NABU-Beobachtungstipp
Die Christos unter den Insekten
Gespinstmotten überziehen Bäume und Sträucher mit silbrig schimmernder Hülle
Düsseldorf - Jetzt stehen sie wieder vielerorts gespenstisch an Weg-, Straßen- und Waldrändern oder in Parkanlagen: silbrigglänzende, kahl gefressene Bäume und Sträucher. Verantwortlich hierfür sind die Raupen einiger Gespinstmottenarten, die die Blätter befallener Pflanzen vollständig abfressen und Stämme, Äste und Zweige komplett mit einem Gespinst überziehen, in dem sie gesellig leben. "Es sind vor allem Traubenkirschen, die von der Traubenkirschen-Gespinstmotte befallen sind", sagt Karl-Heinz Jelinek vom Landesfachausschuss Entomologie des NABU NRW. Aber auch Weißdorn, Pfaffenhütchen, Pappeln oder Weiden seien bisweilen mit einem dichten Gespinst überzogen. Gelegentlich würden auch Obstbäume befallen.
Da Gespinstmottenarten sich wirtsspezifisch über die Blätter von nur ein oder zwei Baum- bzw. Straucharten hermachen, laufen die Raupen Gefahr zu verhungern, wenn sie auf der Suche nach einem noch nicht kahl gefressenen Strauch alles - also auch Gräser, Kräuter, Zaunpfosten oder ganze Bänke - einspinnen. "Den seidigen ´Schleier´ spinnen die kleinen Raupen, um sich vor Fressfeinden wie Vögeln oder Witterungseinflüssen wie Regen zu schützen", erklärt Jelinek. Unter dem Schleier fräßen die Raupen bis Mitte Juni den befallenen Baum kahl. Dann wanderten sie zum Stammfuß, wo sie sich im Schutz des Gespinstes verpuppen würden. "Anfang Juli schlüpfen bereits die weißen, schwarz gepunkteten Falter der Traubenkirschen-Gespinstmotte", so der NABU-Insektenfachmann weiter. Nach der Paarung legten diese ihre Eier wieder an den Knospen der Traubenkirsche ab, wo sie bis zum nächsten Frühjahr geschützt überdauerten.
"Vermehrt beobachten kann man dieses Naturschauspiel seit einigen Jahren", weiß Jelinek. Laut Pflanzenschutzdienst Bonn vermehrten sich die Gespinstmotten seitdem massenhaft, gefördert insbesondere durch den Klimawandel. Bis heute hielte dieser Zustand an und könne erfahrungsgemäß bei ungestörtem Verlauf bis zu 10 Jahre dauern. Jelinek: "Lange, kalte Winter beeinträchtigen die kleinen Falter kaum in ihrer Entwicklung. Wahrscheinlicher ist das schleichende Ende dieses Naturschauspiels durch vermehrten Einfluss von natürlichen Gegenspielern." Bis zu 80 verschiedene Insekten, darunter Schlupfwespen, Raubwanzen sowie einige Parasiten verhinderten dauerhaft eine ungehemmte Ausbreitung der Gespinstmotten.
Davon, die Tiere mit Gift zu vernichten, rät Karl-Heinz Jelinek ab. "Das ist meistens ebenso sinnlos wie gefährlich für die Umwelt, da von Insektengiften auch die natürlichen Feinde der Gespinstmotten betroffen sind." Sei das Gespinst erst einmal ausgebildet, seien die Raupen kaum noch zu bekämpfen. "Bei befallenen Obstbäumen sollte man daher rechtzeitig mit dem Absammeln der Tiere beginnen", empfiehlt er. Den übrigen Bäumen oder Sträuchern schade der Befall nicht. Noch im gleichen Jahr würden sie mit dem sogenannten Johannistrieb wieder austreiben und schon bald nicht mehr erkennen lassen, dass sie befressen worden wären.
Für Rückfragen:
Karl-Heinz Jelinek, Sprecher des NABU-Landesfachausschusses Entomologie, Tel.: 0214-8709371
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW, 0211-159251-14
Pressemitteilung "Plastikfische mit Magneten "
Vor einigen Tagen sah eine Spaziergängerin in einem Angelteich
bei Noppenberg einen ,im Eis
eingefrorenen schwarzen Schwan.Da im Rückhaltebecken Herzogenrath
echte schwarze Schwäne leben,war der Alarm verständlich.Sofort verständigte
Sie Polizei und Feuerwehr um das Tier retten zu
lassen.Sicherheitshalber rief die Frau auch mich an.Da ich wusste,dass in einem
Teich bei Nop-
penberg von Anglern ein lebensechter Plastikschwan eingesetzt wurde,konnte ich
den Rettungs-
einsatz per Tel.stoppen.
Warum setzen Angler einen Plastikschwan ein? Man wollte echten Schwänen
signalisieren,dass der Teich besetzt ist,um ruhig angeln zu können.
So werden Plastikreiher an Zierteiche gestellt,übrigens mit wenig Erfolg,so
dumm sind Reiher nicht.
Plastikuhus oder Falken sollen Tauben vertreiben,man schaue sich den Uhu auf
dem Alsdorfer Kinotower einmal genau an.
Es ist an der Zeit,dass Angler Plastikfische mit Magneten aussetzen,damit der
Angelerfolg gesichert ist.
Wenn auch die Anzahl der Vögel zurückgeht,dei Industrie schafft Ersatz
Karl
Gluth
Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 13/10 ---- 04. März 2010
Artenschutz
NABU begrüßt Rückkehr des Wolfes nach NRW
Land muss zügig einen Wolf-Managementplan erstellen
Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalen gibt es wieder einen Wolf.
Erwartungsgemäß bestätigte die vom Land in Auftrag gegebene
DNA-Analyse
eines Wolfverdachtsfalles im Kreis Höxter zumindest die zeitweise Existenz
eines Wolfes in Ostwestfalen. "Schon länger gab es die Vermutung,
dass sich
der Wolf aus dem hessischen Reinhardswald zu Stippvisiten über die
Landesgrenze nach NRW aufmacht", sagt Birgit Beckers, stellvertretende
Vorsitzende des NABU NRW und Großtierexpertin. Ob es sich bei dem jetzt
für
NRW nachgewiesenen Tier aber tatsächlich um den hessischen Wolf handele
sei
nach wie vor ungewiss, da aus Hessen keine vergleichbaren Nachweise
vorlägen. Sicher sei aber, dass sich das Land nun intensiv um die Erstellung
eines länderübegreifenden Wolfs-Managementplanes kümmern müsse
und sich auch
nicht scheuen dürfe, externe Wolfsexperten zu Rate zu ziehen.
Sinnvoll wäre nun auch die Information und Aufklärung der Öffentlichkeit.
"Auch in Nordrhein-Westfalen brauche niemand Angst vorm Wolf zu haben",
betont Beckers. Jahrelange Erfahrungen mit den freilebenden Wölfen in
Sachsen und Brandenburg hätten deutlich gezeigt, dass Wölfe dem
Menschen
lieber aus dem Weg gehen. Rotkäppchen sei ein Märchen aus vergangener
Zeit,
das nicht das Verhalten eines frei lebenden Wolfes widerspiegeln würde.
Deshalb könne sich jeder glücklich schätzen, der einmal einen
Wolf in der
Natur zu sehen bekäme.
Außerdem müssen in Ostwestfalen nun erste Maßnahmen im
Herdenschutz
umgesetzt werden. Die Errichtung von 90 Zentimeter hohen Zäunen, um
Schafherden vor Wölfen zu schützen, seien da als erste Maßnahme
vollkommen
ausreichend. "Dringend erforderlich ist allerdings die Schulung einzelner
Wolfsexperten, die Wolfsspuren erkennen könnten und in der Lage sein
sollten, vom Wolf gerissene Tiere zu dokumentieren", so Beckers weiter.
Bis
geschulte Wolfsexperten im Land zur Verfügung stünden, müsse
man auf externe
Gutachter zurückgreifen. Um die Akzeptanz für die Rückkehr
des Wolfes
insbesondere bei den Schäfern zu erhöhen, sollten diese für
nachweislich vom
Wolf gerissene Schafe Entschädigungszahlungen erhalten.
Das Land sei mit der bereits eingerichteten Arbeitsgruppe "Wolf in
NRW", in
der Vertreter der Jagd, Nutztierhalter, Säugetierkundler,
Naturschutzverbände und Behörden gemeinsam einen Wolfsmanagementplan
für NRW
erarbeiten wollen, bereits auf dem richtigen Weg. Der NABU mahnt jedoch nach
wie vor zügigere Aktivitäten an. "Es ist dringend erforderlich,
gezielt nach
Hinweisen auf Wölfe im äußersten Osten von NRW zu suchen,
die betroffenen
Schäfer zu betreuen und Naturschützer und Jäger zu informieren",
erklärt
Beckers. Zudem müsse das Land nun schnellstmöglich einen Plan vorlegen,
der
das Zusammenleben von Mensch und Wolf dauerhaft regelt. Denn das Wildtier
sei eine Bereicherung unserer Naturräume, das eine Chance verdiene,
hier
wieder dauerhaft heimisch zu werden.
Für Rückfragen:
Birgit Beckers, stellv. Vorsitzende NABU NRW, mobil: 0175-61 37 780,
Markus Bathen, Leiter NABU-Projekt "Willkommen Wolf!", mobil: 0172-64
53 537
Das NABU-Projekt "Willkommen Wolf!" wirbt seit nunmehr vier Jahren
mit
unterschiedlichen Kampagnen bun-desweit für die Akzeptanz des Wolfes
und für
die gute Nachbarschaft von Mensch und Wolf. Mehr dazu unter
www.willkommen-wolf.de.
Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 10/10 ---- 24.Februar 2010
Artenschutz/Jagd
Ab April darf in NRW kein Kormoran mehr geschossen werden
NABU begrüßt Entscheidung des Umweltministeriums als richtungsweisend
Düsseldorf - Der Naturschutzbund NABU NRW begrüßt die Entscheidung
des
Umweltministeriums, die Kormoran-Verordnung und den begleitenden Erlass in
NRW auslaufen zu lassen. In einem Brief an die Vorsitzende des
Umweltausschusses im Landtag von Ende Januar dieses Jahres kündigte
Umweltminister Uhlenberg diese Entscheidung an. Damit dürfen ab 1. April
keine Kormorane mehr geschossen werden. "Der NABU freut sich über
diesen
Richtungswechsel im Umweltministerium und wertet es als einen Schritt hin
zu
einer zukünftig verantwortungsvolleren Artenschutzpolitik", erklärt
Josef
Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW.
