von Wolfgang Voigt
Die Obstwiese, die der NABU Aachen-Land im Alsdorfer Stadtteil Ofden betreut, gibt es seit 1990.
Sie ist im Rahmen der IV. Alsdorfer Naturschutztage neu gepflanzt worden, die zwischen dem 14. und 29. Oktober stattgefunden haben.
Seinerzeit hat die Gruppe Broichbachtal, die Naturschutzgruppe des Gymnasiums der Stadt Alsdorf, in die Planung der Naturschutztage die Idee eingebracht, unter Beteiligung verschiedener Gruppen,
insbesondere der Schulen und Kindergärten, einen Biotop neu anzulegen. Die Wahl ist auf eine Streuobstwiese gefallen. Im Laufe der weiteren Überlegungen ist man zu dem Entschluss gekommen, sie
weiter aufzuwerten. So hat man die Planung um eine Trockenmauer, je eine Formschnitt- und Wildhecke sowie um Totholz- und Steinhaufen ergänzt.
Zur Koordinationsstelle Alsdorfer Naturschutztage haben seinerzeit der BUND, der DBV (heute: NABU), die LNU, die Gruppe Broichbachtal, der Sportfischerverein Alsdorf, Die Grünen Ortsverband
Alsdorf sowie die Junge Union gehört.
Etwa 450 Schul- und Kindergarten-Kinder sind schließlich bei den Pflanzaktionen dabei gewesen. Gepflanzt hat man folgende Obstsorten: Hauszwetsche, die Apfelsorten Gravensteiner, Cox Orangen
Renette, Ingrid Marie und Weißer Klarapfel, die Birnensorten Vereinsdechant, Gellert's Butterbirne und Köstliche aus Charneux sowie Schneider's späte Knorpelkirsche. Die Formschnitthecke besteht
aus Weißdorn, in der Wildhecke finden sich Eingriffliger Weißdorn, Hasel, Roter Hartriegel, Pfaffenhütchen, Schwarzdorn und Wildrose, als Durchwachser Vogelbeere und Esche.
Einige Grasarten, wenige Kräuter und eine Handvoll Tiere - allesamt typische Kulturfolger - haben die Lebensgemeinschaft des Wiesenstücks vor der Umwandlung in eine Streuobstwiese gebildet.
Bereits im Laufe des Jahres 1991 stellt die Gruppe Broichbachtal bei zahlreichen Kartierungsterminen immerhin 127 Pflanzen- und 236 Tierarten fest. Die Ofdener Obstwiese reiht sich damit in die
anderen "Lebensräume aus zweiter Hand" (Sekundärbiotope) ein. Sie zeigt ebenso wie Bergehalden, aufgelassene Kies- und Sandgruben, Steinbrüche und andere eindrucksvoll, welches Lebenspotenzial
sich auch in der intensiv genutzten Bördenlandschaft erhalten hat und durchaus entfalten kann, wenn man es nur lässt.
Seit einiger Zeit hat der NABU Aachen-Land in Absprache mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises die Pflege der Wiese übernommen. Durchgeführt werden Maßnahmen wie gelegentliche Mahd,
Formschnitt an der Weißdornhecke und Rückschnitte zur Verjüngung der Wildhecke. Begleitend hat ein Landwirt zeitweise einen Teil der Pflege übernommen, indem er Kälber auf das Grundstück stellt
und dort weiden lässt.