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In dieser Rubrik finden Sie Anregungen, welche der Natur, dem Menschen und seiner Umwelt helfen

Auf dieser Seite geht es zunächst um Balkon und Garten

  • Überblick: Naturnaher Garten
  • Wohin mit dem Laub?
  • Unterschlupf für Winterschläfer (Igelschutz im Garten)
  • Torffrei gärtnern
  • Winterfütterung

 

Winterfütterung

Der NABU gibt Infos und Tipps zur Winterfütterung

Grünfinkenpaar an Futterautomat

Grünfinkenpaar am Futterautomat.


Das Füttern von Vögeln zur Winterzeit hat nicht nur in Deutschland eine lange Tradition. Es ist bei vielen Vogelfreunden beliebt und von Beginn an auch in unserem Verband verankert. An Futterstellen lassen sich die Tiere aus nächster Nähe beobachten. So vermittelt das Füttern Naturerlebnis und Artenkenntnis zugleich. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben.

Der NABU sagt, worauf zu achten ist, um den Nutzen für die Vögel zu sichern und Freude an der Vogelfütterung zu haben.


Richtig füttern - so geht's:

  1. Füttern Sie Wildvögel erst bei Frost oder Schnee, dann aber regelmäßig. Die Vögel finden nun kaum Futter und verbrauchen trotzdem viel Energie, um ihre Körpertemperatur von rund vierzig Grad gegen die Kälte der Umgebung aufrecht zu erhalten. Labormessungen haben ergeben, dass zum Beispiel Meisen in einer einzigen Kältenacht bis zu zehn Prozent ihres Gewichtes verlieren.

  2. Wählen Sie Futterspender, bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Auf diese Weise minimieren Sie die Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern.

  3. Am besten verwenden Sie Futtersilos, da hier das Futter nicht verdirbt und sich keine Nahrungsreste sammeln können. Futterspender müssen so gebaut und angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt werden kann, da es sonst verdirbt oder vereist.

  4. Wohin mit dem Futterspender?
    Platzieren Sie Futterspender mit genügend Abstand zur nächsten Glasscheibe (mindestens zwei Meter) und an einer übersichtlichen Stelle, so dass sich auch keine Katzen anschleichen können.

  5. Reinigen Sie herkömmliche Futterhäuschen regelmäßig mit heißem Wasser und legen Sie täglich nur wenig Futter nach. Aus hygienischen Gründen sollten Sie beim Reinigen Handschuhe tragen.

  6. Welches Futter eignet sich am Besten?

    Für Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammern: Sonnenblumenkerne und Freiland-Futtermischungen.

    Für Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Meisen, Amseln, Zaunkönig: Rosinen, Obst, Haferflocken, Kleie, Meisenknödel. Keinesfalls sollte man salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt.

(Quelle: www.nabu.de)

 

siehe auch: Winterfütterung - das Für und Wider

 

 

 

Überblick: Naturnaher Garten

NABU-Tipps für mehr Natur im Garten:

  • Bevorzugen Sie heimische und standortgerechte Bäume, Sträucher und Stauden für die Gartengestaltung, die der hiesigen Tierwelt Nahrung und Unterschlupf bieten.

  • Pflanzen Sie Gehölze, die Vögeln und Insekten Nahrung bieten, sowie Stauden mit einem hohen Wert für die Insektenwelt.

  • Wählen Sie alte, regionaltypische Obstsorten aus spezialisierten Baumschulen.

  • Eine Wasserfläche belebt jeden Garten. Sowohl ästhetisch wie ökologisch ist die Anlage eines Gartenteiches ein Gewinn.

  • Gestalten Sie Wege- und Platzflächen mit ansprechenden, natürlichen Belägen, damit ein Großteil der Niederschläge auf ihrem Grundstück versickern kann.

  • Legen Sie eine Blumenwiese an und mähen Sie zumindest einen Teilbereich der Wiese nur zwei- bis dreimal jährlich.

  • Belassen Sie eine Ecke für Wildkräuter wie die Brennnessel, die unter anderem wichtige Nahrungspflanze für die Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten ist.

  • Legen Sie einen Totholzhaufen, einen Laub- oder einen Steinhaufen an. All diese Strukturen bieten Insekten, Vögeln und Säugetieren Unterschlupf.

  • Räumen Sie Ihren Garten nicht im Herbst auf, sondern belassen Sie totes Holz und abgestorbene Pflanzenteile bis zum Frühling im Garten, da zahlreiche Tiere diese Elemente zum Überwintern benötigen.

  • Stellen Sie zum Recycling von Garten- und Küchenabfällen einen Komposthaufen oder Schnellkomposter auf, der wertvolle Komposterde für den Garten liefert.

