von Karl Gluth
Die Dohle ist 32 cm groß und wiegt 225 g. Mitte April legt sie bis zu 5 hellblaue Eier. Der Koloniebrüter nistet in Baumhöhlen, Gebäudenischen oder Schornsteinen. Die Jungen schlüpfen nach 17 Tagen und werden noch einen Monat lang gefüttert. Da Jungvögel das Nest oft vorzeitig verlassen, bitte immer in der Natur belassen! Die Altvögel sind schwarz mit grauem Nacken, grauer Unterseite und hellgrauen Augen, die Jungvögel sind braun. Die Nahrung der Dohle ist zu 80 % tierisch, zu 20 % vegetarisch.
Ursprünglich ist die Dohle eine Bewohnerin der Steppe mit Felsgebieten. Sie hat sich früh menschlichen Siedlungen angeschlossen. Nachdem u. a. in den Nieder-landen die Kohleheizungen durch Gasheizungen mit eigenem Abzug ersetzt wurden, haben die Dohlen die frei gewordenen Schornsteine als Nistplätze entdeckt. Manchmal wird auch ein benutzter Schornstein als Nistplatz benutzt. Hier besteht die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung, bitte Schornsteinfeger informieren!
Da Dohlen immer in Gruppen brüten, waren sie u. a. für Prof. Lorenz ein dankenswertes Forschungsobjekt. Er erforschte u. a. das Sozialverhalten der Vögel. Als er einmal mit einem schwarzen Lappen über den Hof ging, wurde er sofort von der Gruppe angegriffen.
Die Bestandsschwankungen werden von den Nistplätzen und der Nahrung bestimmt. Zur Zeit befinden sich die Dohlen im Kreis Aachen im Aufwind. Baumbrüter bevölkern u. a. den Mariadorfer Südpark, Gebäudebrüter kann man u. a. an der Ruine der Settericher Windmühle sehen. Selbst in der defekten Kugel auf der Spitze der Schaufenberger Kirche haben Dohlen jahrelang, bis zur Reparatur, gebrütet. Die Gruppen fliegen abends einen sicheren Schlafplatz, oft vergesellschaftet mit Saatkrähen, an. Nordische Dohlen ziehen im Winter nach Südwesten, oft zusammen mit Saatkrähen.
Gefährdungsursachen sind das Abholzen von Altbuchenbeständen, die Sanierung von Gebäuden, der Umbruch von Grünland sowie das Vergittern von Kirchenfenstern.
Da Dohlen in Städten wenig scheu sind, sind sie ein beliebtes Objekt für Nachwuchsforscher. Langeweile gibt es bei Dohlen nicht, in einem Schwarm ist immer etwas los.
Im Osten wird der Halsring der Dohlen etwas größer, man spricht dann von Halsbanddohlen. In Sibirien und China wird die Dohle von der Elsterndohle ersetzt.
Dohlen sind unter den Rabenvögeln ein beliebtes Volk, wahrscheinlich entspricht das Zusammenleben in der Kolonie dem Leben der Menschen in der Gemeinde.
Foto: NABU
von Karl Gluth
Der Wanderfalke war ein Erfolgsmodell der Evolution. Außer der Antarktis hat er alle Kontinente in 17 Rassen besiedelt. Alle Falken können keine Nester bauen, sie brüten an Felsen, in den Horsten anderer Vögel auf Bäumen oder in der Tundra auf dem Boden.
Er wird bewundert oder gehasst, je nachdem ob man Vogelliebhaber oder Taubenzüchter ist. Die Nachstellungen und Aushorstungen durch Falkner brachten ihn an den Rand der Ausrottung. Die Greifvogelschaustellerei hat leider auch heute noch Konjunktur. Dabei ist alles auf Hunger aufgebaut. Man füttert die Tiere auf der Hand, vor jeder Vorführung füttert man die Vögel nicht, sondern verlegt die Fütterung in die Vorstellung. Der Zuschauer wird in dem Glauben gelassen, die Vögel machen das freiwillig. Auch bei der unzeitgemäßen Falkenjagd nimmt man dem Greifvogel schnell die Beute weg, damit er sich nicht satt frisst. In Broichweiden hat ein Metzger einen Wanderfalken mit Geschüh auf seinem Grundstück erschlagen, weil er eine Taube geschlagen hatte und den Menschen nie als Feind kennen lernte. Der Falkner wollte Schadensersatz, aber das Gericht lehnte ab. Mir tut es immer weh, wenn ich einen stolzen Greifvogel mit Lederriemen sehe.
Den Rest gaben dem Wanderfalken aber Insektizide, wie DDT und Lindan. Die Eierschalen wurden dünner, und der Nachwuchs starb im Ei. Die Gefahr der Vergiftung durch Insektizide fiel zuerst in Amerika auf, nachdem die Falken verschwanden.
In Nordrhein-Westfalen starb der Wanderfalke 1965 aus, die Baumbrüterpopulation in Ost- und Norddeutschland starb 1964 aus. In Baden-Württemberg und in Bayern konnten sich Restbestände der Felsbrüter halten, weil Naturschützer eine konsequente Horstbewachung durchführten.
Endlich, 1972 hat man den Einsatz von DDT verboten, langsam begann der Wiederanstieg der Brutzahlen. Die AGW (Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz) vom NABU begann an Kraftwerken und Schornsteinen Nistkästen aufzuhängen, die die Falken dankbar annahmen. Ab 1985 brüteten wieder Wanderfalken an Kraftwerken in Nordrhein-Westfalen. An den Felsen in der Rureifel bilden aber Kletterer das Problem, sie verhindern eine Wiederansiedlung. Auch der Uhu ist ein natürlicher Feind der Wanderfalken.
Am 2.11.1993 haben wir am Kraftwerk Weisweiler einen Brutkasten in 130 m Höhe aufhängen lassen, seit 1996 wird dort fast regelmäßig gebrütet. Groß war das Staunen in der Fachwelt, als ein Paar ein altes Krähennest auf einem Pylon (Ausleger) eines Braunkohlebaggers bezog, der in Betrieb war. Im Jahr 2000 passierte das, was passieren musste, ein Jungfalke fiel aus dem Nest, als der Bagger eine 30°-Neigung fuhr. Rheinbraun brachte den Falken zu einem Alsdorfer Falkner, er sollte in ein Zuchtprogramm nach Hamburg gebracht werden. Auf meine Initiative wurde der Jungfalke von der AGW in einen Nistkasten in Köln zu zwei anderen Falken zugesetzt. Er wurde angenommen, beringt, links SOS 115, rechts Vowa Helgoland 4247758, und flog mit den anderen aus, ein Wildvogel mehr. Diese Aktion habe ich schon früher mit jungen Turmfalken in Alsdorf-Schaufenberg an der Kirche mit Erfolg durchgeführt, nachdem man in Eschweiler das Altenheim gesprengt hatte.
Die Baumbrüterpopulation hat der Falkner Dr. Saar durch gezüchtete Falken wieder belebt. Dabei setzte man Jungfalken in einen alten Schwarzmilanhorst auf einer Kiefer. Gefüttert wurden diese mit Eintagsküken über ein Fallrohr, ohne dass sie den Menschen zu sehen bekamen. Falken aus NRW haben inzwischen Belgien und die Niederlande erobert.
Die Falkenzucht für kommerzielle Zwecke (Scheichs) züchtet heute Hybridfalken, Ger- und Wanderfalke oder Saker- und Wanderfalke. Manche dieser Falken entkommen und brüten mit Wanderfalken, d. h. die Jungen haben blaue Füße. Diese Zucht sollte verboten werden, damit der Wanderfalke weiterhin ein Erfolgsmodell der Natur bleiben kann.
Mehlschwalbe
von Hans Raida
In unserem Mitteilungsheft 2011 „Ihr Naturschutzverband informiert“ rief Dr. Eike Lange dazu auf, Schwalbennester zu zählen und dem NABU zu melden. Damit verbunden war die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“, bei der sich Besitzer von Häusern mit Schwalbenpopulationen mit einer Plakette auszeichnen lassen konnten. Nach diesem Aufruf beteiligten sich zwölf Interessenten aus der Städteregion (außer Stadt Aachen). Ihnen wurde bei einer Zusammenkunft auf Gut Steinbachshochwald, Stolberg die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgehändigt. Für das Jahr 2012 liegen Anmeldungen vor, die für 2011 nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Die Zahl der Interessenten überstieg die der vorhandenen Plaketten. Die Aktion wird also 2012 weitergeführt.
Die Presse und das Fernsehen hatten im Laufe des Jahres die Aktion vorgestellt und über beispielhafte Projekte berichtet. Auch über das Treffen auf Gut Steinbachshochwald veröffentlichten Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten am 24.8.2011 im überregionalen Teil einen Bericht.
Dieser Ort wurde bewusst gewählt, weil sich an den Gebäuden und in den Stallungen Mehl- und Rauchschwalbennester in großer Zahl befinden. Schon über viele Jahrzehnte wird durch die Hofbesitzer die Ansiedlung der Schwalben unterstützt. Nach einem Kurzvortrag von Karl Gluth zur Gefährdung der Schwalben wurden durch Dr. Eike Lange die Plaketten ausgehändigt. Die Anwesenden haben sich zum Teil schon über Jahrzehnte für den Schwalbenschutz engagiert, durch den Schutz der vorhandenen Nester, durch das Anbringen von Kunstnestern, das Herrichten von Lehmpfützen oder – wie in Kalterherberg – das Errichten eines Schwalbenhauses.
Aus dem Kreis der Teilnehmer wurde angeregt, solche Treffen zu wiederholen. Diese Gelegenheit ergibt sich sicher bei der Aushändigung der Plaketten für 2012.
Plakettenverleihung in gemütlicher Runde
von Heinz Weishaupt
In der Zeit vom 1. September 2010 bis zum 31. August 2011 wurden in den Gemeinden Simmerath und Roetgen und in der Stadt Monschau mindestens 130 Vogelarten gesehen oder gehört. Nachfolgend werden die interessantesten Beobachtungen aufgeführt.