Besonders erfreulich sei aus Sicht des NABU, dass sich das Ministerium damit
offensichtlich der Einschätzung des Naturschutzes angeschlossen habe,
dass
bei sinkenden Bestandeszahlen die massiv angestiegenen Abschusszahlen nicht
mehr zu verantworten seien. Mit Auslaufen der Verordnung dürften nun
auch
keine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss von Kormoranen in Naturschutzgebieten
mehr erteilt werden. Gegen das Erteilen solcher Ausnahmegenehmigungen hatten
die Naturschutzverbände in den vergangenen Jahren mehrfach erfolgreich
geklagt.
"Nun ist es wichtig, die Erfassung der Kormoranbestände und deren
Auswirkungen auf Fischerei, Aquakultur und heimische Fischbestände weiter
fortzusetzen und zu qualifizieren", so Tumbrinck weiter. Selbstverständlich
werde der NABU sich hier engagiert einbringen und ein anstehendes europäisch
abgestimmtes Kormoran-Management konstruktiv begleiten.
Ein solches Kormoran-Management fordert das Europa-Parlament für den
Kormoranbestand in ganz Europa. Zudem arbeitet die Europäische Kommission
zurzeit an der Erstellung von Leitlinien für Ausnahmeregelungen von
den
Verbotsvorschriften zu Art.9 der EG-Vogelschutzrichtlinie, da die
Mitgliedsstaaten die Ausnahmeregelung sehr unterschiedlich auslegen. Sobald
die Kommission hier durch die neue Leitlinie Klarheit geschaffen hat,
können - so Umweltminister Uhlenberg in seinem Schreiben weiter - die
in NRW
begonnenen fachlichen Überlegungen, die auch neueste wissenschaftliche
Erkenntnisse und Modelle berücksichtigen werden, leitlinienkonform umgesetzt
werden.
Nordrhein-Westfalen könne damit zum Vorbild für all die Bundesländer
werden,
in denen der Kormoran nach wie vor geschossen werden darf.
Für Rückfragen:
Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender NABU NRW, mobil: 0171 - 38 67 379,
Dr. Markus Nipkow, Referent für Ornithologie und Vogelschutz im
NABU-Bundesverband, Tel. 030-284984-1620
Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 3/10 ---- 19. Januar 2010
Artenschutz
Willkommen Wolf in Nordrhein-Westfalen
NABU fordert Land auf, zügig einen Wolf-Managementplan zu erstellen
Düsseldorf - Die Anhaltspunkte verdichten sich, dass der Wolf im äußersten
Osten von Nordrhein-Westfalen häufiger zu Besuch erscheint. So wird
ein
bereits Ende letzten Jahres im Kreis Höxter gerissenes Schaf als
Wolfsverdachtsfall gehandelt. Die am Fundort genommenen Haarproben werden
zurzeit noch untersucht. Unabhängig davon, ob dieser konkrete Fall nun
tatsächlich dem Wolf zuzurechnen ist, ist eine Einwanderung und eine
spätere
Ansiedlung des Wildtieres nach Nordrhein-Westfalen nur eine Frage der Zeit,
da ist sich Birgit Beckers, stellvertretende Vorsitzende des NABU NRW und
Großtierexpertin, sicher. "Vom nordhessischen Reinhardswald nach
NRW sind es
gerade einmal 20 km, das ist für den Wolf nur ein Katzensprung",
so Beckers.
Vom Land erwarte der NABU daher dringend die sofortige aktive Vorbereitung
auf die mögliche Rückkehr des Wolfes nach NRW.
In diesem Zusammenhang begrüßt der NABU die vom Umweltministerium
und dem
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz geplante Einrichtung
einer
Arbeitsgruppe "Wolf in NRW", in der Vertreter der Jagd, Nutztierhalter,
Säugetierkundler, Naturschutzverbände und Behörden gemeinsam
einen
Wolfsmanagementplan für NRW erarbeiten wollen. Der NABU mahnt jedoch
zügigere Aktivitäten an. "Bereits jetzt ist es notwendig,
gezielt nach
Hinweisen auf Wölfe im äußersten Osten von NRW zu suchen,
die betroffenen
Schäfer zu betreuen und Naturschützer und Jäger zu informieren",
erklärt
Beckers. Zudem müsse das Land nun schnellstmöglich einen Plan vorlegen,
der
das Zusammenleben von Mensch und Wolf dauerhaft regelt. Denn das Wildtier
sei eine Bereicherung unserer Naturräume, das eine Chance verdiene,
hier
wieder dauerhaft heimisch zu werden.
Nacheinander seien Wölfe in Sachsen, Brandenburg, Bayern,
Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und zuletzt in
Hessen aufgetaucht. "Wölfe haben einen großen Aktionsradius.
Spätestens
jetzt müsse der Landesregierung klar werden, wie dringend notwendig
ein mit
Niedersachsen und Hessen abgestimmtes Wolfsmanagement ist, um ein
konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Wolf zu erreichen", so Beckers
weiter. Die fachlichen Grundlagen seien seit langem bekannt und
Niedersachsen habe gute Vorarbeit geleistet, davon könne NRW jetzt
profitieren.
Im Rahmen eines solchen Wolfsmanagements sei unter anderem die Schulung
einzelner Wolfsexperten erforderlich, die Wolfsspuren erkennen könnten
und
in der Lage sein sollten, vom Wolf gerissene Tiere zu dokumentieren. Sollte
sich herausstellen, dass ein Wolf über längere Zeit im gleichen
Gebiet
verweilt, sind Maßnahmen im Herdenschutz und die Information der Bevölkerung
wichtig. Auch im Gebiet der Deutschen Märchenstraße brauche niemand
Angst
vorm Wolf zu haben, betont der NABU. Rotkäppchen sei ein Märchen
aus
vergangener Zeit, das nicht das Verhalten eines frei lebenden Wolfes
widerspiegeln würde. Deshalb könne sich jeder glücklich schätzen,
der einmal
einen Wolf in der Natur zu sehen bekäme.
Für Rückfragen:
Helmut Brücher , Wolfsexperte NABU NRW, mobil: 0172-3140 992
Birgit Beckers, stellv. Vorsitzende NABU NRW, mobil: 0175-61 37 780,
Markus Bathen, Leiter NABU-Projekt "Willkommen Wolf!", mobil: 0172-64
53 537
Das NABU-Projekt "Willkommen Wolf!" wirbt
seit nunmehr vier Jahren mit
unterschiedlichen Kampagnen bundesweit für die Akzeptanz des Wolfes
und für
die gute Nachbarschaft von Mensch und Wolf. Mehr dazu unter
www.willkommen-wolf.de.
Pressemeldung
BUND/LNU/NABU NRW
Nr. 59/09 ---- 11.Dezember 2009
Naturschutz
In NRW droht Chaos im Naturschutzrecht
Naturschutzverbände rügen fehlende Anpassung an Bundesvorgaben
Düsseldorf - Heftig rügen die drei anerkannten Naturschutzverbände
in NRW
der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die Landesgemeinschaft
Naturschutz und Umwelt (LNU) und der Naturschutzbund NABU NRW die
Landesregierung für die bisher nicht erfolgte Anpassung des
Landesnaturschutzrechtes an das neue Bundesnaturschutzgesetz. Der jetzt
eilig auf Initiative der Regierungskoalition eingebrachte Gesetzentwurf zur
Änderung des Landschaftsgesetzes sei nicht nur in der Sache völlig
unbrauchbar, es werde vor allem die Chance vertan, neue rechtliche
Spielräume des Landes zur Weiterentwicklung des Naturschutzrechts zu
nutzen.
Damit drohe ab März 2010 Unsicherheit und Chaos im Naturschutzrecht,
so die
Naturschutzverbände.
"Die nordrhein-westfälische Verwaltung muss sich das geltende
Naturschutzrecht künftig zusammenpuzzeln, weil die Landesregierung es
unterlässt, das Landesnaturschutzgesetz rechtzeitig an das neue Bundesrecht
anzupassen", erklärt Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW.
Am 1.3.2010
trete das neue Bundesnaturschutzrecht in Kraft und damit würden automatisch
mehr als zwei Drittel der NRW-Naturschutzregelungen hinfällig. Aufgabe
der
Landesregierung wäre es, bis dahin das nordrhein-westfälische
Landschaftsgesetz zu novellieren oder zumindest redaktionell zu
überarbeiten. "Während andere Länder ungültige Regelungen
aus ihren
Naturschutzgesetzen streichen, wird in NRW die Entscheidung über die
Fortgeltung von Landesregelungen auf die Verwaltung verschoben", so
Tumbrinck weiter.
Dort müsse man sich ab März mühsam durch einen Abgleich von
Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG), Landschaftsgesetz (LG) und Verfassung
die anzuwendenden Vorschriften zusammensuchen. Dabei handele es sich
keineswegs um eine bloße Fleißarbeit, denn auf Grund komplizierter
Öffnungsklauseln im Bundesrecht und zahlreicher Sonderregelungen im
Landesrecht werde die Rechtslage in einer Vielzahl von Fällen unklar
sein.
"Die in der Koalitionsvereinbarung der Landesregierung angekündigte
Stärkung
der Verwaltung durch den Verzicht auf nicht notwendige Gesetze wird durch
ein solches Vorgehen auf geradezu groteske Weise ad absurdum geführt",
so
Paul Kröfges, Vorsitzender des BUND in NRW. Vorlaufzeit für eine
redaktionelle Anpassung des Landesrechts hätte es jedenfalls ausreichend
gegeben - der Inhalt des neuen BNatSchG stehe seit August 2009 fest.
Vor dem absurdesten Verwaltungsaufwand werde im März die
Straßenbauverwaltung stehen, so BUND, LNU und NABU. Aktuell werden
auf der
Grundlage einer 2009 von der Landesregierung neu gestalteten
Verwaltungsvorschrift zur Anwendung der Eingriffsregelung (ELES) alle großen
Straßenbauverfahren überarbeitet, selbst wenn diese, wie etwa
die A 33
bereits in einem sehr fortgeschrittenen Planungszustand sind. Ab dem
1.3.2010 werde genau bei diesen Verfahren schon wieder eine Korrektur
fällig, da die neue ELES nicht mit den Vorschriften des BNatSchG
übereinstimme. Es sei aus Sicht der Verbände völlig unerklärlich,
weshalb
die Überarbeitungen der betroffenen Straßenbauverfahren nicht
umgehend
gestoppt werden.