  • Sammeln Sie Regenwasser in Tonnen oder Zisternen. Regenwasser ist besser für die Pflanzen als teures Trinkwasser aus der Wasserleitung.

  • Hängen Sie Nistkästen für Vögel auf und schaffen Sie Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten.

(Quelle: www.nabu.de)

Wohin mit dem Laub?

NABU appelliert, bei Aufräumarbeiten im Garten auf Laubsauger zu verzichten


Herbstlaub

Jetzt ist wieder Aufräumzeit im Garten. Bäume und Sträucher müssen geschnitten, das Laub zusammengerecht werden. Gartenbesitzer sollten jedoch in dem fallenden Laub keine lästige Begleiterscheinung des Herbstes sehen, die mit Arbeit verbunden ist, sondern die Blätter liegen lassen zum Schutz von Tieren und Pflanzen. Denn mit Hilfe von Laub, Ästen und Zweigen können Gartenbesitzer ihre Gärten im wahrsten Sinne des Wortes "beleben".

Zusammengerechte Laubhaufen sind für viele Tiere eine notwendige Überwinterungshilfe. Zum Beispiel für Igel und die Larven vieler Schmetterlinge. Verteilt auf Beeten und unter Bäumen finden dort Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter einen Unterschlupf.

Igel, die jetzt mit der Suche nach einem Platz für den Winterschlaf beginnen, nutzen Laub- und Reisighaufen gerne als Schutz vor der kalten Jahreszeit ebenso wie viele Kleinlebewesen, die sich dorthin zurückziehen. Am eindrucksvollsten präsentiert sich so ein Reisighaufen dann im Frühjahr: Zaunkönig und Rotkehlchen, Erdkröte, Spitzmaus und ein Millionenheer an Insekten und Spinnen machen den Haufen zu einem richtigen "Tierhotel". Das ist nicht nur ein spannendes Beobachtungsfeld für alle Naturfreunde, sondern auch eine Stütze für jeden Gärtner. Viele dieser Tiere sind nämlich nützliche Helfer beim biologischen Pflanzenschutz. Diese Kleintiere sind unerlässliche Helfer, was die Bodenaufbereitung angeht und dienen als Nahrung für Vögel im Winter.

Herbstlaub

Die ökologischen Schäden die motorisierte Laubsauger anrichten, die durch die Gärten mit der Lautstärke eines Presslufthammers rattern, sind dagegen enorm: Millionenfach werden Kleinstlebewesen zusammen mit dem Laub aufgesaugt und zerstückelt. Für den Sog werden Luftgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern und Saugleistungen von etwa zehn Kubikmeter pro Minute erzeugt. Vor allem Käfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln und Amphibien können sich kaum dem Turbo-Blas- und Saugstrom widersetzen. Bei Laubsauggeräten mit Häckselfunktion werden die Tiere und Insekten meist im gleichen Arbeitsgang zerstückelt. Laubsauger mit Verbrennungsmotor stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus.

Deshalb besser auf Laubsauger verzichten und lieber zu Besen und Rechen greifen oder das Laub insbesondere unter Sträuchern und Bäumen liegen lassen. Schließlich ist der Laubfall kein Abfall, sondern eine hervorragende Recyclingmethode der Natur. Wer für einen Laub- oder Reisighaufen nicht genügend Platz in seinem Garten hat, der sollte sich einen Komposthaufen zulegen oder das Laub in die Biotonne zu geben. So kann es dem Nährstoffrecycling zugeführt und im nächsten Frühjahr als wertvoller Kompost wieder auf Pflanzbeete ausgebracht werden.

 

(Quelle: www.nabu.de)
 

 

 

Unterschlupf für Winterschläfer

Naturnahe Gärten sind der beste Igelschutz

von Stefan Bosch

Igel

Igel im Herbstlaub


Wer Igel fit für den Winter machen will, sollte seinen Garten fit für Igel machen, denn Gärten sind für die stacheligen Tiere wichtige Lebensräume. Schon ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot deutlich knapper, die Alttiere beginnen ihr Winternest zu bauen und Jungigel versuchen noch weiter an Gewicht zuzulegen.

Das ideale Winterquartier besteht aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub. Ihre Winterquartiere suchen die Igel bei anhaltenden Bodentemperaturen um null Grad auf. Schutz gegen Kälte finden sie in Erdmulden, unter Hecken oder eben in Reisighaufen. Neben natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten kann man zusätzlich ein Igelhäuschen aufstellen. Wer Tieren einen dauerhaften Platz bieten möchte, kann den Reisighaufen mit einer Basis aus Feldsteinen versehen.