Außergewöhnlich waren die etwa 80 Weißstörche, die am 16. und 17. August bei Konzen und Imgenbroich nach Nahrung suchten und übernachteten. Am 18. und 19. August rasteten dann etwa 30 Weißstörche im Raum Simmerath.
Der Schwarzstorch wurde im Bereich des Rursees, bei Kalterherberg, Rohren, Witzerath und im oberen Kalltal bei Simmerath und Konzen beobachtet. Die nächstgelegenen Brutplätze liegen im Nationalpark Eifel, am Truppenübungsplatz Elsenborn, bei Eupen und im Bereich der Wehebachtalsperre.
Im Januar und Februar hielt sich an der Kall bei Simmerath wieder ein Silberreiher auf. Den Graureiher kann man bei uns das ganze Jahr über bei der Nahrungssuche an Gewässern und auf Wiesen und Feldern beobachten. Einen Brutnachweis gab es zuletzt 1994 im Rurtal zwischen Dedenborn und Einruhr. Im April 2011 wurde nun in einer Fichtengruppe im Ortsbereich von Mützenich ein einzelner Horst entdeckt, in dem dann vier junge Graureiher im Juli ausflogen.
Auf dem Rursee findet man außer der Stockente und der Reiherente nur selten rastende oder überwinternde Wasservögel in größerer Zahl. Am 29. und 30. November jedoch hielten sich im Bereich der Schilsbachmündung bei Woffelsbach einige Entenarten auf, die man dort nur selten oder noch nie beobachtet hat: 6 Schellenten, etwa 15 Schnatterenten, 2 Pfeifenten, mindestens 10 Krickenten, 2 Gänsesäger, 9 Brandgänse und zahlreiche Stockenten. An diesen Tagen herrschte neblig-trübes Wetter mit Temperaturen von höchstens -3° C und zeitweisem Schnee-fall. Auf dem Obersee bei Rurberg und Einruhr wurden am 8. März 65 Reiherenten gezählt.
Der Schwarzmilan hat 2011 am Rursee, bei Kalterherberg und möglicherweise im Raum Simmerath-Lammersdorf gebrütet. Ende Juli wurden bei Höfen drei Wespenbussarde gesehen. Darunter dürfte wohl mindestens ein Jungvogel gewesen sein. Balzflüge wurden außerdem bei Einruhr und bei Hoscheit beobachtet. Der Baumfalke hat im Bereich der Perlenbachtalsperre und wahrscheinlich auch bei Dedenborn gebrütet. Weitere Brutzeitbeobachtungen gab es bei Mützenich und Simmerath.
Kornweihen wurden im November, Februar und März beobachtet. Während der hohen Schneelage im Dezember und Januar sind sie wahrscheinlich ins Flachland ausgewichen. Eine ziehende Rohrweihe wurde im September 2010 bei Kalterherberg gesehen.
Von Anfang Juni bis Mitte Juli wurden in der Nähe des Forsthauses Simmerath bis zu zwei rufende Wachteln gehört. Anfang Juli rief eine Wachtel bei Kalterherberg.
Brutversuche des Kiebitzes gab es auf einer Feuchtwiese bei Konzen und auf Maisäckern bei Simmerath und zwischen Höfen und Rohren. Bei Rohren wurden später auch Jungvögel festgestellt.
Bekassinen hielten sich im oberen Kalltal und bei Kalterherberg auf. Flussuferläufer wurden am Rursee, an der Perlenbachtalsperre und am Menzerather Weiher beobachtet, Waldwasserläufer am Kranzbruch und am Menzerather Weiher. Ein sehr seltener Gast in der Nordeifel ist der Rotschenkel. Anfang April wurde einer am Menzerather Weiher gesehen.
Im oberen Kalltal bei Simmerath wurden regelmäßig bis zu zwei rufende Kuckucke festgestellt. Im Juli und August wurde dort auch ein Jungvogel gesehen. Außerdem rief der Kuckuck noch am Feuerbach bei Konzen, im Roten Venn bei Mützenich und bei Dedenborn.
Nachdem sich der Wendehals im letzten Jahr etwa 9 Wochen lang im Roten Venn bei Mützenich aufgehalten hatte, wurde er dort 2011 nur vom 25. April bis zum 6. Mai festgestellt.
Bergpieper, Heidelerche und Seidenschwanz wurden im letzten Jahr nur jeweils einmal festgestellt. Am 23. Februar suchte ein Trupp von mehr als 10 Bergpiepern auf den Feuchtwiesen bei Hoscheit nach Nahrung. Eine Heidelerche flog am 1. März am Rande des Kranzbruchs auf. Der einzige Seidenschwanz wurde am 2. Januar in einem Garten in Imgenbroich gesehen.
Häufig wurden wieder Ringdrosseln auf dem Frühjahrszug beobachtet. Es gab vom 1. April bis zum 7. Mai insgesamt 17 Beobachtungen von bis zu 9 Ringdrosseln. Die meisten wurden am Vennrand bei Mützenich und Konzen und im oberen Kalltal bei Simmerath gesehen.
Sehr erfreulich war der Bruterfolg des Neuntöters im Jahr 2011. Es wurden 39 Reviere gefunden. In 31 Revieren wurden fütternde Altvögel oder Jungvögel festgestellt. Im Vorjahr waren nur 23 Reviere gezählt worden.
Erstmals seit über 25 Jahren konnte im Kreis Aachen wieder eine Brut des Raubwürgers nachgewiesen werden. Im Juli wurde am Hollersief, einem kleinen Bachtal am Rande der Dreiborner Hochfläche, ein Paar mit flüggen Jungvögeln entdeckt. Auch bei einer NABU-Exkursion konnte die Raubwürgerfamilie beobachtet werden.
Von den beiden Braunkehlchen-Paaren im oberen Kalltal bei Simmerath hat wohl nur ein Paar erfolgreich gebrütet. Das zweite Paar hielt sich zwar auch über zwei Monate im Revier auf, es konnten aber keine Fütterungen oder Jungvögel beobachtet werden. Ansonsten ist das Braunkehlchen bei uns nur noch ein regelmäßiger Durchzügler.
Einen Brutnachweis des Orpheusspötters gab es im Kranzbruch bei Simmerath. Am 16. Juli wurden dort zwei warnende Altvögel entdeckt. Einer davon konnte auch mit Futter im Schnabel beobachtet werden. Für ein weiteres Paar im Kranzbruch und ein Paar im Roten Venn bei Mützenich bestand Brutverdacht. Außerdem sang noch ein Männchen mindestens drei Wochen lang in der Nähe des Forsthauses Simmerath.
Im Juli wurden im Rurtal bei Dedenborn mehrmals bis zu 3 Kolkraben beobachtet. Dies könnte bedeuten, dass er irgendwo in der Nähe gebrütet hat. Weitere Einzelbeobachtungen gab es bei Paustenbach, Simmerath und Kalterherberg.
Birkenzeisige haben im Kranzbruch bei Simmerath und bei Mützenich gebrütet. Bei Mützenich wurden im Juli auch junge Erlenzeisige gesehen. Der Girlitz wurde 2011 nur einmal festgestellt. Anfang Juni sang einer an der Kirche in Mützenich. Danach wurde er dort aber nicht mehr festgestellt.
Bei einer Brutvogelkartierung im oberen Kalltal zwischen Konzen, Simmerath und Lammersdorf wurden 2011 folgende Revierzahlen ermittelt:
| Baumpieper | 17 Reviere | Dorngrasmücke | 42 Reviere | ||
| Fitis | 103 Reviere | Gartenrotschwanz | 19 Reviere | ||
| Goldammer | 15 Reviere | Grauschnäpper | 4 Reviere | ||
| Neuntöter | 10 Reviere | Rohrammer | 3 Reviere | ||
| Schwarzkehlchen | 9 Reviere | Sumpfrohrsänger | 29 Reviere | ||
| Weidenmeise | 15 Reviere | Wiesenpieper |
6 Reviere |
von Heinz Weishaupt
Der Gartenrotschwanz wurde vom NABU zum Vogel des Jahres 2011 ausgewählt. In der Nordeifel gibt es wieder gute Brutbestände des Gartenrotschwanzes. Nach dem allgemeinen Rückgang in den 1970er Jahren hatte der Bestand in den 1980er Jahren vermutlich auch in der Nordeifel seinen Tiefpunkt erreicht. Anfang der 1990er Jahre stieg die Zahl der Beobachtungen in den Gemeinden Simmerath, Roetgen und Monschau wieder leicht an. Ab 2004 gab es dann noch einmal eine positive Bestandsentwicklung.
Das am dichtesten besiedelte Gebiet ist das obere Kalltal zwischen Konzen, Simmerath und Lammersdorf. Dort wurden bei einer Brutvogelkartierung im Jahr 2011 auf einer Fläche von etwa 350 ha 19 Reviere gefunden. In den anderen Gebieten der Gemeinden Simmerath, Monschau und Roetgen wurden durch Zufallsbeobachtungen noch 10 weitere Reviere entdeckt. Wenn man berücksichtigt, dass einige Gebiete, in denen der Gartenrotschwanz in den letzten Jahren auch nachgewiesen wurde, 2011 nicht untersucht wurden, dürfte der Gesamtbestand bei etwa 40-50 Revieren liegen.
Im Jahr 2011 war der Gartenrotschwanz schon sehr früh aus den Überwinterungsgebieten zurückgekehrt. Am 9. April wurde das erste singende Männchen gehört. Am 11. April wurden schon 7 singende Männchen in den Brutgebieten bei Simmerath festgestellt. Die ersten fütternden Altvögel wurden Anfang Juni entdeckt. Familienverbände konnten von Ende Juni bis Anfang August beobachtet werden.