Die Naturschutzverbände fordern die Landesregierung daher nicht nur
auf, für
ein vollzugstaugliches Naturschutzrecht zu sorgen, sondern auch, sich
endlich den zentralen Herausforderungen wie dem Erhalt der biologischen
Vielfalt und dem Klimawandel zu stellen. Hier ließen sich z.B. bei
den
Anforderungen an den Biotopverbund, die Gebietsschutzvorschriften und die
Landschaftsplanung entscheidende Weichen stellen.
Für Rückfragen:
Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171-38 67 379
Paul Kröfges, Vorsitzender BUND NRW, mobil: 0173-279 44 89
Die ausführlichen Kritikpunkte von BUND, LNU und NABU NRW zur unterlassenen
Anpassung des Landndesnaturschutzrechts an die Bundesvorgaben können
Sie dem
angehängten Hintergrundpapier entnehmen.
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Hrsg.: NABU NRW Pressestelle
Merowingerstraße 88
40225 Düsseldorf
Tel: 0211/15 92 51-14
Fax: 0211/15 92 51-15
Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de
Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 57/09 ---- 27.November 2009
NABU-Ratgeber
Vögel nur im Winter füttern
Richtiges Füttern hilft und ist ein Naturerlebnis, aber kein Naturschutz
Düsseldorf - Sobald es im Spätherbst draußen ungemütlich
wird, die
Nachttemperaturen auf den Nullgradwert absinken und vielleicht sogar schon
der erste Schnee gefallen ist, fragen sich viele Menschen, was sie für
die
Vogelwelt in ihrer Umgebung tun können. "Natur- und Vogelfreunde
sollten
sich darüber im klaren sein, dass die Vogelfütterung biologisch
nicht
notwendig ist", sagt Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses
Ornithologie im NABU NRW und rät von der Fütterung bei milden Temperaturen
ab. Erst bei Frost und geschlossener Schneedecke könne es zu
Nahrungsengpässen kommen. Dann sei gegen richtiges Füttern nichts
einzuwenden.
Zurzeit sei der Tisch in der Natur noch reich gedeckt. "Amseln finden
Schlehen, Weißdorn und Hagebutten in Hecken und Gebüschen, Bucheckern
und
Samenstände dienen Körnerfressern wie Buchfinken als Nahrungsquelle,
Rotkehlchen und Zaunkönig finden in nicht zurückgeschnittenen Stauden
zahlreiche Insekten und Spinnen" erklärt Jellinghaus. Amsel, Meise
und
Rotkehlchen müssten also jetzt noch nicht ´angefüttert´ werden.
Sie bekämen
schnell mit, wenn eine leicht zugängliche Mahlzeit bereit stehe - auch
ohne
vorhergehendes Training. Zudem könne bei regnerischem Wetter das Futter
schnell feucht werden und schimmeln, und die Tiere am verdorbenen Futter
erkranken.
Besser sei es zu warten, bis draußen Temperaturen wie in einer Tiefkühltruhe
herrschten. Bei solchen Witterungsbedingungen finden die Vögel nur noch
schwer Nahrung. Außerdem verbrauchten die Tiere dann ausgesprochen
viel
Energie, um ihre Körpertemperatur von rund 40°C gegenüber der
Umgebungstemperatur aufrechtzuerhalten. "Wer dann füttert, sollte
darauf
achten, dass die Futtergäste nicht im Futter herumlaufen können
und dieses
verschmutzen", so der NABU-Vogelexperte. Besser sei es, das Futter in
Futtersilos anzubieten. Hier bekämen die Vögel immer nur kleine
Portionen,
die sie direkt aufpicken würden. Wer herkömmliche Futterhäuschen
benutze,
sollte diese regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und nur
wenig Futter
nachlegen. "Außerdem sollte man darauf achten, dass die Futterstelle
an
einer für Vögel überschaubaren Stelle steht, damit Katzen
sich nicht
unbemerkt anschleichen können", so Jellinghaus weiter. Wichtig
sei es auch,
die Futterstelle mindestens zwei Meter von der nächsten Glasscheibe
entfernt
aufzustellen.
"Auf das Überleben von Vogelarten hat die Fütterung aber
praktisch keinen
Einfluss", sagt Jellinghaus. Lediglich etwa 10 bis 15 Arten in unseren
Gärten und Parks käme das Füttern zugute. Einmal abgesehen
vom Spatz würde
man Vogelarten, die im Mittelpunkt von Schutzbemühungen stünden,
wie
beispielsweise die Feldlerche, damit nicht erreichen. Trotzdem sei
Winterfütterung aus einem Grund dennoch sinnvoll. "Menschen können
dabei die
Vögel aus der Nähe beobachten und das sogar mitten in der Stadt.
Sie bringt
dem Menschen die Vogelwelt näher", so Jellinghaus. In einem nächsten
Schritt
würde dann vielleicht der eigene Garten vogelfreundlicher gestaltet.
Das
eine tun und das andere nicht lassen - unter diesem Motto könnten sich
Vogelfütterung und Naturschutz treffen.
Rückfragen:
Bernd Jellinghaus, Sprecher des LFA Ornithologie und Vogelschutz, Tel.:
02333 - 53 49, mobil: 0175 - 45 31 628
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW Tel.: 0211-15 92 51-14
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Hrsg.: NABU NRW Pressestelle
Merowingerstraße 88
40225 Düsseldorf
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Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de
Pressemeldung
NABU NRW
48/09 --- 09.10.2009
NABU und LBV küren Kormoran zum
Vogel des Jahres 2010
Ungeliebter Fischfresser gehört zur heimischen Vogelwelt an Flüssen
und Seen
Berlin/Düsseldorf - Der Naturschutzbund NABU und der Landesbund für
Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben heute in Berlin den
Kormoran zum "Vogel des Jahres 2010" gewählt. Die beiden Verbände
setzen
sich damit offensiv für den Schutz des Kormorans ein, der nach seiner
Rückkehr an deutsche Seen, Flüsse und Küsten wieder zu tausenden
geschossen
und vertrieben wird. "Unter dem Vorwand eines "Kormoran-Managements" haben
nahezu alle Bundesländer, darunter auch Nordrhein-Westfalen, spezielle
Kormoran-Verordnungen erlassen, die den bestehenden Schutz der Vögel
untergraben", erklärt Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses
für Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Diese Verordnungen erlauben
die flächendeckende Tötung von Kormoranen unabhängig von einem
Schadensnachweis an Fischbeständen selbst in Naturschutzgebieten. "Die
Bilanz ist beschämend: Jedes Jahr werden in Deutschland wieder rund
15.000
Kormorane getötet, allein in NRW über 4.000 Kormorane in der letzten
Jagdsaison", so Jellinghaus.
Jahrzehntelang war der Kormoran (Phalacrocorax carbo) aus Deutschland so
gut
wie verschwunden - das Ergebnis intensiver Verfolgung durch Fischer und
Angler. Erst nach konsequentem Schutz durch die EG-Vogelschutzrichtlinie
(1979) leben in Deutschland heute wieder rund 24.000 Brutpaare, davon mehr
als die Hälfte in großen Kolonien nahe der Küste. Im Binnenland
konzentrieren sich die Kormoranbestände auf die großen Flussauen
an Elbe,
Weser und Rhein. So findet sich die größte nordrhein-westfälische
Kormorankolonie auf den Bislicher Inseln am Rhein.
Während sich die Kormoranbestände deutschlandweit stabilisiert
haben, sind
die Zahlen in NRW bereits wieder rückläufig. Wurde hier 2006 mit
rund 1000
Brutpaaren der bisherige Höchststand erfasst, waren es 2009 nur noch
836
Brutpaare - das entspricht in etwa dem Brutpaarbestand von 2003. "Ob
der
Rückgang des Kormoran auf die seit 2006 wieder vom Ministerium erlaubte,
nach Ansicht des NABU widerrechtliche Verfolgung dieses Vogels
zurückzuführen ist oder ob hier auch natürlich Bestandesregulation
eine
Rolle spielt, lässt sich nur schwer beurteilen", so der NABU-Vogelexperte.
Gleichbleibende Abschusszahlen mit entsprechender Auswirkung auf die
Population vorausgesetzt und die Landesregierung könne sich vielleicht
schon
in wenigen Jahren rühmen, dank Kormoranverordnung und -erlass diese
Vogelart
als Brutvogel in NRW wieder an den Rand der Ausrottung getrieben zu haben.
Zumal der Druck der Angler- und Fischereiverbände, den Kormoran in
Schutzgebieten zu verfolgen auch in NRW immer größer wird. Bisher
konnten
entsprechende Anträge zum Beispiel in Minden, Essen, Oberberg oder an
der
Sieg zum Teil nur über den Klageweg erfolgreich durch die
Naturschutzverbände vereitelt werden.
Dabei sei die Rückkehr des Kormorans ein Erfolg für den Vogelschutz,
auf den
man stolz sein könne. Berufsfischer und Angler versuchten jedoch, die
Vertreter von Politik und Behörden von angeblich massiven wirtschaftlichen
Schäden und der Bedrohung einzelner Fischarten durch den Vogel zu
überzeugen. Doch Kormorane vernichteten keine natürlichen Fischbestände
und
gefährdeten langfristig auch keine Fischarten. Vielmehr käme es
darauf an,
sich für die ökologische Verbesserung der Gewässer einzusetzen,
um allen
heimischen Fischen und Wasservögeln Lebensraum zu bieten. Jellinghaus: "Auch
eine fischfressende Vogelarten wie der Kormoran ist ein natürlicher
Bestandteil unserer Gewässerökosysteme und als solcher zu akzeptieren."
Daher würden NABU und LBV eine flächendeckende Regulierung der
Kormoranbestände auch grundsätzlich ablehnen. Denn es gäbe
Alternativen.
Eine zeitgemäße Strategie sei die Schaffung von Ruhezonen. So
werden die
Wasservögel an Orte gelenkt, an denen sie sich von reichhaltigen
Fischbeständen ernähren können - dazu zählen größere
Stillgewässer und
Flüsse ebenso wie die Küste. Dadurch verringere sich der Druck
auf
Fischzuchtanlagen oder die Rückzugsräume seltener Fischarten. "An
Fischzuchtanlagen bzw. in Zentren der Teichwirtschaft können gebietsweise
Probleme durch den Kormoran auftreten", räumt Jellinghaus ein.
Dort müssten
gemeinsam vor Ort Lösungen gefunden werden, wirtschaftliche Schäden
durch
Kormorane zu verhindern, ohne den natürlichen Bestand der Vogelart erneut
zu
gefährden. Fischteiche könnten z.B. durch das Überspannen
mit weitmaschigen
und gut sichtbaren Drahtnetzen sowie durch optisches und akustisches
Vertreiben wirksam geschützt werden.
