Im August 1993 wird im Eschweiler Stadtteil Kinzweiler das Kieswerk stillgelegt. Betreiber ist die "Hürtherberg Steine und Erden GmbH", eine Tochter der Rheinbraun, gewesen.
Rheinbraun ist vertraglich verpflichtet, das Gelände ökologisch gestaltet an die Stadt Eschweiler zu übergeben. Am 2. Februar 1995 erfolgt eine erste Begehung der ehemaligen Kieswäsche durch die
NABU-Aktiven Heinz Göbbels, Karl Gluth, Helmut Sang und Rita Robertz. Unser Verband bemüht sich um Kauf oder Pacht des vor allem für Wasservögel wichtigen Sekundärbiotops.
Am 9. April 1995 schreibt der Erste Vorsitzende Wolfgang Voigt an die Stadt Eschweiler. Stadtdirektor Härchen wird dadurch über das Interesse des NABU an der Kieswäsche offiziell
unterrichtet.
Am 26. Oktober 1995 kommt es zu einem Termin beim Liegenschaftsamt der Stadt Eschweiler. Amtsleiter Kuth, Herr Siebold vom Kreis Aachen sowie Karl Gluth und Wolfgang Voigt verhandeln über eine
mögliche Übernahme durch den NABU.
Am 25. Januar 1996 unterbreitet uns die Stadt Eschweiler ein Angebot: Sie will uns das Grundstück 20 Jahre lang für einen jährlichen Pachtpreis von DM 100,- verpachten. Wir stimmen fristgerecht
zu, damit sich der Stadtrat mit der Angelegenheit befassen kann.
Karl Gluth und Wolfgang Voigt nehmen an einem abschließende Gespräch mit Vertretern von Rheinbraun, der Unteren Landschaftsbehörde und der Stadt Eschweiler teil. Es geht um die
Rekultivierungsmaßnahmen in der Ehemaligen Kieswäsche Kinzweiler. Vor Ort werden die Vorstellungen der beteiligten Interessensgruppen abgestimmt.
In einem Schreiben der Stadt Eschweiler an die Rheinbraun AG vom 12. Juli 1996 wird seitens des Liegenschaftsamtes angefragt, ob der NABU Aachen-Land die Hege und Pflege bereits jetzt übernehmen
könnte, "unabhängig von einer später zwischen der Stadt Eschweiler und dem Naturschutzbund vorzunehmenden vertraglichen Regelung". Dem wird von Rheinbraun zugestimmt.
Am 27. August stehen die Insekten, vor allem die Schrecken im Vordergrund. Hildegard Krebs-May, Martin May und Helmut Sang stoßen bei diesem Termin als Experten dazu.
Am 6. September 1997 kommt es auf dem Gelände zum ersten Arbeitsansatz. Die Pflegemaßnahmen, die mit der Unteren Landschaftsbehörde abgestimmt sind, dauern zunächst bis in den November hinein an
und finden in einem sechsstündigen Einsatz ihren vorläufigen Höhepunkt: Im wesentlichen werden Birken-, Ahorn- und Weidenkeimlinge in den Bereichen entfernt, die als offene Sand-Kies-Flächen
erhalten bleiben sollen. Größere Weiden werden außerdem im unmittelbaren Uferbereich des Großgewässers ausgegraben bzw. zurückgeschnitten. Das anfallende wird zu einem Totholzhaufen
aufgeschichtet.
Eine weitere Arbeitsgruppe ist mit dem Anlegen von Steinhaufen mit Höhlungen beschäftigt.
Am 13. Mai 1998 wird eine Rettungsaktion für Kreuzkröten durchgeführt. Karl Gluth und Günter Venohr sind mit Wassertanks unterwegs, um die Laichgewässer vor dem Austrocknen zu
bewahren.
Am 14. November 1998 findet eine erste Pflanzaktion statt. Bei strömenden Regen werden etwa 700 Weißdorn-, Schlehen- und Hundsrosen-Sträucher auf den Wall gesetzt.
Am 7. September 1999 führt Karl Gluth 15 Interessenten durch die ehemalige Kieswäsche, die der NABU jetzt schon seit zwei Jahren betreut. Frau Assenmacher vom Umweltamt der Stadt Eschweiler hat
darum gebeten. Genau einen Monat später werden mit dem Einsatz einer Planierraupe Teile des Geländes wieder bewuchsfrei gemacht. Die von unserem Verband in Auftrag gegebene Pflegemaßnahme dauert
zwei Tage und wird mit Landesmitteln gefördert.
verbrannter Schilfgürtel, 2011
Im Jahr 2011 kommt es zu einem Brand im Gebiet, vermutlich verursacht durch Personen, die wild geangelt haben. Die wenigsten wissen übrigens, dass diese Fischwilderei keine einfache Ordnungswidrigkeit darstellt, sondern nach dem Strafgesetzbuch eine Straftat.