Viele Reviere befinden sich an den für das Monschauer Land typischen Flurhecken. In diesen meist aus Rotbuchen bestehenden Hecken, die als Windschutz und Abgrenzung der Wiesen dienen, lässt man einzelne Bäume herauswachsen. Diese sogenannten Durchwachser nutzt man später als Brennholz. Wahrscheinlich findet der Gartenrotschwanz hier an den alten, teilweise morschen Baumstümpfen gute Nistmöglichkeiten. Auch in Gärten und Obstwiesen sowie an der Höckerlinie mit einem hohen Totholzanteil befinden sich einige Reviere. Außerdem dürften alte Schuppen und Holzstapel als Nistplatz benutzt werden. Nistkästen werden eher selten angenommen. Bei Huppenbroich wurden 2011 fütternde Altvögel an einem abgestorbenen Baum in einem dichten Fichtenbestand entdeckt.
Man kann nur hoffen, dass sich die erfreuliche Entwicklung fortsetzt und dass sich der Gartenrotschwanz auch in anderen Gebieten der Städteregion wieder ausbreiten kann.
Vom 11. bis 13. Mai 2012 findet wieder die bundesweite NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“ statt. Wer alle Vögel, die er innerhalb einer Stunde beobachtet, dem NABU meldet, trägt zum Wissen über die einheimische Vogelwelt bei und nimmt an einer Verlosung teil. Näheres im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de oder bei Karl Gluth (Tel. 02404-25229).
Zur „Stunde der Wintervögel“ vom 6. bis 8. Januar 2012 sollen eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten oder im Park gezählt und gemeldet werden. Informationen und Hilfen zur Bestimmung unter www.stundederwintervoegel.de.
von Dr. Eike Lange
Früher konnte man im Sommer in jedem Dorf und in jeder Stadt Schwalben beobachten. In letzter Zeit sind die Bestände auch in unserer Region dramatisch zurückgegangen. Wir möchten daher noch einmal eine Bestandserhebung durchführen und bitten Sie um Ihre Mithilfe. Bitte teilen Sie uns mit, wo noch Schwalben brüten.
Der NABU Aachen-Land schließt sich der Aktion „Das schwalbenfreundliche Haus“ des NABU NRW für das Jahr 2011 an. Wir wollen Häuser bzw. Hausbesitzer und Hausbesitzerinnen auszeichnen, die Schwalbennester an ihren Häusern dulden oder bei Baumaßnahmen, wie nachträgliche Wärmedämmung, auf Schwalben Rücksicht nehmen. Diese Auszeichnung bezieht sich nicht nur auf die unter dem Dach an der Außenwand bauenden Mehlschwalben, sondern auch auf die in Innenräumen (Garagen, Ställen usw.) bauenden Rauchschwalben.
Auch wenn Mauersegler keine Schwalben sind, so sind wir auch für Hinweise auf Häuser dankbar, die diesen Vögeln Unterkunft gewähren.
Wer also nennt uns derartige Häuser? Wer kennt schwalbenfreundliche Hausbesitzer und Hausbesitzerinnen?
Wir helfen und beraten natürlich auch bei Problemen mit Schwalbennestern und beantworten Ihre Fragen dazu. Bauanleitungen für Nisthilfen gibt es im Internet unter www.NABU-NRW.de oder bei uns. Bitte wenden Sie sich an Eike Lange, Tel. 02405-94708 oder eike.lange@nabu-aachen-land.de.
von Karl Gluth
Das Verbreitungsgebiet des Gartenrotschwanzes reicht von Spanien über England und Skandinavien bis Sibirien. Dieser schöne Vogel - Männchen mit rotem Bauch und weißer Kopfplatte, Weibchen hellbraun mit hellem Augenring, manchmal auch mit leicht rötlichem Bauch – ist 14 cm groß, hat eine Flügellänge von 8 cm und ein Gewicht von 15 g.
Er kommt in lichten Laub- und Kiefernwäldern vor. Schälschäden an Bäumen durch Rotwild fördern den Gartenrotschwanz und andere Höhlenbrüter, das sollte sich auch einmal bei der Verwaltung des Nationalparks Eifel herumsprechen. Selbst die Waldbrände in Russland werden sich günstig auf den Gartenrotschwanzbestand auswirken. Ebenso kommt er in alten Obstwiesen oder naturnahen Gärten vor.
Er ist ein Zugvogel, der uns im September mit südwestlicher Zugrichtung verlässt. Sowohl der Flug über das Mittelmeer als auch über die Alpen und die Sahara sind nachgewiesen. Dabei legt er pro Tag eine Flugstrecke von bis zu 300 km zurück. Er überwintert in den Trockenwäldern südlich der Sahara und in West- und Zentralafrika.
Ende März kommt er wieder in sein Brutgebiet zurück. Als Höhlenbrüter nimmt er gerne Nistkästen mit ovalem Einflugloch an, brütet aber auch in Steinhöhlen an Felsen oder auch in alten Holzhütten auf Balken. Das Weibchen legt 5 bis 7 blaugrüne Eier, die Brutzeit beträgt 12 bis 17 Tage. Die Jungen verlassen nach 14 Tagen das Nest und sehen ähnlich aus wie junge Rotkehlchen. Das Weibchen brütet alleine und wird auch vom Männchen nicht gefüttert, dieses füttert nur die Jungvögel.
Die Nahrung des Gartenrotschwanzes besteht aus Insekten und Spinnen. Gerne nimmt er rote Weichkäfer, die er vom Boden aufliest, sowie ausfliegende Ameisen.
Bis 1960 war der Gartenrotschwanz noch weit verbreitet, danach erfolgten starke Bestandsrückgänge. Ursachen sind die Industrialisierung der Landwirtschaft und die Rodung von alten Obstwiesen und Kopfweiden und Alleen. Immer mehr Baugebiete werden in Obstwiesen geschaffen, Naturschutzgesetze sind den Behörden egal und die Schlupflöcher sind groß wie Scheunentore. Der Wegfall der Blütenpflanzen in der freien Landschaft und die Bekämpfung der Insekten sowohl im Obstbau als auch in Wald und Flur tun ein Übriges. Man achte mal auf die Vielzahl der elektrischen Insektenvernichter in Geschäften und Gärten - natürlich mit Sonnenenergie gespeist, man ist ja schließlich umweltbewusst!
Eine Ausnahme bei der Bestandsentwicklung ist die Provence bei Arles. In der Provence war der Gartenrotschwanz bis 1972 kein Brutvogel, nach der Ansiedlung gibt es heute dort einen guten Brutbestand .
Der älteste Gartenrotschwanz wurde 9 Jahre alt, viele sterben schon im ersten Jahr auf dem Zug in Netzen oder fallen den Sportschützen zum Opfer.
Verwandte Arten sind der Hausrotschwanz, der Diademrotschwanz, der Sprosserrotschwanz und der Riesenrotschwanz (mit weißem Flügelfleck), der im Atlasgebirge vorkommt.
Hängen wir weiter fleißig Nistkästen auf und hoffen, dass sich die Bestände des Gartenrotschwanzes wieder erholen!
von Karl Gluth
Weltweit gibt es 39 Kormoranarten, darunter u.a. die seltene flugunfähige Galapagosscharbe, die Guanoscharbe und den Blauaugenkormoran. Alle leben vom Fisch. In Europa gibt es noch die Krähenscharbe (Meer) und die Zwergscharbe. Der Kormoran hat 14 Steuerfedern am Schwanz, die Krähenscharbe 12.
Das Flugbild des Kormorans ist kreuzförmig. Der Koloniebrüter brütet sowohl auf Bäumen als auch am Boden seine 3 bis 4 hellblauen Eier in einer Brutzeit von 24 Tagen aus. Bei der Futterübergabe stecken die Jungen den Kopf in den Schlund des Altvogels, sie sind nach 2 Monaten flugfähig.
Der Kormoran ist ein Tauchvogel, dessen Tagesbedarf an Fischen 400 Gramm beträgt. Da das Gefieder keine Luft speichert, kann er leichter tauchen. Nach dem Tauchgang sitzt der Vogel mit geöffneten Flügeln am Gewässer. Ob das dem Trocknen dient, ist wissenschaftlich nicht erforscht, da die Vögel auch aus dem Wasser auffliegen können und im Flug das Trocknen schneller geht.
Als Fischfresser wird der Kormoran vom Menschen verfolgt. 1919 gab es in Deutschland keine Brutkolonie mehr. Ab 1940 begann die Wiederansiedlung aus Polen und den Niederlanden. Die Niederlande sind flächenmäßig ungefähr so groß wie Nordrhein-Westfalen. In den Niederlanden brüten 13.000 Kormoranpaare, in NRW 300 Paare.
Trotzdem hat 2008 der Umweltminister von NRW, Herr Uhlenberg, einen Kormoranerlass herausgegeben, um Kormorane abschießen zu lassen. Im letzten Jahr hat man in NRW 4.000 Kormorane, alles Zugvögel, abgeschossen. Herr Uhlenberg will Kormorane sogar in Naturschutzgebieten schießen lassen. Grund ist angeblich der Schutz der Äsche. Äschen sind Verwandte der Forellen und leben in sauerstoffreichen Flüssen mit starker Strömung. Solche Flüsse gibt es in NRW gar nicht. Man kann natürlich gezüchtete Äschen überall in die Flüsse einsetzen und dann den Schutz verlangen.
Angler haben den Kormoran zu ihrem Lieblingsfeind erkoren. Wahrscheinlich ist es der Neid auf die Leichtigkeit, mit welcher ein Kormoran einen Fisch fängt. Seine Hauptbeute sind Weißfische und Rotfedern. Es gab sogar ein Gerichtsurteil, das Naturschutzverbände erwirkt haben. Dabei wurde der Wasserfischerei-Genossenschaft der Abschuss im Vogelschutzgebiet untersagt.
Wie nützlich Kormorane am Gewässer sind, haben wir an unserem Broicher Weiher erfahren. Als vor drei Jahren in einem heißen Sommer am Alsdorfer Weiher über zwei Tonnen Fisch an Sauerstoffmangel starben, starb am Broicher Weiher bei gleichen Temperaturen kein Fisch. Sechs Kormorane haben den Überbesatz im Winter abgefischt und das Gewässer gerettet. Im gesamten Broichbachtal überwintern nur 20 Kormorane aus den Niederlanden (Ringnachweis). ...