Der NABU-NRW fordere die NRW-Landesregierung daher auf, den Kormoran wieder
ganzjährig zu schonen und die Bestandsentwicklung nach den Rückgängen
der
letzten Jahre erst einmal zu analysieren. "Mit der Ernennung des Kormorans
zum Vogel des Jahres 2010 wollen wir zeigen, was getan werden kann, um
Kormoranen und Fischern eine Zukunft an unseren Gewässern zu sichern.
Der
Umgang mit dem Kormoran ist ein Prüfstein für einen umsichtigen
Artenschutz
in Deutschland und Europa", erklärt Jellinghaus.
Für Rückfragen:
Bernd Jellinghaus, Sprecher LFA Ornithologie im NABU NRW, mobil: 0175-45
31
628,
Heinz Kowalski, stellv. Vorsitzender NABU NRW, Tel.: 0221-27 180-101,
Dr. Markus Nipkow, NABU-Vogelschutzexperte, Tel. 030-28 49 84-16 20 Handy
01
72-9 10 82 75
Im Internet ist der Kormoran unter www.NABU.de, www.LBV.de oder
www.Vogel-des-Jahres.de zu finden.
Unter www.nabu-nrw.de/themen/jagd/kormoran/ finden Sie die Erlasse und
Verordnungen der nordrhein-westfälischen Landesregierung zum Kormoran,
die
Positionen des NABU NRW dazu sowie die aktuellen Bestandes- und
Abschusszahlen.
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NABU NRW Pressestelle
Merowingerstraße 88
40225 Düsseldorf
Tel: 0211/15 92 51-14
Fax: 0211/15 92 51-15
Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de
NABU-Beobachtungstipp für Oktober
Faszinierendes Schauspiel
NABU NRW: Vogelzug ist jetzt in vollem Gange
Düsseldorf - Das faszinierende Schauspiel des Vogelzugs begeistert
in jedem
Herbst zahlreiche Vogelfreunde. Jetzt ist es wieder so weit: Mehr als 50
Millionen Zugvögel verlassen in den nächsten Tagen und Wochen ihre
Brutgebiete in Deutschland, um eine Reise in wärmere Gefilde anzutreten.
Eine noch größere Zahl wird Deutschland und damit auch Nordrhein-Westfalen
überqueren und an geeigneten Rastplätzen wie dem ´Unteren Niederrhein´,
der
´Weserstaustufe Schlüsselburg´ oder den ´Rieselfeldern
Münster´ auftanken,
weiterziehen oder aber auch den Winter über Station machen.
"Jetzt ist Hauptzugzeit und die zahlreichen sogenannten Durchzügler
aus
Osteuropa, Sibirien oder Skandinavien, die Nordrhein-Westfalen überqueren,
lassen sich besonders gut beobachten", weiß Bernd Jellinghaus,
Sprecher des
Landesfachausschusses für Ornithologie und Vogelschutz des NABU NRW.
So
seien häufig mehrere Entenarten wie Krick-, Knäk-, Löffel-
und
Schnatterenten gleichzeitig an einem Rastplatz zu sehen, aber auch
Seltenheiten wie Prachttaucher, Zwerggans und Regenbrachvogel könne
man mit
etwas Glück sichten.
Auch die ersten Wintergäste würden nun hier eintreffen, wie beispielsweise
die Wildgänse, die sich alljährlich in großen Scharen am
Niederrhein
versammeln. "Mit nur wenigen Gramm Fett als ,Treibstoff´ legen
sie Tausende
von Kilometern zurück und tanken hier neue Energie", so Jellinghaus
weiter.
Weniger spektakulär sei der Zuzug von Erlenzeisigen. "Wer im Herbst
und
Winter einen Trupp kleiner gelber Vögel im Garten oder Park erblickt,
der
lautstark in den Zweigen turnt und sich über die Baumsamen hermacht,
hat
Vertreter dieser Art vor sich", sagt der NABU-Vogelexperte. Sie verstärkten
die Wintermonate über die auch hier lebende, allerdings sehr kleine
Population.
Während es sich die Gäste aus dem Norden und Osten den Winter über
hier
gemütlich machen würden, zöge es zahlreiche heimische Arten
in den Süden.
"Vor allem der Mangel an Insekten in der kalten Jahreszeit, die Hauptnahrung
vieler unserer heimischen Singvögel, veranlasst diese in den Süden
zu
ziehen", erklärt Jellinghaus. Manche Arten würden dabei sehr
zügig in ihr
Wintergebiet ziehen, andere ließen sich dazu monatelang Zeit. So komme
der
Sumpfrohrsänger erst ein halbes Jahr nach seinem Abflug Anfang September
in
Südafrika an, weil er in Nordafrika eine längere Pause mache und
dann
weiterbummeln" würde. Und längst nicht alle Vögel würden
in Afrika
überwintern. Jellinghaus: "Kurzstreckenzieher wie der Hausrotschwanz
sind
bereits im Mittelmeergebiet am Ziel ihrer Wünsche." Besonders gut
ließen
sich zurzeit die Vorbereitungen der Stare für ihren Abflug verfolgen:
Sie
würden sich allabendlich an ihren Schlafplätzen zu riesigen Schwärmen,
die
mehrere Tausend Tiere umfassen könnten, zusammenfinden. Ab Oktober machten
die Stare sich dann auf den Weg in ihre Winterquartiere nach Südwesteuropa.
"Aufgrund der immer milderen Winter bleiben aber auch immer mehr Stare
hier", so Jellinghaus.
Wer schon immer wissen wollte, was zur Zugzeit an Vogelschwärmen zu
beobachten ist, der hat in diesem Jahr am 3./4. Oktober Gelegenheit, den
Vogelzug live mitzuerleben. Zum EuroBirdWatch bietet der NABU bundesweit
zahlreiche Exkursionen an. Alle Beobachtungsergebnisse werden gesammelt,
ausgewertet und dann dem europäischen Dachverband BirdLife International
zur
Verfügung gestellt. Unter www.NABU.de gibt es die Möglichkeit zur
direkten
Online-Eingabe der Zugvogelbeobachtungen. Hier findet sich auch eine
aktuelle bundesweite Terminübersicht zum BirdWatch.
Für Rückfragen:
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW Tel.: 0211-15 92 51-14,
Bernd Jellinghaus, LFA für Ornithologie und Vogelschutz, Tel.:02333/
53 49,
mobil: 0175/ 45 31 628
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NABU NRW Pressestelle
Merowingerstraße 88
40225 Düsseldorf
Tel: 0211/15 92 51-14
Fax: 0211/15 92 51-15
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Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 39/09 ---- 02.September 2009
Umwelt/Verbände
NABU NRW mit erfreulicher Bilanz 2008
Klimawandel, Energieversorgung und Artenschutz bleiben die Herausforderungen
Düsseldorf - Der Naturschutzbund NABU NRW kann weiterhin auf Unterstützung
in der Bevölkerung bauen. Das zeigt der aktuelle Jahresbericht 2008,
den der
NABU heute der Öffentlichkeit in Düsseldorf präsentierte.
Rund 55.000
Mitglieder machen den NABU nach wie vor zum mit Abstand stärksten
Naturschutzverband in NRW. Die Mitgliedsbeiträge in Höhe von insgesamt
547.000 ? sind nicht nur die bedeutendste Einnahmequelle, sie sichern dem
Verband auch seine Unabhängigkeit von öffentlichen Geldern. "Diese
Anerkennung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist nicht
selbstverständlich. Sie stärkt uns aber den Rücken, auch unter
anhaltend
schwierigen politischen Bedingungen weiterhin auf allen Ebenen für Natur
und
Umwelt aktiv zu sein", so Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW.
Garant
für die bisher erfolgreiche und auch zukünftige Naturschutzarbeit
auf allen
Ebenen sei und bleibe dabei die breite ehrenamtliche Basis. Die helfe im
Kleinen wie im Großen und mache auch in der Politik Eindruck.
Beherrschendes Thema des Jahres 2008 war aus NABU-Sicht der Schutz der
biologischen Vielfalt.Der NABU NRW nutzte die Weltnaturschutzkonferenz in
Bonn im Mai 2008, um den recht abstrakten Begriff "Biologische Vielfalt"
anhand der eigenen Artenschutzprojekte vor Ort greifbar zu machen und die
Bemühungen zu diesem Thema auch hier vor der eigenen Haustür zu
konkretisieren. So gilt das Jahr 2008 in der über 20jährigen Geschichte
der
AG Wanderfalkenschutz mit 232 ausgeflogenen Jungfalken - 58 mehr als im
Vorjahr - als das bisher erfolgreichste Jahr überhaupt. Im Großen
Torfmoor
im Kreis Minden-Lübbecke gab es die erste erfolgreiche Kranichbrut in
NRW,
weil der NABU vor Ort mit Hilfe von EU- und Landesmitteln das Gebiet in den
letzten Jahren entscheidend verbessern konnte. Überzeugend waren auch
die
Aktivitäten der NABU-Gruppen vor Ort: Allein im Vorfeld der Konferenz
fanden
über 50 verschiedene Frühjahrs-Veranstaltungen statt, die speziell
auf
dieses Thema und die internationale Konferenz hingewiesen haben. Die
Konferenz blieb insgesamt allerdings hinter den Erwartungen zurück. "Das
eigentliche Ziel, verbindliche Maßnahmen gegen den weltweiten Artenverlust
bis 2010 zu vereinbaren, wurde nicht erreicht", sagte Tumbrinck.
Mit Blick auf die zurückliegende Natur- und Umweltschutzpolitik des
Landes
zog der NABU-Landeschef eine eher verhaltene Bilanz. "Das vergangene
Jahr
wird in die Annalen der Geschichte von NRW als das Jahr eingehen, in dem
das
Land begonnen hat in großem Stil seinen Staatswald zu verkaufen, um
Haushaltslöcher zu stopfen", erklärte Tumbrinck. 2650 ha zusammenhängender
teils hochgradig wertvoller Flächen in der Eifel wurden an die private
Bofrost-Stiftung verkauft. "Dieser Verkauf hätte bei etwas gutem
Willen
vermieden werden können, zumal der NABU erfolglos Alternativen aufgezeigt
hatte, die große Teile des Waldes in eine Naturschutzstiftung überführt
hätten", so Tumbrinck weiter. Nun stelle sich der NABU besorgt
die Frage:
Wann geht es wo mit dem Ausverkauf des Staatswaldes weiter?
2008 war auch gekennzeichnet von der vom NABU organisierten massiven
Auseinandersetzung ge-gen den ausufernden Kiesabbau am gesamten Niederrhein.
