenart, die durch menschliche Nutzung nicht oder unwesentlich verändert wurden.
Oberstes Ziel in einem Nationalpark ist es, der Natur freien Lauf zu lassen. Bestimmte Teile des Gebietes darf man nicht betreten. Unter den Schutzgebieten, die es in Deutschland gibt, sind Nationalparks am strengsten geschützt. So kann man in Naturschutzgebieten nur für eine bestimmte Jahreszeit Beschränkungen aussprechen, - zum Beispiel während der Brutzeit. Landschaftsschutzgebiete dienen ausdrücklich auch der Erholung. Allerdings sollen auch in Nationalparks - wo es der Schutz der Natur erlaubt - Naturerleben, Umweltbildung und wissenschaftliche Beobachtung gefördert werden. Schließlich brauchen wir ein neues Verhältnis der Menschen zur Natur. Nationalparks leisten als ”Umweltschulen der Nation” einen wichtigen Beitrag dazu.
Alle mitteleuropäischen Nationalparks sind Zielnationalparks: Aufgrund der intensiven menschlichen Nutzung über Jahrtausende existiert in unseren Breiten großflächig keine unberührte Natur mehr. Im Nationalpark Eifel kann die Forderung der IUCN nach einer überwiegend natürlichen Entwicklung auf 75% der Fläche sogar nur auf 5 - 10% der Fläche erfüllt werden. Allerdings ist es in Deutschland nach der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes von 2002 möglich, ein Gebiet mit Entwicklungspotenzial als Nationalpark auszuweisen. Die Ökosysteme in den Zielnationalparks müssen auf der geforderten Fläche erst wieder naturnähere Zustände erreichen.
Mit dem Nationalpark Eifel hat Deutschland 14 Nationalparks vorzuweisen. Der NABU meint: Das ist viel zu wenig! Außerdem dürften Nationalparks keine Inseln bleiben. Denn bei isolierten Tieren und Pflanzen bestehe die Gefahr von Inzucht und Degeneration. Irgendwann sterben sie trotz Schutz aus. Ein wichtiger Schritt wurde in diesem Zusammenhang mit dem neuen Bundesnaturschutzgesetz getan: Es verlangt einen Biotopverbund auf mindestens 10% der Landesfläche. Der Biotopverbund ergänzt das europäische Schutzgebietsnetz NATURA 2000, welches das Naturerbe der europäischen Gemeinschaft verknüpfen soll.
(Text: NABU NRW)

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Deutscher Wald ist Buchenwald

Im Nationalpark Eifel sollen ”Heilige Hallen” entstehen
Der Nationalpark Eifel ist repräsentativ für Landschaftselemente und Ökosysteme der westlichen Mittelgebirge. Dabei ist vor allem das Ökosystem ”mitteleuropäischer Buchenwald” auch von internationalem Interesse. Schließlich liegt Deutschland im Zentrum des mitteleuropäischen Buchenwaldes und ohne die Eingriffe des Menschen wäre die Rotbuche aufgrund des Klimas und des Bodens vorherrschende Baumart. So trägt Deutschland die Verantwortung für die Erhaltung dieses Ökosystems. Dies wurde 1992 in Rio im Übereinkommen über die Biologische Vielfalt vereinbart. Bisher ist dieses Ökosystem jedoch nicht ausreichend in einem Nationalpark geschützt.
Im Nationalpark Eifel würden natürliche Buchenwälder aus Rotbuchen den größten Teil der Waldflächen einnehmen, wären nicht von Menschenhand Fichten angepflanzt worden. Momentan bestehen etwa 50% des Waldes aus Fichten, die intensiv genutzt wurden. Nun soll der Wald seine ursprüngliche Gestalt zurückerhalten. Das Nadelholz wird größtenteils aus der Region verschwinden. So will man die einmaligen Naturschätze des Gebietes für künftige Generationen bewahren.
Buchenwälder wirken sehr imposant. Die schlanken, glatten und silbergrauen Stämme der Rotbuche ragen astlos bis über 40 Meter in den Himmel. Die kuppelförmige Krone kann einen Durchmesser von bis zu 35 Meter erreichen. Den Himmel sieht man nur außerhalb der Vegetationszeit. Durch das gedämpfte Licht entsteht der Eindruck einer Kathedrale. So nennt der Volksmund Buchenwälder auch “Heilige Hallen”. Kaum ein anderer Laubbaum erträgt soviel Schatten wie die Buche. Weniger als ein Sechzigstel des vollen Tageslichts reicht ihr zum Gedeihen. So nimmt sie anderen Baumarten das Licht zum Wachsen. Kaum ein Strauch, kaum ein Kraut, die noch unter einem dichten Buchen-Reinbestand wachsen könnten. Für eine üppige Krautschicht ist es nur im Frühjahr genügend hell. Im Sommer verschwinden Aronstab, Bärlauch und Buschwindröschen. Deshalb ist das Echo in Buchenwäldern auch besonders lang - es ist das Echo eines leeren Raumes.
Viele Tiere, wie Eichhörnchen, Bilche und Wildschweine, nutzen die Blätter und Früchte des Baumes. Aber auch dem Menschen schmecken frisch ausgetriebene, süße Buchenblätter auf dem Butterbrot. In den Hungerzeiten der Weltkriege wurde aus den Bucheckern Speiseöl gepresst. Darüber hinaus leisten Rotbuchen Erstaunliches: An einem Tag produziert ein einzelner Baum ungefähr 7.000 Liter Sauerstoff, so viel, wie 50 Menschen brauchen. Ein Hektar Rotbuchenwald bindet in einem Jahr etwa 50 Tonnen Staub.
Die Wörter ”Buch” und ”Buchstabe” sind übrigens tatsächlich mit dem Baumnamen verwandt: Die Germanen ritzten ihre Runen in Buchenstäbe. Vielleicht geht es den Besuchern des Nationalparks Eifel ja bald wie einst vielen Römern, die in den endlosen, dunklen Buchenwäldern Germaniens Staunen und Fürchten lernten.
Text: NABU NRW (Oktober 2002)

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