Foto: NABU
von Dr. Eike Lange
Durch eine unsagbare Quälerei eines Dachses sehe ich mich veranlasst, einige Bemerkungen zur Fallenjagd zu machen. Ich wurde von Spaziergängern zu einem verletzten Tier gerufen. Ich fand einen ausgewachsenen Dachs, dem beide Vorderbeine zerschmettert waren. Er versuchte natürlich, vor mir zu fliehen. Da er aber am Ende seiner Kräfte war, konnte ich ihn festhalten und mit einer Narkosespritze beruhigen. Erst jetzt sah ich das Ausmaß seiner Verletzungen. Beide Vorderbeine waren durch eine Falle bis zu den Oberarmknochen total zersplittert. Das Tier hatte sich sicher schon einige Tage so herumgeschleppt, und ich konnte es nur noch erlösen.
Es gibt verschiedene Fallen, die in der Jagd inzwischen verboten sind und auch einige noch erlaubte. Es sind sogenannte Abzugseisen und auch Lebendfallen. Die Abzugseisen funktionieren folgendermaßen: Das Tier findet einen Köder und versucht ihn zu fressen. Durch das erfassen des Köders mit dem Maul wird eine starke Feder gelöst und zwei Eisenbügel schlagen zu. Dabei soll das Tier sofort getötet werden. Es gibt für verschiedene Tierarten unterschiedliche Fallengrößen. Wenn die falsche Tierart in die Falle geht, treffen die Bügeleisen aber nicht das Genick, und das entsprechende Tier ist nur verletzt und verendet elend. Kratzt das Tier erst am Köder, ehe es zubeißt, schlägt die Falle nur die Beine ab. Durch EU-Verordnung wurde die minimale Schlagkraft verstärkt, aber auch dadurch wird das Problem der falschen Tierart nicht gelöst. Angesehen davon, dass die alten Fallen deswegen nicht vom Markt verschwinden. Immer wieder werden Unfälle mit Kindern und auch Jägern, die erheblich verletzt wurden, durch die Presse bekann.
Auch Lebendfallen stellen eine große Tierquälerei dar. Die Fallen sollen laut Gesetz zweimal täglich kontrolliert werden, damit die Wildtiere in dem kleinen Käfig, in dem sie toben und versuchen frei zu kommen, sich nicht zu lange quälen. Bei den Befreiungsversuchen brechen sie sich die Eckzähne ab oder reißen sich die Krallen aus. Wenn der Jäger dann endlich kommt, um die Falle zu kontrollieren, wird das Tier erschossen. Selbst in Jägerkreisen wird die zweimalige Kontrolle für utopisch gehalten. Bei Knüppel- und Balkenfallen sieht es nicht besser aus. Auch bei den kleinen Mausefallen kann man feststellen, dass die Falle mit der toten Maus meterweit von der Stelle entfernt liegt, an der sie aufgestellt wurde, da sie oft nicht sofort tötet. Es gibt Fallen, die im Bau eines Tieres aufgestellt werden. In diese Fallen geht kein fremdes Tier. Diese sind der Größe des zu fangenden Tieres angepasst (Kunstbaufallen für den Fuchs, Federfallen für die Wühlmaus). Da es Alternativen auch zu diesen Fallen gibt, fordert der NABU ein Verbot aller Fallen.
von Karl Gluth
Der Eisvogel bewohnt Nordafrika, Asien und Europa. Er ist 17 cm lang und wiegt 35 g. Das Männchen hat einen schwarzen Schnabel, während beim Weibchen nur der Oberschnabel schwarz und der Unterschnabel rötlich ist. Erwachsene Tiere haben rote Füße. Beim Jungvogel sind die Füße dunkel, und der Schnabel ist kürzer mit weißer Spitze. Die Nahrung besteht aus kleinen Fischen, Wasserinsekten, kleinen Fröschen und Kaulquappen. Unverdauliches, wie Fischgräten, speit er als Gewölle aus. Seine Stimme ist ein schriller Schrei beim Abfliegen.
Der Eisvogel gräbt Bruthöhlen von bis zu 1 m Länge in Steilufer. Die bis zu 7 weißen Eier werden 3 Wochen lang bebrütet, die Nestlingszeit beträgt 4 Wochen. Es gibt bis zu drei Bruten im Jahr. Die jungen Eisvögel sitzen im Brutkessel. Hat der am Höhlenende sitzende Jungvogel einen Fisch bekommen, rückt er einen Platz weiter („Eisvogelkarussell“). So kommt jeder zu seinem Recht. Der Eisvogel ist ein Einzelgänger, Jungvögel werden nach kurzer Zeit aus dem Revier vertrieben. Männchen und Weibchen besetzen außerhalb der Brutzeit unterschiedliche Reviere.
Mit Eis hat dieser Vogel nichts zu tun. Im Althochdeutschen hieß es Eisenvogel, was später zu Eis verballhornt wurde. Wenn man Eisen schmiedet und zum Härten ins Wasserbad steckt, läuft das Eisen blaugrün an, eben in der Farbe des Eisvogels.
Eisvögel sind eigentlich tropische Vögel, die mit 92 Arten vorwiegend die warmen Länder bewohnen. Deutschland lag ja auch einmal am Äquator, durch die Kontinentalverschiebung (Wegener) verdriftete Deutschland nach Norden; Vögel mussten sich anpassen oder aussterben. Die Größe variiert vom winzigen Zwergeisvogel in Afrika bis zum großen „Lachenden Hans“, der in Australien in Baumhöhlen wohnt und von Reptilien lebt. Nur unser Eisvogel hat es geschafft, auch im kalten Norden zu überleben. Das Geheimnis ist seine Fruchtbarkeit. Er ist Teilzieher, einige Vögel überwintern bei uns.
Eisvögel sind Gewinner der Klimaerwärmung. Trotzdem sterben im Winter viele Eisvögel, da die stehenden Gewässer zufrieren und an vielen Bächen und Flüssen Bach begleitende Spazierwege bestehen. Wanderer tragen hier oft unbewusst zum Tod des Eisvogels durch Verhungern bei. Der Eisvogel ist ein Lauerjäger, d. h. er muss oft lange sitzen, bis ein Fisch in Fangposition ist.
Die Begradigung und Verschmutzung der Bäche hat den Eisvogel an den Rand des Aussterbens gebracht. Heute haben sich die Bedingungen verbessert. Sogar mit Kunsthöhlen kann man Eisvögel ansiedeln. Besser ist es aber, an Bächen Steilufer zu schaffen.
Heute sprechen mich oft Leute an, die im Broichbachtal plötzlich einen Eisvogel vorbeifliegen sahen. Er fliegt immer tief und schnell über die Wasseroberfläche, so dass diese blaugrüne Gestalt jeden Beobachter überrascht und begeistert.
Mich erinnert er immer an eine fliegende blaugrüne Christbaumkugel.
(Foto: NABU)
Foto: NABU
von Hans Raida
Die frühen Informationen über Saatkrähen beruhen auf Vernichtungs- oder Vertreibungsaktionen. Aus den Unterlagen des Stadtarchivs Alsdorf ist verbürgt, dass 1820 durch die Feuerwehr eine Kolonie von 1000 Nestern in Alsdorf-Busch zerstört wurde. Im Stadtarchiv von Herzogenrath ist schriftlich festgehalten, dass die Offiziere der Aachener Garnison wiederholt auf Schloss Rimburg eingeladen wurden, zum Ausschießen der Saatkrähen. Positiv ist dagegen im Ortsteil Noppenberg, Herzogenrath die Bezeichnung eines Waldstücks mit „Krohne Bösch“ zu werten. Die Bezeichnung geht auf die Erinnerung des Heimatforschers Steinbusch an eine Saatkrähenkolonie zurück. Der Heimatverein Noppenberg hat diesen Hinweis aufgenommen und zur Erinnerung einen Gedenkstein errichtet, der die Beschriftung „Krohne Bösch“ trägt. Die Bewohner des Stadtteils Mariadorf in Alsdorf nennen sich „de Krohne“ und werden auch von Außenstehenden so genannt. Der Bürgerverein Mariadorf steht zu diesem Namen und hat die Krähe als Wappenvogel im Briefkopf. Auf die Initiative des Vereins geht das Krähendenkmal zurück. Entsprechend nennt sich auch der dortige Karnevalsverein „De Krohne“.
Vom Hambacher Forst (Jülich) wird von 500 Horsten um 1910 berichtet. Eine weitere größere Ansiedlung wird mit 200 Paaren um 1944 in Geilenkirchen erwähnt.
Um 1900 gab es auf der Fläche der alten Bundesrepublik 100.000 Brutpaare der Saatkrähe. 1950 waren es nur noch 25.000, und dreißig Jahre später wird ihr Bestand mit 17.000 angegeben. „Die einst so zahlreichen Vögel waren ab 1950 in vielen Kreisen ausgerottet.“ Seit Inkrafttreten der Bundesnaturschutzverordnung 1980 besteht für die Saatkrähe Jagdverbot, so dass sich die Bestände wieder langsam erholten. Für das Jahr 2009 wird der Bestand für das heutige Gebiet der BRD wieder auf 77.000 Brutpaare angenommen. Die Verbreitung ist jedoch in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. Die größten Kolonien mit über 1000 Brutpaaren liegen heute in Schleswig-Holstein.