Der Protest mündete in dem so genann-ten "Niederrhein-Appell",
den
zahlreiche Organisationen, Bürgerinitiativen und Parteien vor Ort
untertützten. Mit diesem Forderungskatalog gelang es, den Widerstand
zu
koordinieren und Bezirks- und Landesregierung zu sensibilisieren. "Leider
nur bedingt erfolgreich, denn die aktuelle Überarbeitung des
Landesentwicklungsplanes 2025 stärkt unsere Befürchtung, dass
Wirtschaftsministerin Thoben, die Planungshoheit des Landes nutzt, um dem
ungehemmten Kiesabbau Tür und Tor noch weiter zu öffnen als bisher",
so
Tumbrinck .
Als ´ambitioniert aber untauglich´ bezeichnete Tumbrinck Ende
April 2008 die
Energie- und Klima-schutzstrategie der Landesregierung. Auch daran habe sich
bisher nicht viel geändert. Um das Reduktionsziel zu erreichen setze
die
Landesregierung nach wie vor auf den Bau weiterer Großkraftwerke und
freiwillige Vereinbarungen mit den Großkonzernen. Der Ausbau der
Kraft-Wärme-Kopplung und der erneuerbaren Energien bleibe weiterhin
hinter
den in heutigen Zeiten notwendigen Erfordernissen und Möglichkeiten
zurück.
Dies sei klimapolitisch unverantwortlich. Der einzige Weg zu einer
nachhaltigen Form der Energieerzeugung sei der naturverträgliche Ausbau
erneuerbarer Energien sowie mehr Effizienz. Für dieses Ziel engagiert
sich
der NABU NRW weiter in der klima-allianz nrw: Zum Einen durch die
Verhinderung von neuen Kohlekraftwerken zum Anderen durch den Start der
Kampagne "40% auf Alles", mit der die Kommunen aufgefordert werden,
sich
verbindlich für die Reduktion von Treibhausgasen einzusetzen.
"Die Klimapolitik, die Zerstörung der niederrheinischen Landschaft
durch den
Kiesabbau und der Aus-verkauf des heimischen Naturerbes unter anderem in
Form des Waldverkaufs wird uns auch zukünftig weiter beschäftigen",
so der
NABU-Vorsitzende. Das Land beschreite hier weiterhin einen Weg, der mit den
eigenen Zielvorgaben, zu der sich die Landesregierung mit dem Beitritt zum
Countdown 2010-Prozess verpflichtet habe, nicht vereinbar wäre.
2008 sei aber auch das Jahr gewesen, in dem die endgültige Sicherung
des
Vogelschutzgebietes Unterer Niederrhein in einer wieder vergrößerten
Kulisse
von ca. 26.000 ha durch Verhandlungen unter Beteiligung des NABU in Brüssel
näher gerückt ist. Zwar erfüllte die daraufhin erfolgte Nachmeldung
von
EU-Vogelschutzflächen bei weitem nicht die Forderungen des
NABU-Landesverbandes, es besteht jetzt aber die Chance, die jahrzehntelange
schleichende Verschlechterung des Gebietes durch einen Aktionsplan in den
kommenden Jahren ins Positive zu kehren.
Erfreulich sei zudem, dass der Naturschutzetat um 5,7 Mio. auf 18,2 Mio.
?
gestiegen ist. Außerdem könnten viele weitere Maßnahmen
durch die geschickte
Nutzung von EU-Mitteln im Programm Ländlicher Raum finanziert werden.
Für
Agrar-Umwelt-Maßnahmen und den Schutz des ländlichen Erbes stünden
fast 50
Mio. ? zur Verfügung.
Eine ausnehmend positive Entwicklung innerhalb des Verbandes nahm die
NABU-Stiftung Naturerbe NRW. Das Vermögen der Landesstiftung des NABU
konnte
um 70.000 ? auf rund 440.000 ? gesteigert werden. Außerdem wurde für
den
Schutz des Laubfrosches zusammen mit der NABU-Naturschutzstation Münsterland
der zehnte Fonds unter dem Dach der Stiftung eingerichtet und mit
Finanzmitteln ausgestattet.
Für Rückfragen:
Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171-3867379,
Bernhard Kamp, Geschäftsführer NABU NRW, 0211-15 92 51-11,
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW, 0211-159251-14, mobil 0173-7518333
Den vollständigen Jahresbericht finden Sie auch im Internet unter
www.nabu-nrw.de/info.
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Pressemeldung
NABU NRW
35/09 ---- 13. August 2009
Artenschutz
Willkommen daheim Luchs!
NABU: Land darf Rückkehr der heimlichen Katze nicht länger totschweigen
Düsseldorf - Angesichts des erneuten Luchsnachweises durch einen Jäger
in
Ostwestfalen-Lippe hält der NABU Landesverband NRW die Zeit für
reif, der
hier vor 140 Jahren ausgerotteten Großkatze endlich die Chance für
ein
wirkliches Come-back zu bieten und alle Anstrengungen zu ihrem Schutz zu
unternehmen, wie sie eine EU-Richtlinie ausdrücklich von den
Mitgliedsstaaten fordert. "In Nordrhein-Westfalen darf es nicht, wie
derzeit
in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu einer zweiten Ausrottungsphase
kommen", sagte NABU-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck. Er forderte
alle
Beteiligten dazu auf, den Luchs in NRW auch politisch zu fördern statt
ihn
wie bisher "totzuschweigen".
Umweltminister Eckhard Uhlenberg, der öffentlich in zahlreichen Vorträgen
und Aufsätzen für Erhalt und Rückkehr einer artenreichen Tier-
und
Pflanzenwelt in NRW eintrete, werde seine Worte daran messen lassen müssen,
wie er mit den Luchsen im Lande umgeht. Schäfer und Jäger, die
Verluste in
ihren Herden oder beim Wildbestand befürchteten, dürften nicht
allein
gelassen werden. "Offenlegung der gesammelten Daten, fairer
Schadensausgleich, Information, Konfliktmanagement und ein koordiniertes
Handeln mit den Nachbarländern sind Grundvoraussetzungen dafür,
dass die
schöne große Katze bei uns wieder ungefährdet jagen kann",
so Tumbrinck
weiter. Als positiven Ansatz werte der NABU daher die kürzlich von Minister
Uhlenberg getroffene Zusage zur Wiedereinberufung des Luchsarbeitskreises
und Veröffentlichung der aktuellen Luchszahlen in NRW.
Denn es bestehe kein Zweifel daran - Nordrhein-Westfalen sei wieder die
Heimat wild lebender Luchse. Neben den jüngsten Schnappschüssen
aus
Ostwestfalen gebe es allein in diesem Sommer mehrere weitere
Luchssichtungen: Vor wenigen Wochen sah ein anderer Jäger nahe der
Landesgrenze bei Prüm (Eifel) angeblich einen Luchs, dessen Verhalten
sogar
die Nähe eines oder mehrerer Jungtiere nahelegte. Im Internet präsentierte
am 30. Juni Henk Freriks, ein Jäger aus Heerlen (Niederlande) ein
Luchs-Foto, angeblich aus der grenznahen belgischen Eifel. Und bei der
nordrhein-westfälischen Sammelstelle für Luchs-Sichtungen, der
Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung des Landes
in
Bonn-Pützchen werde die Anzahl der hier inzwischen heimischen scheuen
Katzen
inoffiziell auf drei bis sieben Exemplare geschätzt mit Schwerpunkt
"Westwall" in der Eifel.
"Größte Gefahr droht dem Heimkehrer Luchs durch Jagdwilderei
und Verkehr. Um
auf solche Art und Weise entstandene Verluste wettmachen zu können und
einer
neuerlichen Ausrottung zu entgehen, müssen die Luchse allerdings in
die Lage
versetzt werden, ausreichend Nachwuchs produzieren zu können",
so Bernd
Fuhs, Sprecher des Landesfachausschusses Naturschutz und Jagd des NABU NRW.
Obwohl in den vergangenen Jahren zweimal Jungluchse gesichtet worden seien,
sei der Bestand nach Auffassung von Experten für ein längerfristiges
Überleben in den großen Waldbereichen von Eifel und Sauerland noch
zu
gering.
Für Rückfragen:
Bernd Fuhs, Sprecher LFA Naturschutz und Jagd, Tel.: 02226 - 13101
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Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 30/09 ---- 16.Juni 2009
Artenschutz
Viele Schwalbennester sind leer geblieben
NABU ruft zur Meldung von Mehl- und Rauchschwalben auf
Düsseldorf - Wo bleiben die Mehlschwalben? Warum werden die Nester,
die seit
vielen Jahren stets voll belegt waren, dieses Jahr nicht genutzt? Was ist
passiert mit unseren Schwalben? Diese und ähnliche Fragen besorgter
Bürger
werden dem NABU seit einigen Wochen häufiger gestellt. Denn viele Nester
sind in diesem Frühjahr leer geblieben oder es sind mancherorts gar
keine
Schwalben mehr eingetroffen. "Wir nehmen diese Meldungen sehr ernst,
denn
leider bestätigen sie die Beobachtungen von Vogelkundlern in ganz
Nordrhein-Westfalen, dass die Schwalbenbestände bereits seit Jahren
stark
rückläufig sind," sagt Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses
für Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Deshalb ruft der NABU
alle
Bürger auf, Mehl- und Rauchschwalbenvorkommen, aber auch alle leer
gebliebenen Kolonien, zu melden.
Dieses Jahr seien zwar einige Mehlschwalben sehr spät eingetroffen
und
hätten daher erst mit erheblicher Verzögerung mit dem Nestbau und
der Brut
begonnen. Aber überall dort, wo die Nester jetzt noch unbesetzt seien,
könnte man davon ausgehen, dass die Brutstätte ungenutzt bliebe. "Für
Ornithologen sind aber auch Meldungen von verwaisten Brutkolonien wichtig,
da man so einen genaueren Überblick darüber erhält, wie stark
der Rückgang
tatsächlich ist", so Jellinghaus. Wichtig bei einer Meldung an
den NABU
seien die Angaben zur Schwalbenart sowie die Zahl der besetzten
beziehungsweise unbesetzten Nester. Auch wer Kenntnisse über
verlorengegangene Brutkolonien beispielsweise durch eine Haussanierung
hätte, könne dies unter info@nabu-nrw.de melden.