In unserem Gebiet siedelten die Saatkrähen entlang eines Waldgürtels von Stolberg über Alsdorf nach Rimburg (Übach-Palenberg). Kleine Restwaldbestände lassen die einstige Waldverbreitung heute nur noch erahnen. Heute befinden sich Kolonien in Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler und Würselen, außerdem an vier Stellen in der Stadt Aachen. Die gezielte Verfolgung durch den Menschen – trotz des rechtlichen Schutzes seit 1980 – hörte nicht auf. „Das Fällen der Horstbäume, das Ausschießen der Nester, das Vergiften der Vögel hat dem Krähenbestand zugesetzt und begrenzt ihn auch weiterhin stärker, als wir es hinnehmen können.“ Als Folge der Störung oder Vernichtung der größeren Kolonien spalten sich die Kolonien auf und siedeln in unseren dörflichen oder städtischen Innenbereichen. Hier wird das Gekrächze vom frühen Morgen bis zum späten Abend während des Nestbaues und der Aufzucht der Jungen mehr als nur störend empfunden, so in Baesweiler. In Alsdorf auf dem Saint-Brieuc-Platz kann die Parkfläche nur eingeschränkt genutzt werden wegen der Verschmutzung durch Kot. Diese Kolonien entstanden in der Folge der Vernichtung/Vertreibung
der Kolonie an der Bergehalde Adolf in Merkstein (1990 durch Ausschießen) und auf dem Zechengelände in Siersdorf im Jahre 2000 durch Fällaktionen im Bereich der Horstbäume.
Trotz aller Störungen hat es eine Zunahme der Kolonien und der Brutpaare in den letzten zwei Jahrzehnten gegeben. Hier eine Aufstellung über die Lage und die Bestandsgröße der Kolonien aus dem Jahre 2009:
Alsdorf, Saint-Brieuc-Platz 66 Nester seit 1999
Baesweiler, Volkspark 8 Nester neu
Baesweiler-Setterich, Wolfsgasse 63 Nester neu seit 2008 (52)
Baesweiler-Floverich, Sportplatz 11 Nester neu
Würselen, Oppener Str. 42 Nester seit 2005
Eschweiler, Inde/Omerbach 11 Nester seit 2008
Aachen-Laurensberg, Roermonderstr.,
Tittardsfeld, Schulzentrum 178 Nester
Aachen, Heinrichsallee 57 Nester
Aachen, Seffenter Weg 29 Nester
Aachen, Am Wilkensberg 7 Nester seit 2006
Während sich die Bestände in der Städteregion nur allmählich stabilisieren, ist die Entwicklung im Kreis Heinsberg 2009 deutlich besser. In 21 Kolonien wurden 1521 Nester gezählt.
Genaue Bestandsgrößen sind nur beim Horstbau im Frühjahr festzustellen. Die Zählung sollte möglichst erfolgen, bevor die Bäume ganz belaubt sind. In der Regel reichen zwei Zählungen nach Brutbeginn aus.
In den Wintermonaten kann man oft große Ansammlungen von Krähen beobachten. Als die Mülldeponien in Alsdorf-Warden und Herzogenrath-Niederbardenberg offen verfüllt wurden, konnten Schwärme von über 1000 Tieren gezählt werden. Bei diesen Schwärmen handelt es sich um Wintergäste aus den östlichen Gebieten in Russland, Polen, Ungarn. Sie ziehen im Frühjahr in ihre Brutgebiete zurück. Auch die hier brütenden Saatkrähen begeben sich auf einen Winterzug nach England. Nach Beobachtungen in den letzten Jahren scheint sich der Winterzug zu verändern; Schwärme aus dem Osten verringern sich, die hiesigen Saatkrähen bleiben hier in ihren Brutgebieten.
Das Ansehen der Saatkrähe in der Gesellschaft war stets Änderungen unterworfen, von der Verfolgung über die Duldung oder als Vertilger von „Schädlingen“ begrüßt. Heute wissen wir, dass sie zu einem Jahrtausende alten sinnvollen Ökosystem gehört, das es zu schützen und zu erhalten gilt. Zum Nahrungsspektrum gehören sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung. Bevorzugt wird die Nahrung unter der Erdoberfläche gesucht: Insekten, deren Larven, Schnecken, Regenwürmer. Selbst in der Nähe von Kolonien betrug nach Untersuchungen der Verlust bei Weizen lediglich 0,6 %, bei Gerste 0,3 %.
Alle Rabenvögel gelten als ausgesprochen schlau. Eine Studie beschreibt, wie Saatkrähen durch geschicktes Verhalten an Futter gelangen und dabei sogar Werkzeuge herstellen. Aus Aachen berichtete Frau Thimm u. a., dass Krähen Walnüsse auf die Straße fallen ließen und abwarteten, bis diese vom Autoverkehr überrollt wurden. Beim Fressen sollen sie die Ampelphasen rot-grün beachtet haben.
„Drei Dinge sind es, die Saatkrähen in ihrem Lebensraum suchen: Nahrung, Fortpflanzungsmöglichkeiten und das Gefühl der Sicherheit. Ackerböden, ausgedehnte Wiesen, die Nähe von Ortschaften und natürliche Baumbestände sind wichtige Strukturen im Lebensraum der Saatkrähe.“
Ergänzend seien noch die übrigen heimischen Rabenvögel erwähnt: Kolkrabe, Rabenkrähe/Nebelkrähe, Elster, Eichelhäher und Dohle. Seit 2007 ist der Kolkrabe wieder Brutvogel im Bereich des Nationalparks Eifel. Die Rabenkrähe, flächendeckend verbreitet, genießt als Nesträuber einen überaus schlechten Ruf. Aufgrund des Verfolgungsdrucks in der freien Landschaft ist auch sie Brutvogel im Bereich der menschlichen Siedlung. Die Nebelkrähe, östlich der Elbe beheimatet, ist gelegentlich als Nahrungsgast in den Winterschwärmen der Krähen. Als Brutvogel sind Elster und Eichelhäher flächendeckend bei uns vorhanden. Auch die Elster hat ihren Lebensraum aus der freien Landschaft in die menschliche Nähe verlagert. Dem Eichelhäher wird von Förstern und Jägern eine gewisse Nützlichkeit zuerkannt, weil er Samen, z. B. Nüsse und Eicheln, im Waldboden versteckt, die zum Teil keimen und zur natürlichen Waldverjüngung beitragen. Aber auch das schützt sie nicht vor der Verfolgung. Dohlen sind in kleinen Populationen durchgängig nachgewiesen, im Kreis Heinsberg ist eine ständige Zunahme festzustellen.
Hier die offiziellen Abschusszahlen der Jagdstrecke 20007/08 für NRW:
Rabenkrähe 107.691 davon Fallwild 578
Elster 48.042 davon Fallwild 265
Eichelhäher 296 davon Fallwild 207 (860 weniger als im Vorjahr)
von Karl Gluth
Was viele nicht wissen, der echte James Bond war ein amerikanischer Ornithologe, er schrieb u. a. das Buch „Birds of the West Indies". Der Autor J. Fleming, selbst ein begeisterter Vogelkundler, benutzte mit dessen Genehmigung den Namen des Ornithologen für seine Romanfigur. Der echte James Bond starb 1989 mit 89 Jahren in Philadelphia. In Gerhard Molls Tagebüchern ist das natürlich erwähnt.
Als Herr Moll 90 Jahre alt wurde, bat er um Geldspenden zum Kauf eines Waldes. Der NABU Aachen-Land stockte den Betrag auf, um den Kauf von 2,3 ha Wald zu realisieren. Der „Ornithologische Verein" übernahm die Notar- und Grundbucheintragungskosten. Der Mischwald aus Kiefern, Eichen, Robinien und Pappeln in der Nähe von Alsdorf-Altofden steht auf Sand. Fuchs und Dachs können leicht Höhlen bauen. Der Vogelbestand ist groß. Das Grundstück grenzt im Süden an den Euchener Bach, im Osten an das Naturschutzgebiet Alter Bahndamm. Da der Wald der Natur überlassen wird, können alle Bäume alt werden, der Totholzanteil steigt zur Freude der Spechte und Insekten.
Am 10. Mai 2004 pflanzte Herr Moll im Beisein der Presse die vom NABU gespendete „Moll-Linde“, die prächtig gedeiht.
Herr Moll starb am 2. September 2006 mit 93 Jahren. Um immer an ihn zu erinnern, setzte der NABU 2007 im Mollwald einen Gedenkstein mit der Inschrift „NABU – Mollwald - G. Moll - 1913-2006". Dieser Stein kam in der Eiszeit aus Skandinavien an den Rhein, er reiste so gerne wie Herr Moll.
Schon heute kommen Anfragen: wer war Herr Moll, wofür steht der Stein? So bleibt durch den Mollwald Herr Moll in Erinnerung, wie James Bond als Namensgeber für Romane. Ornithologen sind eben was Besonderes!
von Karl Gluth
Jeder kennt ihn - aber wer hat ihn schon gesehen? Sein Ruf, der häufig wiederholt wird, ist sein Kennzeichen, er hat aber auch andere Stimmlaute. Sein großes Verbreitungsgebiet in Europa und Asien trägt ebenfalls zu seinem Bekanntheitsgrad bei.
Er braucht naturbelassene Flächen, die von Bäumen oder Büschen gesäumt sind; in der heutigen Agrarlandschaft ist der Kuckuck nicht zu finden. Viele Lieder besingen das Kuckucksleben, seine Häufigkeit kommt im Lied „In einem Baum ein Kuckuck - Simsalabim...“ besonders im Vers 2 vor: „Da kam ein junger Jäger, ...der schoss den armen Kuckuck tot. Und als ein Jahr vergangen, ... Simsalabim … da war der Kuckuck wieder da!“
Der Kuckuck ist 34 cm groß und wiegt 115g. Seine Nahrung besteht u. a. aus haarigen Schmetterlingsraupen. Eine Besonderheit ist der Brutparasitismus, d. h. das Kuckucksweibchen legt je ein Ei in die Nester anderer Vögel, die den Jungvogel aufziehen, manchmal entfernt es auch ein Ei aus dem Nest. Die Eifarbe muss nicht mit den anderen Eiern übereinstimmen, ist aber oft ähnlich Die Eier sind aber für den großen Kuckuck sehr klein. Es sind 100 Wirtsvögel bekannt; meistens legt der Kuckuck seine Eier in die Nester der Art, von der er selbst aufgezogen wurde. Der Jungkuckuck wirft die Eier seiner Zieheltern aus dem Nest, denn er braucht alle Nahrung für sich und fliegt schon nach 16 Tagen aus.
Als typischer Zugvogel hält sich der Kuckuck nur von April bis September bei uns auf. In Skandinavien verschieben sich die Zeiten, da er auch nachts Futter aufnehmen kann (Mitternachtssonne). Jungvögel finden den Zugweg alleine. Der Flug ist falkenähnlich, die Flügel sind beim Kuckuck aber spitzer. Männchen und Weibchen sind schwer zu unterscheiden, Weibchen haben an der Kehle eine braune Sperberung, es gibt aber auch völlig braune Vögel. Jungvögel haben am Hinterkopf einen weißen Nackenfleck.
In Europa gibt es in Spanien und Portugal noch eine andere Kuckucksart, den Häherkuckuck. Dieser legt seine Eier in Elsternester, die Elster zieht den Kuckuck und ihre Jungen gleichzeitig auf. Im Osten vertritt ihn der ähnliche Hopfkuckuck. Weltweit gibt es 136 Kuckucksarten, vom farbenprächtigen Goldkuckuck oder Smaragdkuckuck in Afrikas Regenwäldern bis zum unscheinbaren Tiputip. Einige Kuckucksarten ziehen auch ihre Jungen selber auf, z. B. der bekannte Rennkuckuck (Roadrunner) in Amerika oder der Weißbrauensporenkuckuck (Tiputip) in Afrika.
Kuckucksschutz ist Großflächenschutz, daher eine staatliche Aufgabe in der Erweiterung von Schutzgebieten und im Schutz seiner Überwinterungsgebiete in Afrika.
von Hans Raida
Unter der Bezeichnung „Gemeinde Alsdorf, Flur 54, Flurstück 66, Gebäude und Freifläche Eseler Feldchen, 8 m²“ wird das kleinste Grundstück des NABU geführt.
Es handelt sich um ein ehemaliges Transformatorenhäuschen aus der Zeit um 1920/30. Das Gebäude ist in Ziegelbauweise errichtet und ca. 7,5 m hoch. Im Zuge der technischen Veränderungen wurde es überflüssig und sollte abgerissen werden. Auf Wunsch des NABU blieb dieses technische Denkmal in Alsdorf-Duffesheide erhalten und wurde vom RWE dem NABU übertragen. Für die weitere Verwendung bestand die Überlegung, gleich mehreren Vogelarten Unterschlupf zu bieten: der Schleiereule, dem Mauersegler, dem Feld- und Haussperling und außerdem den Fledermäusen.
Erfolgreich wurde bisher das oberste Stockwerk von den Schleiereulen besetzt. Seit mehreren Jahren ziehen sie hier erfolgreich ihre Jungen groß. Außerhalb der Brutzeit wurden in drei Monaten 95 Gewölle gezählt. In der Regel befanden sich in jedem Speiballen drei Schädel. Die Gewölle enthielten fast ausschließlich Knochenreste von Mäusen, etwa zu zwei Dritteln von Spitzmäusen der Gattungen Sorex und Neomys und zu einem Drittel von Feldmäusen. Nach Schädelgröße und Zahnform waren drei Schermäuse bestimmbar. Untersuchungen während der Projektwoche 2006 an der Gesamtschule in Herzogenrath bestätigten die zahlenmäßige Zusammensetzung.
Kleinvögel stehen offenbar nicht auf dem Speiseplan der Schleiereulen. In den 95 Gewöllen befand sich nur ein Schädel eines Kleinvogels (wahrscheinlich Blaumeise). Auffallend waren jedoch drei Skelette von Molchen; eine genauere Bestimmung ist sicher nur Spezialisten möglich.
Ehrgeizigen Jungforschern, Gruppen oder Klassen wäre es bei einer Langzeituntersuchung sicher möglich, detailliertere Kenntnisse über das Nahrungsspektrum der Schleiereule zu erhalten.
Durch Witterungseinflüsse und auch noch durch Kriegsschäden ist das Gebäude sanierungsbedürftig. Die beiden der Witterung zugewandten Seiten müssen dringend neu verfugt werden. Nach den Stürmen im September 2007 sind zwei Dachziegel aus dem Mittelfeld abgerutscht und das Dach ist an dieser Stelle offen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Vermutlich muss auch der Dachstuhl teilweise oder ganz erneuert werden. Neben tatkräftigen Händen sind bei der Instandsetzung auch Sponsoren gesucht.
Foto: NABU
von Wolfgang Voigt
Am 2. September 2006 ist unser Ehrenvorsitzender Gerhard Moll im Alter von 93 Jahren in Alsdorf verstorben.
Mit ihm verliert der ehrenamtliche Naturschutz im Raum Aachen seinen Nestor. Als Vorsitzender des Ornithologischen Vereins Aachen in den Jahren 1961 bis 1993 hat er die Arbeit dieser Gemeinschaft geprägt und über den eigentlichen Wirkungsbereich hinaus bekannt gemacht. So sind seine Beobachtungen und die seiner Mitstreiter in zahlreiche überregionale Kartierungen eingeflossen.
Auf seine Initiative hin ist 1976 die Kreisgruppe Aachen-Düren im Deutschen Bund für Vogelschutz gegründet worden. Gerhard Moll hat erkannt, dass nach dem neu geschaffenen Bundesnaturschutzgesetz und dem nordrhein-westfälischen Landschaftsgesetz eine Mitwirkung bei den umweltrelevanten Entscheidungen nur im Rahmen einer solchen Gruppierung möglich ist. Er hat die Kreisgruppe Aachen auch nach der Abtrennung des Kreisverbandes Düren als Vorsitzender bis 1989 geleitet. Diese trägt heute den Namen NABU Aachen-Land.
Über fünfzig Jahre hat Gerhard Moll alle vogel- und naturkundlichen Beobachtungen in nahezu neunzig Tagebüchern festgehalten. Ein Teil dieser Aufzeichnungen hat ihren Niederschlag in dem Buch „Die Vögel im Norden des Kreises Aachen“ von Hartmut Fehr gefunden. Wolfgang Voigt hat das Gesamtmaterial gesichtet, ausgewertet und in Form von Computer-Dateien dokumentiert. Auf der Basis dieser Informationen hat der NABU Aachen-Land mehrmals erfolgreich bei Behördenvorgängen und Planungsmaßnahmen beratend mitwirken können. Auch die Biologische Station im Kreis Aachen hat einen Großteil der gesicherten Daten übermittelt bekommen.
Gerhard Moll ist bis zuletzt auch persönlich Partner bei Anfragen zu Naturschutzbelangen gewesen. Er hat sich durch seine faire Haltung in Verhandlungen den Respekt und die Achtung von Behördenvertretern erworben. Entscheidungen sind so oft genug in unserem Sinne beeinflusst worden, wenn in unseren Stellungnahmen sein Name gestanden hat.
Für seine Verdienste um den Naturschutz hat Gerhard Moll folgerichtig verschiedene Auszeichnungen erhalten: Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, hat als erster Naturschützer den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland verliehen bekommen und ist natürlich mit der Goldenen Ehrennadel des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) geehrt worden.
An der Trauerfeier am 16. September 2006 haben viele Weggefährten des Verstorbenen teilgenommen, darunter Vertreter aus Schule und Universität, aus Naturschutzverbänden und Umweltgruppierungen. Unser besonderer Dank gilt Dr. Gerhard Erdtmann, der in einer besinnlichen Ansprache mit einigen heiter-wehmütigen Akzenten den großen Verlust aufgezeigt hat, aber auch das Erbe, das uns hinterlassen worden ist.
Wir vom NABU Aachen-Land werden Gerhard Moll in liebevoller Erinnerung behalten und in seinem Sinne weiterwirken.
von Heinz Weishaupt
In den letzten 12 Monaten wurden im „Monschauer Land“ wieder viele interessante und seltene Vögel beobachtet. Das „Monschauer Land“ besteht aus den Teilen des ehemaligen Kreises Monschau, die jetzt zum Kreis Aachen gehören. Dies sind die Gemeinden Roetgen und Simmerath und die Stadt Monschau.
Bei einer NABU-Exkursion Anfang Oktober 2006 war ein über Rurberg ziehender Fischadler der Höhepunkt. Ende September 2007 flogen zwei Fischadler über die Perlenbachtalsperre nach Südwesten.
Im milden und schneearmen Winter jagten wieder Kornweihen im Raum Imgenbroich und am Kranzbruch bei Simmerath. Raubwürger wurden im letzten Herbst und im Winter im Bereich Kranzbruch-Hoscheit und bei Imgenbroich festgestellt. In diesem Jahr ist er seit Juli wieder regelmäßig am Kranzbruch zu beobachten.
An mehreren Tagen im Februar hielten sich in einem Renaturierungsgebiet bei Mützenich, dem Roten Venn, einige Bergpieper und Rohrammern auf. Die Schneeballbeeren an der B 399 zwischen Imgenbroich und Simmerath zogen etwa 30 Seidenschwänze an, die sich dort vom 21. Februar bis zum 4. März aufhielten. Somit konnten in diesem Bereich in vier der letzten fünf Winter Seidenschwänze festgestellt werden.
Eine Vogelart, die in den letzten Jahren immer häufiger im Grenzland erscheint, ist der Silberreiher. Auch in der Nordeifel gab es zwei Nachweise dieser weißen Reiher. Am 11. November 2006 flogen zwei bei Witzerath, und am 23. September 2007 waren es sogar 8, die über Simmerath flogen.
Auf dem Frühjahrszug wurden viele Ringdrosseln im Monschauer Land gesehen. Auch rasteten einige Schafstelzen und Heidelerchen bei Monschau und bei Simmerath. Am 4. Mai kreisten vier Weißstörche über den Wiesen zwischen Strauch und Witzerath.
Der Schwarzstorch wurde in diesem Sommer mehrfach im Bereich der Rurtalsperre und bei Höfen gesehen. Hierbei handelt es sich wohl um Vögel, die im Nationalpark Eifel brüten. In der gesamten Eifel soll es etwa 25-30 Brutpaare geben.