Dabei seien die Tiere auch von Laien recht leicht auseinanderzuhalten:
Rauchschwalben seien an der rotbraunen Stirn und Kehle, sowie den langen,
spießförmigen Schwanzfedern leicht zu erkennen. Sie bauen ihr
napfförmiges,
offenes Lehmnest in der Regel im Innern von Gebäuden. Mehlschwalben
hätten
eine auffallend weiße Unterseite und einen weißen Bürzel
(verlängerter
Rücken) sowie einen kurzen gegabelten Schwanz. Sie bauen ein bis auf
das
Flugloch geschlossenes Lehmnest an den Außenseiten der Gebäude
und brüten
meist in Kolonien.
"Fehlende Brutmöglichkeiten und der Rückgang der Nahrungsgrundlage
sind
Gründe für den Rückgang unserer Schwalben", weiß der
NABU-Vogelexperte.
Während Hausbesitzer oft ohne Kenntnis der Rechtslage bei einer
Haussanierung die Nester der Mehlschwalben zerstörten, verschlössen
besorgte
Landwirte den Rauchschwalben ihre Ställe, um EU-Hygieneanforderungen
gerecht
zu werden. "Die Nester der kleinen Koloniebrüter sind nach dem
Bundesnaturschutzgesetz allerdings geschützt und dürfen grundsätzlich
nicht
beschädigt oder abgeschlagen werden. Auch der Zugang zu bestehenden
und
genutzten Nestern darf nicht versperrt werden", erklärt Jellinghaus.
Traurige Konsequenz der sich ständig verschlechternden Lebensbedingungen:
In
der kürzlich veröffentlichten neuen Roten Liste der Brutvögel
Nordrhein-Westfalens wird nun auch die Mehlschwalbe als gefährdet
eingestuft. Das gilt für die Rauchschwalbe schon länger.
Für Rückfragen:
Bernd Jellinghaus, LFA Ornithologie NABU NRW, mobil: 0175-45 31 628
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW, 0211-159251-14
www.nabu-nrw.de
Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 31/09 ---- 29.Juni 2009
Umwelt / Vögel
Rätselhaftes Grünfinkensterben
NABU bittet Bevölkerung um Mithilfe
Düsseldorf/Berlin - Ein rätselhaftes Vogel-Sterben beunruhigt
derzeit viele
Menschen. Zunächst in Schleswig-Holstein, dann auch in Niedersachen
und
Nordrhein-Westfalen fanden Vogelfreunde seit Anfang Mai immer öfter
sterbende und tote Grünfinken an künstlichen Futterstellen. Jetzt
liegen
auch Funde aus Sachsen und Bayern vor, womit das Phänomen womöglich
bundesweit auftritt. Der NABU will die Umstände des qualvollen Todes
vieler
unserer Singvögel dokumentieren und die Hintergründe gemeinsam
mit
Veterinären aufklären.
Zunächst wurden dem NABU vor allem tote Vögel aus Schleswig-Holstein
gemeldet. An vielen Futterstellen, die Naturfreunde auch im Sommer
betrieben, waren tote Grünfinken aufgefunden worden, ohne dass der Grund
dafür ersichtlich war. Futterproben und tote Vögel gelangten schließlich
auf
Bitten des NABU an das Landeslabor in Neumünster, das die Tiere untersuchte.
Veterinäre gehen derzeit von einem Befall mit Trichomonas gallinae
aus. Der
Einzeller, ein kleines Geißeltierchen, wurde kürzlich in Nordrhein-Westfalen
vom Staatlichen Veterinärmedizinischen Untersuchungsamt in Arnsberg
bei
Untersuchungen an toten Grünfinken nachgewiesen. 2008 konnten bereits
Trichomonaden bei Grünfinken in Norwegen, Irland, England und Schottland
bestätigt werden. Der Erreger verursacht Entzündungen des Rachen
und
Schlundes. Ähnliche Befunde können bei Singvögeln aber auch
durch
Salmonellen hervorgerufen werden. Es sind daher in jedem Fall weitergehende
Untersuchungen zur Klärung der Veränderungen erforderlich. Wichtig
ist die
Einsendung frisch toter Vögel.
Erkrankte Tiere zeigen gelbliche Beläge auf der Schleimhaut des Schlundes
und vereinzelt auch des Rachens. Der Schnabel ist verklebt. Häufig finden
sich noch Körner im erweiterten Schlund. Die Tiere sind kurzatmig und
wirken
matt, apathisch und schlafen überdurchschnittlich viel. Ihr Gefieder
ist
meist stark aufgeplustert. In der Regel sterben die Tiere nach kurzer
Krankheitsdauer an der Infektion. Andere Arten wie Buchfink, Gimpel,
Stieglitz und Kernbeißer sind aktuell ebenfalls betroffen. Trichomonadosen
sind ebenfalls von Tauben ("gelber Knopf"), Hühnern und Greifvögeln
bekannt.
Sie sind hochgradig infektiös und übertragen sich rasch von einem
Tier auf
das andere. Für Menschen ist der Erreger dagegen harmlos.
Zur Aufklärung des Massensterbens von Grünfinken bittet der NABU
die
Bevölkerung um Mithilfe. Wer selbst tote Vögel gefunden hat, wird
gebeten,
dies dem NABU unter Beantwortung einiger Fragen zur Situation am Fundort
umgehend über die Internetseite http://Gruenfinken.NABU-SH.de zu melden.
Sterbende und frisch tote Finken, die unter ähnlichen Bedingungen gefunden
wurden, sollten zum Nachweis des Erregers unverzüglich den
Veterinärmedizinischen Untersuchungsämtern der Länder gebracht
werden.
Für Rückfragen:
NABU Schleswig-Holstein, Ingo Ludwichowski, Tel. 04321-953073
Staatliches veterinärmedizinisches Untersuchungsamt Arnsberg, Dr. Martin
Peters, Tel. 02931-809256
Dr. Markus Nipkow, NABU-Vogelschutzexperte, Tel. 030-284984-1620
Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 25/09 ---- 05.Mai 2009
NABU-Ratgeber
Klein und scheinbar einsam, aber nicht verlassen
NABU: Aus dem Nest gefallene Jungvögel nicht aufnehmen
Düsseldorf - Zurzeit tschirpt und piept es überall in Nistkästen,
Hecken und
Gebüschen. Mit zarten Stimmchen bettelt der Vogelnachwuchs vehement
um
Futter und die ersten Jungvögel verlassen bereits das sichere Nest.
Der
Naturschutzbund NABU appelliert an die Bevölkerung einsam und hilflos
wirkende Jungvögel nicht gleich aufzunehmen, sondern sie an Ort und
Stelle
zu belassen. Nur ganz selten handele es sich bei gefundenen Jungvögeln
am
Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen.
Der Schein trüge häufig, denn die Jungen mancher Vogelarten wie
Enten,
Kiebitze oder Amseln verließen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder
vollständig ausgebildet sei. Die unerfahrenen und im Fliegen noch etwas
ungeübten ´Nestflüchter´ sitzen dann im halbhohen Geäst
oder auf dem Boden.
Dort werden sie aber weiterhin von ihren Eltern versorgt.
Damit sie nicht verloren gingen, ließen die Jungvögel jedoch
fast unablässig
so genannte ´Standortlaute´ hören. In diesem Stadium fallen
sie nicht selten
natürlichen Feinden zum Opfer, aber auch viele Menschen werden dann
auf sie
aufmerksam. Lediglich wenn Gefahr im Verzug sei, wenn Jungtiere
beispielsweise auf der Straße säßen, sollte man jedoch eingreifen
und die
Jungtiere an einem geschützten Ort nicht zu weit vom Fundort entfernt
wieder
absetzen. Dabei könne man junge Vögel ohne Probleme berühren,
da der
Geruchssinn bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren nur sehr gering
ausgeprägt sei. Vogeleltern nehmen ihre Brut problemlos wieder an. Deswegen
könne man auch noch jüngere, nackte Vogelkinder einfach wieder
in ihr Nest
zurücklegen.
Nur ganz selten sei es so, dass Jungtiere tatsächlich verlassen sind.
Bestehe nach längerer Beobachtung kein Zweifel mehr, dass das Junge
nicht
mehr von den Eltern versorgt werde und sei es zudem verletzt, ist es ratsam
den Findling in die Obhut der nächstgelegenen Tierpflegestation zu geben
-
dies gelte insbesondere für die Jungtiere seltener und geschützter
Arten.
Hier könne das Tier fachmännisch versorgt werden. Wer einen Jungvogel
dennoch aufnehme, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es nur selten
gelingt, ´wilde´ Tiere aufzuziehen und auf die Rückkehr
in die Natur
vorzubereiten. Die beste Hilfe für alle Tierkinder sei immer noch ein
lebensfreundliches, also naturnahes Umfeld, in dem sie auch bei ihren ersten
Ausflügen ausreichend Schutz fänden.
Für Rückfragen:
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW, 0211-159251-14
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NABU NRW
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Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 12/09 ---- 05. März 2009
Amphibienschutz
NABU warnt vor liebestrunkenen Verkehrsteilnehmern
Erste Frösche, Kröten und Molche sind unterwegs
Düsseldorf - Grasfrösche und Teichmolche in Wesel, Erdkröten
und
Feuersalamander in Bonn: Gut vier Wochen später als im letzten Jahr
verlassen nun die ersten Amphibien ihre Winterquartiere und begeben sich
auf
den Weg in die Laichgewässer. "Die große Wanderwelle ist
es noch nicht, aber
es sind Amphibien unterwegs", sagt Arndt Kleinherbers, Sprecher des
Landesfachausschuss Amphibienschutz im NABU NRW. In den nächsten Tagen
sei
mit einer deutlichen Zunahme der Wanderungen zu rechnen, sofern die
Witterungsbedingungen mild und feucht blieben. Da Warnschilder und
Krötenzäune noch nicht überall aktiviert seien, bitte der
NABU die
Autofahrer um besonders vorsichtige Fahrweise. Betroffen seien bisher
ausschließlich die Niederungen.
Hunderttausende Tiere sterben jedes Jahr auf den Straßen im Land. "Das
gilt
nicht nur für die Hauptwanderzeit. Das ganze Jahr über werden Frösche
und
Kröten von Autos überrollt", erklärt Kleinherbers. Selbst
wenn die Reifen
das Tier nicht treffen würden, allein der Strömungsdruck des vorbeifahrenden
Autos wirke oft tödlich. Von der Landespolitik fordere der NABU deshalb
mehr
Engagement für den Amphibienschutz. So dürften keine neuen Straßen
die
Wandergebiete zerschneiden und bestehende Straßen müssten an kritischen
Stellen durch Grünbrücken und andere geeignete Querungshilfen entschärft
werden.