Neben dem Rotmilan dürfte jetzt auch der Schwarzmilan Brutvogel im Kreis Aachen sein. Während der Brutsaison wurde er oft beim Anflug eines Hangwaldes am Schilsbachtal bei Woffelsbach beobachtet. Am 14. Juli kreisten vier Schwarzmilane bei Woffelsbach, von denen auch einige auf den frisch gemähten Heuwiesen zwischen Woffelsbach und Steckenborn auf Nahrungssuche gingen. Aus der Umgebung von Kalterherberg gab es Beobachtungen des Schwarzmilans vom April, Juli und August. Bei Kalterherberg wurde auch eine erfolgreiche Brut des Rotmilans nachgewiesen. Dort konnten zwei Jungvögel in einem Horst beobachtet werden. Insgesamt dürfte es 6-8 Brutpaare im südlichen Kreis Aachen geben.
Der Balzflug eines Wespenbussards wurde Anfang Juli bei Lammersdorf beobachtet. Im Juni flog einer über dem Waldgebiet am oberen Fuhrtsbachtal bei Höfen. Baumfalken wurden in diesem Jahr bei Kalterherberg, Mützenich, Dedenborn und Hammer gesehen. Im Juli kröpfte einer seine Beute auf einem Baumstumpf im Kranzbruchvenn.
Im Kirchturm von Imgenbroich haben Schleiereulen mindestens vier Junge großgezogen. Eine Waldohreule rief im April in der Nähe der Jugendherberge Hargard bei Monschau.
Kleinspecht und Mittelspecht wurden im Bereich des Rursees festgestellt. Diese beiden Arten sind im Nationalpark als Brutvogel verbreitet. Wahrscheinlich brüten sie auch vereinzelt in der Gemeinde Simmerath. Ein Revier des Mittelspechts wurde bei Woffelsbach gefunden. Bei Rott wurde eine Brut nachgewiesen. Der Schwarzspecht wurde im Fuhrtsbachtal, im Dürholderbachtal bei Rohren, bei Kalterherberg, im Rurtal bei Dedenborn und Einruhr, sowie bei Rott und Mulartshütte festgestellt.
Hohltauben riefen am Riffelsbach bei Rohren, Turteltauben am oberen Püngelbach bei Wahlerscheid und am Fuhrtsbach bei Höfen. Eisvögel wurden mehrmals an der Perlenbachtalsperre, an der Kall und an der Rur festgestellt. Ein Brutplatz wurde aber nicht gefunden.
Das Braunkehlchen ist ein regelmäßiger Durchzügler auf den Hochflächen bei Monschau und Simmerath, als Brutvogel ist diese Art aber sehr selten geworden. Mir ist nur noch ein Brutpaar am alten Modellflugplatz bei Simmerath bekannt. Anders sieht es beim Schwarzkehlchen aus. Mit etwa 15 Revieren hat sich der Brutbestand gut entwickelt. Sehr erfreulich ist auch der Bestand des Neuntöters. Es wurden mindestens 16 Reviere registriert, dabei wurden in 9 Revieren Jungvögel festgestellt. An 6 weiteren Stellen wurden während der Brutzeit einzelne Neuntöter gesehen.
Von anderen bei uns selten vorkommenden Singvögeln gab es in der Brutsaison folgende Nachweise: Eine Rohrammer sang im NSG Lenzbach bei Paustenbach. Der Feldschwirl wurde im Fuhrtsbachtal und am Biberstau Kranzbach bei Simmerath gehört. Sumpfrohrsänger sangen in Dedenborn, an der Kall zwischen Bickerath und Lammersdorf, am Ellenbruch bei Konzen und bei Höfen-Alzen. Ein Orpheusspötter sang in einem Garten in Rott und ein Trauerschnäpper bei Kesternich. Bei den singenden Teichrohrsängern bei Woffelsbach, Hammer und Konzen dürfte es sich wohl um Durchzügler gehandelt haben.
Sehr häufig war in diesem Jahr der Kernbeißer zu sehen. Von Mai bis Juli konnte er bei fast jeder Wanderung festgestellt werden. Ab Ende Juli waren auch Jungvögel dabei. Junge Fichtenkreuzschnäbel wurden im April und Mai bei Höfen und Eicherscheid beobachtet. Der Girlitz wurde in diesem Jahr nur in Rohren und bei Imgenbroich gesehen, Birkenzeisige bei Konzen, Imgenbroich und Simmerath.
Als Besonderheit ist bei den Rabenvögeln der Kolkrabe an der Dreilägerbachtalsperre bei Roetgen zu erwähnen. Im Januar erschien ein Tannenhäher in einem Garten in Mützenich. Während der Brutzeit gab es jeweils eine Beobachtung im Fuhrtsbachtal und bei Kalterherberg. Anfang Juli hielt sich ein junger Tannenhäher an der Perlenbachtalsperre auf.
Foto: Wolfgang Voigt
von Hans Raida
Die Zunahme versiegelter Flächen, erhöhter Wasserverbrauch in Haushalt und Industrie führten zu vermehrtem Hochwasser in den Flussauen und den bebauten Ortsbereichen. Die Überlegungen der Wasserbauer führten zu einer Begradigung der Bäche und Flüsse, um einen schnelleren Wasserabfluss zu erreichen. Als Folgeeinrichtungen wurden sogenannte Rückhaltebecken geplant und sowohl an kleineren Fließen und Bächen ausgeführt. Im Bereich des Broichbaches von Alsdorf bis Herzogenrath sind alleine sieben geplant und zum Teil ausgeführt.
Obwohl es geeignetere Rückhaltemaßnahmen gibt, setzt man auch heute noch auf den Bau von HRB und seit kurzem zusätzlich auf Bodenfilterbecken. Diese bewirken sowohl eine Wasserrückhaltung als auch eine Reinigung durch das Filtern über eine Kiesschicht.
Das Rückhaltebecken in Herzogenrath bestand zunächst nur aus einem einfachen Becken. Um ein Verschlammen zu verhindern, wurden zwei Vorklärbecken vorgeschaltet. Der Einbau eines Hydroslides regelt den Abfluss aus dem HRB in Broichbach und Wurm, bei Hochwasser mit 5 m³ pro sec. Eine Erhöhung des Dammes schaffte weiteren Stauraum für 170.000 m³. In den beiden letzten Jahren überzog sich die ganze Wasserfläche mit Wasserlinsen und Schwaden aus Algen. Dies führte beim Wasserverband Eifel-Rur zu der Überlegung, den Broichbach nur noch als Rinne durch das HRB zu führen und Wasser nur noch bei Hochwasser einzustauen.
Eine so massive Veränderung berücksichtigt ausschließlich technische Aspekte; Naturschutz bleibt dabei völlig außer Betracht. Die Entwicklung im HRB erfolgt immer in Abhängigkeit vom Grad der Abwasserreinigung in den Kläranlagen und dem Schmutzeintrag bei Hochwasser. Um eine funktionstüchtige Landschaft für Mensch und Natur wiederherzustellen, haben Einzelpersonen und Naturschutzgruppen seit 1974 eine Renaturierung des Broichbaches, seiner Fließgewässer und die Erneuerung der Mühlenteiche gefordert. Die Ausführung hätte aufwendige und kostenträchtige Hochwasserbecken erübrigt. Die EuRegionale böte noch eine gute Gelegenheit zur Ausführung, um Naturbelange und historische Aspekte zu verbinden.
Das HRB liegt im Naturschutzgebiet Broichbachtal und genießt auch den Schutzstatus eines NSG. Zu einem Zeitpunkt, als Fäkalien, Klärschlamm, chemische Belastung die Wasserqualität bestimmten, sprachen sich Rat und Verwaltung dafür aus, das HRB zu einem Schmuckstück zu entwickeln.
Unbeeindruckt von den Erklärungen des Stadtrates entwickelte der Weiher ein Eigenleben, zunächst mit Zuckmückenlarven und Tubifex. Sie bildeten die Hauptnahrungsquelle für die Teichrallen. Aufgrund des hohen Nahrungsangebotes hatte der nördliche Teil des Kreises Aachen mit den stark verschmutzten Gewässern den höchsten Bestand an Teichrallen in der BRD. Limikolen und Schnepfen machten auf dem Frühjahrs- und Herbstzug als Nahrungsgäste Rast.
Mit der Verbreitung der Wandermuschel in den hiesigen Gewässern stellten sich neue Nahrungsgäste am HRB ein, die Tauchenten Reiherente, Tafelente, Kolbenente und selten Bergente, Moorente. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Wandermuschel die einzige Nahrungsgrundlage ist.
Eine Ausnahme von der Annahme, dass die Nahrungsgrundlage auch das Artenspektrum und die Anzahl der Individuen bestimmt, machte das Massenaufkommen der Möwen zwischen 1972 und 83, hauptsächlich Lach- und Silbermöwen. Ihr Nahrungsbiotop war die Müllkippe im Braunkohlentagebau Maria Theresia, Herzogenrath-Niederbardenberg. Auf ihr wurden bis 500 Silbermöwen und 3.000 bis 5.000 Lachmöwen gezählt. Das HRB diente den Vögeln zur Aufnahme von Wasser, zur Gefiederpflege und einer geringen Anzahl zur Übernachtung.
Das HRB ist seit ca. 30 Jahren einbezogen in die internationale Wasservogelzählung, die monatlich durchgeführt wird. So lässt sich die Entwicklung auf dem ca. 2,6 ha großen Gewässer kontinuierlich verfolgen. Ein Auszug aus der Zählung im September 2005 ergibt folgenden Bestand: 6 Zwergtaucher, 4 Haubentaucher, 12 Kormorane, 3 Graureiher, 16 Höckerschwäne, 2 Trauerschwäne, 3 Nilgänse, 42 Stockenten, 8 Reiherenten, 14 Teichrallen, 67 Blessrallen. Die Zahlen müssen ab Oktober ständig nach oben erweitert werden, da ständig weitere Nahrungs- oder Überwinterungsgäste eintreffen.