Zu den Regionen mit generell zeitigem Wanderbeginn gehören aufgrund
des
atlantisch geprägten Klimas der Niederrhein und die westfälische
Bucht. In
Bonn-Oberkassel fanden sich denn auch bereits in der Nacht von
Karnevalssamstag auf Sonntag die ersten zwei Erdkrötenmännchen
und ein
jugendlicher Feuersalamander in den von der Biologischen Station Bonn
eingegrabenen Fangeimern. Einige Kilometer weiter nordöstlich in Rösrath
wurden einzelne überfahrene Erdkröten gemeldet, wobei die Zäune
auch dort
inzwischen installiert sind. Weitere Amphibiensichtungen liegen aus Wesel
am
Niederrhein vor. Hier sind bereits Grasfrösche, Erdkröten, Kamm-
und
Teichmolche aktiv. Dementsprechend wurden die Eimerfallen an den Fangzäunen
geöffnet und Straßen gesperrt.
Für Rückfragen:
Arndt Kleinherbers, LFA Amphibienschutz NABU NRW, Tel.: 02852 56 56
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Pressemeldung
NABU NRW
Nr. 11/09 --- 27. Februar 2009
NABU-Beobachtungstipp für März
Hochbetrieb am Himmel über NRW
NABU: Zugvögel läuten den Frühling ein
Düsseldorf - Obwohl der Winter noch nicht richtig lockerlassen will,
deuten
die ersten heimkehrenden Zugvögel bereits auf das bevorstehende Ende
der
kalten Jahreszeit hin. So wurden in den letzten Wochen Feldlerchen und
Kiebitze bei ihrer Rückkehr beobachtet. "Besonders auffällig
sind zurzeit
die Kraniche, die in keilförmigen Formationen über Nordrhein-Westfalen
fliegen", sagt Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses
für
Ornithologie und Vogelschutz des NABU NRW. Die Köln-Bonner Bucht, die
Eifel
und die Region Aachen liegen direkt unter dem westlichen Hauptzugweg der
großen schlanken Vögel. Die ersten Kraniche wurden bereits Mitte
Februar im
Raum Bonn auf ihrer Reise Richtung Nordosten gesichtet. Jüngste Meldungen
auch größerer Trupps liegen aus Köln aber auch vom Niederrhein
vor.
"Im langjährigen statistischen Mittel findet der Hauptzug über
der Kölner
Bucht zwischen dem 5. und 13. März statt", so Jellinghaus weiter
Den
bisherigen Kranich-Beobachtungsrekord hielten Naturschützer des NABU
Aachen:
Zwischen dem 5. und 13. März 1991 beobachteten sie über 8.000 Kraniche
in
der Region. Die Vögel verbrächten die Wintermonate überwiegend
im sonnigen
Spanien oder in Frankreich. Ihr wichtigstes Überwinterungsgebiet liege
in
der Extremadura im Westen Spaniens. Dort suchten die Vögel in den lichten
mediterranen Eichenwäldern nach den Früchten der Stein- und Korkeichen.
Auf
dem Rückweg in ihre Brutgebiete durchquerten die Kraniche Deutschland
auf
einem recht schmalen Korridor in Richtung vorpommernsche Boddenlandschaft.
Und weitere Vogelscharen würden in den nächsten Wochen zurückerwartet:
Auch
Mönchsgrasmücken, Singdrosseln und Buchfinkenweibchen kehrten jetzt
in ihre
Brutgebiete zurück. "Die Vögel, die nun aus ihren Winterquartieren
heimkehren, sind so genannte Kurzstreckenzieher. Sie verbringen die kalte
Jahreszeit in Südeuropa. Erst später im April oder Mai treffen
die
Langstreckenzieher aus Afrika bei uns ein", erklärt der NABU-Vogelexperte
Zu
ihnen zählte zum Beispiel der Mauersegler, der in Südafrika überwintert
und
als einer der letzten Zugvögel zurück nach Deutschland kommt. Während
viele
Zugvögel nun aus dem Süden heimkehren, verlassen einige andere
NRW im
Gegenzug. Wildgänse, die am Niederrhein überwinterten, würden
bald in
Richtung Norden nach Skandinavien oder Sibirien aufbrechen.
Doch nicht nur die Heimkehrer ließen im Frühling Gärten
und Parks zum Leben
erwachen, auch die Vögel, die den Winter hier bei uns verbrächten,
machten
sich jetzt wieder lautstark bemerkbar. Dazu zählten zum Beispiel Buchfinken,
Kleiber, Kohlmeise, Zaunkönig, Heckenbraunelle und Amsel. Während
des
Winters verhielten sie sich weitgehend ruhig, um Energie zum Überleben
zu
sparen. Ab Februar könne man sich an milderen Tagen bereits wieder an
ihrem
Gesang erfreuen. "Zweck des fröhlichen Zwitscherns ist neben der
Revierabgrenzung natürlich das Anlocken eines Partners für das
Brutgeschäft", erklärt Jellinghaus.
Für Rückfragen:
Bernd Jellinghaus, LFA Ornithologie NABU NRW, mobil: 0175-45 31 628
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Pressemittteilung
NABU NRW
04/09 --- 02.Februar 2009
Naturschutz/Jagd
Schluss mit der Wildschwein-Fütterung
NABU: Jagd ist selbst verantwortlich für zu hohe Wildschweinbestände
Düsseldorf - Die vergangenen Freitag von Umweltminister Uhlenberg
angesichts der aktuellen Schweinpestfälle unter Wildschweinen angemahnte
Reduzierung von Wildschweinen auf 2 Stück je 100 Hektar Waldfläche
ist zwar
ambitioniert, aber mit dem altbekannten Mittel des verstärkten Abschusses
nicht in den Griff zu bekommen. Darauf weist der Naturschutzbund NABU NRW
anlässlich des heute im Umweltministerium erfolgenden Gesprächs
zwischen
Landwirtschaft, Jägerschaft und Veterinärverwaltung zur Bekämpfung
der
aktuellen Schweinepestfälle erneut hin. "Minister Uhlenberg und
die Jäger
müssen endlich an der entscheidenden Stellschraube drehen, an der
Futtermenge", fordert Bernd Fuhs vom Landesfachausschuss Naturschutz
und
Jagd des NABU NRW.
Es gebe zu viele Wildschweine nicht trotz sondern wegen der Jagd. "Solange
in Nordrhein-Westfalen tonnenweise Kraftfutter in den Wald gekarrt wird,
um
Wildschweine anzulocken und in den Revieren zu halten, werden die Bestände
nicht auf ein naturverträgliches Maß zurückgehen. Wildschweine
setzen das
zusätzliche Kraftfutter eins zu eins in Nachwuchs um", so Fuhs
weiter. Dass
die Jäger der Bestandsentwicklung ständig hinterherliefen, ohne
sie
überholen und ausbremsen zu können, belege auch die im Vergleich
zum Vorjahr
verdoppelte Jagdstrecke: Nur mit Abschüssen vom Hochsitz aus sei der
Explosion des Wildschweinbestandes nicht mehr Herr zu werden.
Deshalb befürworte der NABU zwar flächendeckend häufigere
revierübergreifende Bewegungsjagden, da sie weitaus effizienter seien
als
die traditionelle Ansitzjagd. Aber auch solche Entnahmen könnten den
Trend
zu immer mehr Wildschweinen nur aufhalten, wenn an die Ursachen
herangegangen werde. "Die ganzjährigen Kraftfuttergaben - das haben
erfolglose Appelle der letzten Jahre gezeigt - können nur durch Kontrollen
in den Revieren unterbunden werden", sagt Fuhs. Alle Bemühungen,
die auf
einen freiwilligen oder ministeriell verordneten Fütterungsverzicht
der
Jäger setzten, seien gescheitert. So ginge es nicht weiter. "Wenn
ein Boot
voll läuft, sollte man schließlich auch erst einmal das Leck abdichten,
statt weiterzurudern und immer schneller zu schöpfen."
Für Rückfragen:
Bernd Fuhs, Sprecher des LFA Jagd im NABU NRW, Tel.: 02226 - 13101,
Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW Tel.: 0211-15 92 51-14
Pressemittteilung
NABU NRW
06/09 --- 04.Februar 2009
Umwelt / Umweltrecht
Einheitliches Wasser- und Naturschutzrecht schaffen
NABU NRW begrüßt Forderung von Umweltminister Uhlenberg
Düsseldorf - Nach dem Scheitern des Umweltgesetzbuches auf Bundesebene
begrüßt der NABU NRW ausdrücklich die klare Positionierung
von
Umweltminister Uhlenberg für die Schaffung eines bundeseinheitlichen
Wasser-
und Naturschutzrechtes. "Nur mit der Novellierung des
Bundesnaturschutzgesetzes bis Ende des Jahres lassen sich im Umweltrecht
noch neue Perspektiven schaffen und eine weitere Zersplitterung auf
Länderebene vermeiden", sagt Josef Tumbrinck, Vorsitzender des
NABU NRW. Um
Klarheit für die Länder zu erhalten und dem Rennen um den schlechtesten
Umgang mit Natur- und Landschaft vorzubeugen, brauche es bundeseinheitliche
Standards.
"Dazu gehört allerdings auch, dass die Landesregierung ihre Alleingänge
beendet und sich für eine bundesweite Regelung stark macht", so
Tumbrinck
weiter. Dringend erforderlich sei beispielsweise bei Planverfahren wie dem
Bau von Straßen oder Gewerbegebieten eine einheitliche Eingriffsregelung
mit
einem klaren Ja zum Vorrang realer Kompensation von Schäden an Natur
und
Landschaft sowie die Stärkung der Öffentlichkeitsbeteiligung.
Zudem erwarte der NABU, dass die CDU in NRW den kleinen Koalitionspartner
FDP endlich in seine Schranken weise. Dass Innenminister Wolf das Scheitern
des Umweltgesetzbuches begrüßen und sich für eine chaotische
Deregulierung
des Umweltrechtes einsetzen könne, sei in schwierigen Zeiten auch ein
katastrophales Signal für die Wirtschaft, die auf einheitliche
Umweltregelungen gesetzt habe. "Deregulation ist keine Eigenwert. Das
was
auf dem Finanzmark zum Zusammenbruch geführt hat, darf sich jetzt nicht
beim
Genehmigungsrecht im Natur- und Umweltschutz wiederholen", erklärt
der
NABU-Landesvorsitzende. Absurd würde die Haltung Wolfs vor allem dadurch,
dass bundespolitisch und selbst in Bayern die FDP das UGB vehement
einfordern würde.
CDU und FDP müssten auf Landesebene im Natur- und Umweltschutz nun
endlich
Flagge zeigen, statt sich aus der Verantwortung zu stehlen. Durch die
Föderalismusreform sei für den Natur- und Artenschutz bereits 2006
eine
Neufassung des bestehenden Bundesnaturschutzgesetzes erforderlich geworden,
die bis zum 1. Januar 2010 umzusetzen sei. Eine Neufassung des
Bundesnaturschutzgesetzes sei daher auch ohne UGB unverzichtbar. Tumbrinck:
"Sonst droht der Naturschutz nach der Föderalismusreform ein zweites
Mal zum
umweltpolitischen Bauernopfer zu werden."
Für Rückfragen:
Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, Tel.: 0171 - 38 67 379
Magnus Herrmann, Natur- und Artenschutzexperte, NABU Bundesverband, Tel.
030-284984-1618
Naturschutz/Wald
Waldverkäufe in der Eifel stoppen
Naturschutzverbände fordern stattdessen Erhöhung des Staatswaldanteils
in
NRW
Düsseldorf - Anlässlich der morgigen Anhörung
im Umweltausschuss zu den
weiterhin vom Land geplanten Waldverkäufen in der Eifel fordern die
nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände, BUND, LNU, NABU
und SDW
Umweltminister Uhlenberg erneut auf, den Verkauf von großen Waldflächen
in
NRW zu stoppen und wieder zur alten Strategie der gezielten Waldvermehrung
im öffentlichen Besitz zurückzukehren. Der Verkauf aus naturschutzfachlicher
Sicht wertvollster Waldflächen zur Haushaltskonsolidierung sei nicht
nur ein
Paradigmenwechsel. Er stelle für die Zukunft eine Gefahr für den
öffentlichen Wald in NRW insgesamt dar, denn die Wahrscheinlichkeit weiterer
Waldverkäufe steige damit aus Sicht der Naturschutzverbände stark
an.
So sei nicht auszuschließen, dass der geplante
Staatswaldverkauf gerade von
hoch verschuldeten Kommunen und deren Aufsichtsbehörden als entsprechendes
Signal gewertet werde, dem Beispiel der Landesregierung zu folgen. "Dies
wäre eine Katastrophe, zumal zu befürchten ist, dass auch geschützte
Waldflächen nach dem Kauf ausschließlich nach Profitinteressen
bewirtschaftet werden und die Natur damit auf der Strecke bleibt",
so Josef
Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Erfahrungsgemäß reiche die
Unterschutzstellung von Flächen allein nicht aus, um auch wirklich ihren
Schutz sicherzustellen. Dazu bedürfe es qualifizierter
Schutzgebietsverordnungen und eines engagierten Eigentümers. Ob letzteres
auf das Konglomerat von GmbH und privater, nicht gemeinnütziger Stiftung
zutrifft, das zurzeit als potenzieller Käufer der Eifel-Waldflächen
in Frage
käme, sei zweifelhaft.
Der Artikel von Marlon Gego in der AZ vom 29.11.08 schildert eines der für die großen Energieversorger wie RWE, E.ON und Vattenfall peinlichsten Versagen im Artenschutz der letzten Jahrzehnte. Die Darstellung ist allerdings leider noch nicht einmal vollständig: Schon im Jahr 1991 hatten sich der NABU (1) und der Dachverband der Energieversorger, VDEW, auf eine Selbstverpflichtung der Energieversorger zur Entschärfung der sogenannten „Killer-Masten“ im Mittelspannungsbereich geeinigt. Im Jahr 1992 wurde die Umsetzung dieser Empfehlungen auf einer Konferenz des NABU und seiner europäischen Partnerverbände in Aachen für ganz Europa gefordert, da insbesondere in den Staaten Osteuropas wie Polen, Ungarn und Bulgarien jährlich Zehntausende von Großvögeln wie Störchen, Seeadler und Großtrappen an Mittelspannungsmasten verenden. Im Jahr 2002 wurden diese von den Spezialisten des NABU ausgearbeiteten Empfehlungen sogar international auf der Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über wandernde Tierarten verabschiedet (sogen. Bonner Konvention; die aktuelle Vertragsstaatenkonferenz beginnt am 1. Dezember in Rom (2) ). Der entscheidende Durchbruch auf nationaler Ebene war die verbindliche Aufnahme dieser Verpflichtungen im Rahmen der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) in den dazu neu eingeführten § 53, wie der Artikel richtig darstellt. Unerwähnt bleibt aber, dass dieser Paragraph Teil des Abschnittes 5 des BNatSchG (Artenschutz) ist und damit unmittelbar in allen Bundesländern gilt. Für die dargestellten Ausreden des RWE und angebliche Absprachen mit dem nordrhein-westfälischen Umweltministerium gab und gibt es also gar keine Spielräume, auch das RWE muss also bis spätestens 2012 alle alten Mittelspannungsmasten entschärfen und neue Masten so bauen, dass Vögel gegen Stromschlag geschützt sind. Und dies gilt, wie der Artikel richtig feststellt, flächendeckend, und keineswegs nur in Vogelschutzgebieten (gemeint sind die Europäischen Vogelschutzgebiete nach EG-Vogelschutzrichtlinie, die ohnehin nur wenige Prozent der Landesfläche ausmachen). Ein Wermutstropfen in dieser Diskussion bleibt allerdings, dass die Deutsche Bahn seinerzeit von den Bestimmungen des § 53 ausgeklammert blieb. Der NABU fordert daher, bei der aktuellen Novelle des BNatSchG im Rahmen des Umweltgesetzbuches (vorauss. am 10.12.2008 im Kabinett) auch Oberleitungsanlagen der Deutschen Bahn mit zu erfassen. Erst dann ist ein „Ende des Eulen-Sterbens“ endlich absehbar!
Claus Mayr
NABU, Direktor Europapolitik, Brüssel
(dpa) | 05.05.2008, 17:56
Düsseldorf. Die Pläne der nordrhein-westfälischen Landesregierung für einen Nationalpark Siebengebirge sind bei Experten umstritten. Bei einer Anhörung des Umweltausschusses im Düsseldorfer Landtag gab es am Montag sowohl Zustimmung als auch Ablehnung.
Uneins waren sich die Fachleute vor allem darin, ob die internationalen Anforderungen
für einen Nationalpark in dem Gebiet am Rhein eingehalten werden können.
Das Siebengebirge soll nach der Eifel der zweite Nationalpark in Nordrhein-Westfalen
werden.
Vieles schon erfüllt?
Nach Einschätzung des Landkreistags NRW erfüllt das rund 48 Quadratkilometer
große Areal am Mittelrhein bereits einen Teil der nationalen und internationalen
Naturschutzstandards für Nationalparks. Andere Anforderungen könnten
nach einer Übergangszeit erfüllt werden, heißt es in der Stellungnahme
des Landkreistags.
Auch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hält die «Ausweisung
des Siebengebirges als Nationalpark fachlich für absolut gerechtfertigt».
Das Gebiet zeichne sich durch eine große Naturvielfalt und das Vorkommen
zahlreicher gefährdeter Arten aus. An den internationalen Vorgaben müsse
ein Nationalpark Siebengebirge nicht scheitern, nur drei der 14 bestehenden
Parks in Deutschland erfüllten diese hohen Vorgaben.
Gegen einen Nationalpark Siebengebirge sprach sich dagegen der Naturschutzbund
(Nabu) aus. Das Gebiet sei nicht groß genug. Weil das Waldgebiet in einen
siedlungs- und verkehrsintensiven Raum liege, sei eine Ausweitung nicht sinnvoll
möglich.
Vieles nicht erfüllbar?
Das Gebiet werde alle Kriterien für einen Nationalpark auch in Zukunft
nicht erfüllen können, betonte der Nabu in seiner Stellungnahme.
Besser wäre es, auch in Deutschland den Status eines Naturmonuments einzuführen
und das Siebengebirge dieser Kategorie zuzuordnen.
Auch der Deutsche Naturschutzring hält nicht viel von einem Nationalpark
im Siebengebirge. Mit der Senne in Ostwestfalen und dem Rothaargebirge gebe
es in NRW ökologisch interessantere Gebiete.
NABU-Beobachtungstipp Der Zweiblättrige Blaustern – zart, unempfindlich und trotzdem gefährdet Die Gattung der Blausterne umfasst etwa 90 verschiedene Zwiebelpflanzenarten. Als Wildarten kommen sie vor allem in Zentral- und Südeuropa vor. Der Zweiblättrige Blaustern hat seinen Namen von seinen zwei zehn Zentimeter langen Stengeln, die aus der Zwiebel austreiben und den zwei bis acht blauen, sternförmigen Blüten, die von März bis April Farbe in den Frühjahrsgarten bringen. Der botanische Gattungsname Scilla kommt von trennen oder spalten, denn die Zwiebel lässt sich in einzelne Blätter trennen. “Der Artname bifolia bedeutet zweiblättrig“, wissen die Botaniker vom NABU Kreisverband Aachen-Land. Die zarte, aber unempfindliche Pflanze wird zwanzig Zentimeter hoch und wächst in Laubmischwäldern und Auwäldern, Gebüschen und feuchten Wiesen. Der Zweiblättrige Blaustern bevorzugt kalkreiche, feuchte Standorte in halbschattigen Lagen. “Die Zwiebelpflanze kommt in der Natur selten vor". Sie werde aber häufig als Zierpflanze in Gärten gepflanzt. Von dort aus verwildere sie schnell, denn sie vermehrt sich durch Selbstaussaat, Verbreitung durch Ameisen und Zerteilen von Brutzwiebeln. Der Zweiblättrige Blaustern steht unter Naturschutz. Wir machen darauf aufmerksam, dass Scilla bifolia in NRW heimisch ist, aber gefährdet. Blausterne sind besonders als Frühblüher für Wildblumengärten im halbschattigen Bereich am Laubgehölzrand geeignet. Es existieren Zuchtformen mit weißen oder rosafarbenen Blüten. Die optimale Pflanzzeit für frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen ist der Oktober. Die meisten im Handel erhältlichen Scilla-Zwiebeln stammen aus der Türkei. Bei den großen Mengen, die die Türkei jahrelang ausgeführt hat, war es trotz der leichten Vermehrung äußerst fraglich, ob die Zwiebeln nicht aus Wildentnahme stammen. 1998 wurde deshalb die Ausfuhrmenge durch die türkischen Behörden stark gesenkt. In Deutschland ist die Wildentnahme von Scilla bifolia durch die Bundesartenschutzverordnung verboten. Für Rückfragen: (Dr. Eike Lange, 02405-94708) |
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