Auffallend gegenüber den Vorjahren ist die große Anzahl der Schwäne, die sich seit Monaten auf dem Gewässer aufhalten. Für die Gewässergröße von knapp 3 ha würde man allenfalls zwei Paare annehmen. Die übermäßige Vermehrung der Wasserpflanzen hat diese besondere Nahrungsgrundlage geschaffen. Hiervon profitieren auch Gänse, Stockenten und Blessrallen. Das regelmäßige Füttern durch Besucher des Naherholungsgebietes begünstigt diesen hohen Bestand.
Zwergtaucher, Reiherenten und ein Teil der Blessrallen sind bereits Nahrungs- oder Überwinterungsgäste. Anhand der Ringfunde ließ sich feststellen, dass einige eine Flugstrecke von 1250 km bis Herzogenrath zurückgelegt hatten. Bei einem Kormoran kann man ersehen, dass er in diesem Jahr zum dritten Mal auf dem HRB ist. Seine Beringung erfolgte in Flevoland/Holland. Im Laufe der Jahre fanden sich die unterschiedlichsten Arten zur Rast oder Überwinterung ein, die auffallendsten waren Trauerseeschwalben, Zwergsäger, Gänsesäger. Die Kanadagänse haben sich von hier mit der Erstbrut 1990 verbreitet; 2004 wurden 272 gezählt. Zum festen Bestand an Broichbach und HRB zählt der Eisvogel. Mit Erstaunen stellen Besucher oft fest: Das ist ja der Vogel aus der Fernsehwerbung!
Zu Konflikten kam es im vergangenen Jahr zwischen Jägern und Besuchern des Naherholungsgebietes. Enten und Blessrallen wurden trotz der vielen Spaziergänger abgeschossen. Dies führte zu Diskussionen bei aufgebrachten Bürgern, bei Rat und Verwaltung sowie in der Presse. Ein „Kompromiss" kam durch Vermittlung des Landrates zustande. Die Jagd soll danach außerhalb der Zeiten stattfinden, zu denen sich Besucher im Naherholungsgebiet befinden. Dies dürfte nur schwer einzuhalten sein; der Weg zum Schulzentrum und die Verbindung nach Noppenberg führen unmittelbar am HRB vorbei. Auch Besucher halten sich zu allen Tageszeiten im Naherholungsgebiet auf. Für Naturliebhaber und Naturschützer dürfte es ohnehin unverständlich sein, dass in einem Naturschutzgebiet Tiere bejagt werden. Der Schutzgedanke für die Natur und die Erholungsfunktion für die Allgemeinheit sollten hier Vorrang haben.
von Siegfried Brawek
Es ist wohl ein ungewöhnlicher Vorschlag, Vögel ausgerechnet im Winter zu beobachten. Besonders, da der NABU zur „Stunde der Gartenvögel“ in diesem Jahr wiederum im Mai (11. bis 13. 5. 07, Näheres unter www.stunde-der-gartenvoegel.de) eingeladen hat. Ohne Zweifel bietet der Mai gute Voraussetzungen, unsere heimischen Vögel zu beobachten. Doch in den Wintermonaten sind die Möglichkeiten noch vielfältiger. Kein Blattwerk behindert die Sicht durch das Astwerk von Sträuchern und Bäumen. Die Vögel verlieren ihre Scheu und nehmen eine Vogeltränke mit täglich frischem Wasser dankbar an. Hier vollziehen sie ihre Gefiederpflege bei einem Vollbad, selbst bei Temperaturen unter Null. Derweil sitze ich im warmen Wohnzimmer, ausgerüstet mit Fernglas und Vogelbestimmungsbuch sowie einer Tasse Kaffee und beobachte das Treiben draußen im Garten.
In den Monaten von November 2005 bis März 2006 konnte ich so viele interessante Beobachtungen machen. Die Anzahl von 27 Vogelarten überraschte mich insofern, da ich nicht auf dem Land, sondern in Aachen wohne. Vielleicht ist auch bei Ihnen das Interesse geweckt. Ein letzter Tipp: Vergessen Sie den Kaffee nicht!
Von A bis Z reicht die Liste meiner winterlichen Vogelbeobachtungen:
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1. Amsel |
10. Haubenmeise |
19. Ringeltaube |
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2. Blaumeise |
11. Hausrotschwanz |
20. Rotdrossel |
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3. Buchfink |
12. Haussperling |
21. Rotkehlchen |
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4. Buntspecht |
13. Heckenbraunelle |
22. Schwanzmeise |
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5. Distelfink |
14. Kernbeißer |
23. Star |
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6. Eichelhäher |
15. Kleiber |
24. Tannenmeise |
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7. Elster |
16. Kohlmeise |
25. Türkentaube |
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8. Erlenzeisig |
17. Mönchsgrasmücke |
26. Wintergoldhähnchen |
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9. Grünfink |
18. Rabenkrähe |
27. Zaunkönig |
von Dr. Eike Lange
Nachdem ab 1.1.2004 der erste Nationalpark von NRW ins Leben gerufen wurde, fanden viele Diskussionen über dessen Gestaltung statt. Das Gesamtziel ist „Natur Natur sein lassen". Dabei sind die Vielgestaltigkeit der Landschaft mit Laubwald, Quellgebieten, Bachtälern, Felshängen und Offenlandgebieten sowie ca. 230 gefährdete Tier- und Pflanzenarten, wie Wildkatze, Biber, Fledermausarten, Uhu, Roter Milan, Schwarzstorch, Mauereidechse, Schlingnatter, Hundszunge, Gelbe Narzisse, Moorlilie und Mondviole, um nur einige zu nennen, zu berücksichtigen.
Wie kann man die Offenlandgebiete offen halten, wieweit gefährdet das Rotwild den Laubwald, in welchem Ausmaß muss der Borkenkäfer bekämpft werden, welche Wege sollen wegfallen und welche müssen bleiben? Fragen über Fragen beschäftigen alle mit dieser Problematik Befassten. Dabei kommt es leider immer wieder zu Interessenskonflikten.
Wir haben innerhalb des NABU ein Team aus Mitgliedern des Landesverbandes, der Kreisverbände Aachen-Land und Düren und des Stadtverbandes Aachen gebildet, das über die Thematik berät und versucht, möglichst viel für die Natur zu erreichen.
Dabei stoßen wir immer wieder auf massiven Widerstand der Kommunen, die in den Beschluss fassenden Gremien die absolute Mehrheit haben. So wurde in mehreren Sitzungen mit allen Verbänden incl. Kommunen ein Wegeplan-Kompromiss verabschiedet, der dann jedoch bei der Beschlussfassung von den Kommunen abgelehnt wurde. Jetzt musste die Landesregierung entscheiden. Wie erwartet, ist dabei die Natur in vielen Fällen auf der Strecke geblieben.
Verheerende Eingriffe sind an der K7 zur sog. Verkehrssicherung erfolgt. Der Weg von Burg Vogelsang nach Wollseifen wurde wie eine Bundesstraße ohne Betondecke ausgebaut. Auf der Dreiborner Hochfläche wurde bei der Beseitigung von Kyrillschäden durch massiven Maschineneinsatz die gesamte Fläche zerfurcht.
Leider hat Politik nicht viel mit Naturschutz zu tun. Der Erfolg des für den Nationalpark eingesetzten Geldes ist erst in 10 Jahren zu sehen. Wer weiß, welche Partei dann am Ruder ist und den Erfolg für sich verbucht.
Wir lassen uns dennoch nicht unterkriegen. Es ist noch viel zu tun - wir versuchen es.
Foto: NABU
von Karl Gluth
Der kurze Schwanz sowie die stets geduckte Haltung lassen diesen schönfarbenen Vogel gedrungen erscheinen. Insekten und deren Larven klopft der Kleiber mit seinem langen, kräftigen Schnabel aus der Rinde. Nach der Brutzeit besteht die Hauptnahrung aus Bucheckern, Nüssen und anderen Sämereien. Der rasche, ruckweise Flug verläuft bogenförmig.
Der Kleiber ist oben graublau, unten rostrot. Er ist 15 cm groß und wiegt 24 g. Der Höhlenbrüter mauert den Eingang seiner Baumhöhle mit Lehm soweit zu, dass nur noch er in die verengte Höhle schlüpfen kann. Besonderheit: „Der Kleiber ist der einzige Vogel, der kopfüber den Baum hinunter laufen kann!" Als Nistmaterial werden Rindenstückchen eingetragen. Die Brutzeit beträgt 2 Wochen, die 5 bis 8 Eier sind auf weißem Grund rotbraun gepunktet. Die Nestlingszeit dauert 3 Wochen. Die Jungen werden von beiden Eltern noch lange betreut, deswegen findet nur eine Brut pro Jahr statt. Lebensraum des Kleibers sind naturnahe Laub- und Nadelwälder und Parks. Bedrohung: Übertriebene Forstwirtschaft und Verkehrssicherungspflicht der Kommunen. (Im Totholz steckt Leben.)
Nur bei Nahrungsmangel verlassen Kleiber ihre Brutgebiete. Sie schließen sich oft einem Meisentrupp an, dem manchmal auch ein Buntspecht angehört.. Offenbar entspricht diese Zusammensetzung dem Sicherheitsbedürfnis der Vogelgruppe. Von Futterstellen holt sich der Kleiber Kerne, die er in Baumritzen für schlechtere Zeiten deponiert.
Nordische Kleiber haben eine weiße Unterseite; da man diese Unterart bei uns nie sieht, darf man annehmen, dass diese Kleiber im Norden bleiben. Neben den Baumkleibern gibt es im Südosten noch Felsenkleiber, die ihr Nest an die Felsen mauern. Die Familie der Kleiber ist sehr zahlreich, Korsenkleiber, Türkenkleiber, Klippenkleiber und in der Neuen Welt noch Kanadakleiber, Karolinakleiber und Zwergkleiber, in Asien sogar Samtstirnkleiber. Unser Kleiber kommt in Europa, Nordafrika und Vorderasien vor.
Besondere Beachtung verdienen auch heute noch häufige Vögel, wissen wir doch aus Erfahrung, wie schnell aus ehemals häufigen Vögeln seltene Vögel werden. Hoffen wir, dass uns das Erfolgsmodell der Evolution – Kleiber – noch lange erhalten bleibt!