Körperkontakt und Wärme
Igel

Igel leben einzelgängerisch und sollten bei notwendiger Pflege zur Überwinterung deshalb einzeln im Gehege untergebracht werden. Dies gilt jedoch nicht für ganz junge Igel, denn Igelkinder brauchen unbedingt Körperkontakt. Igelgeschwister bis zu einem Gewicht von ungefähr 300 Gramm sollten in jedem Fall auch im Gehege zusammenbleiben. Geschwisterlose Einzeltiere sollten entsprechend von der Pflegeperson umsorgt werden. Eine Fehlprägung auf den Menschen ist nach heutigem Kenntnisstand nicht zu befürchten, die Tiere werden einige Zeit nach der Auswilderung wieder scheu.

Jungigel brauchen beim Aufpäppeln zudem eine Raumtemperatur von rund 15 Grad Celsius. Ist es deutlich kühler, können die Tiere ihre Futteraufnahme zurückschrauben, unter Umständen stellen sie sie ganz ein – die fürs Überwintern nötige Gewichtszunahme ist also praktisch ausgeschlossen. Dieser Effekt gilt natürlich genauso für das Freiland. Jungigel unterhalb des Winterschlafgewichts, die bei bereits kalten oder frostigen Temperaturen noch herumlaufen, müssen daher unbedingt aufgenommen werden. Auch durch eine Zufütterung im Garten ist solchen Igelkindern mit Beginn der kalten Zeit nicht geholfen.

Manche verspätete Jungigel sind jetzt noch tagsüber unterwegs, um sich weitere Fettreserven anzufressen. Diese Tiere sollten nicht aus falsch verstandener Fürsorge aufgenommen werden. Nur wenn ein Igel auffallend unterernährt oder krank ist, sollte er versorgt oder einer Igelstation übergeben werden. Unterkühlte Igel werden gewärmt mit einer in einem Frotteehandtuch umwickelten, lauwarmen Wärmflasche. Gefüttert werden sollte nur nicht verderbliches Feucht- oder Trockenfutter für Katzen, keinesfalls Speisereste oder Dosenfutter. Igel brauchen viel Eiweiß und Fett, die aufgenommen Kohlenhydrate durchs Insektenfressen sind unverdaulich und dienen lediglich als Ballaststoffe. Deshalb ist auch Hundefutter aufgrund seiner im Vergleich zum Katzenfutter proteinärmeren und kohlenhydratreicheren Zusammensetzung nicht geeignet. Frisst der Igel in der Nacht nach der Aufnahme nicht, muss der Tierarzt aufgesucht werden.

Igel draußen lassen
Ab Mitte November schlummern die meisten Igel. Von kurzen Unterbrechungen abgesehen verschlafen sie die kalte Jahreszeit bis in den März oder April. Bei Schlechtwetterperioden nutzen die eifrigen Insekten- und Schneckenvertilger diese Winterquartiere teils noch bis in den Mai hinein. Da die schlafenden Tiere bei Störungen nicht reagieren, also nicht fliehen können, heißt das für den Garten: Einmal geschaffene Unterschlupfe während des Winterhalbjahres bitte nicht mehr umsetzen. Vorsicht gilt auch beim Beseitigen von Sträuchern, beim Mähen unter tief liegenden Zweigen, beim Umgang mit Motorsensen und Balkenmähern.

Lange Zeit galt das Einsammeln kleiner Igel im Herbst und die Überwinterung im Haus als probates Mittel, dem Wildtier Igel Überlebenshilfe zu geben. Die gut gemeinten Aktionen erwiesen sich jedoch als wenig hilfreich und werden nicht mehr praktiziert. Stattdessen steht heute ein ganzes Maßnahmen-Paket im Vordergrund, das Igeln dort zum Überwintern hilft, wo sie zuhause sind: draußen in der Natur.

Freier Zutritt in den Igelgarten
Ideale Igelgärten sind naturnah gestaltet und bewirtschaftet. Das heißt: Viele Naturelemente wie Hecke, Teich, Obstbaum, Steinmauer oder Wiese finden Platz und auf Mineraldünger und chemische Bekämpfungsmittel wird verzichtet. Der Rasen wird nicht ständig gemäht, gedüngt und gewässert, die Hecke nur selten geschnitten, nicht jedes Kräutlein gejätet und jedes Laubblatt abgesaugt. Alternativ kommen „sanfte“ Methoden der Bodenbearbeitung, Düngung, Kompostierung und Schädlingsbekämpfung zum Einsatz.

Komposthaufen

Essentiell für Igel sind Unterschlupfe und Verstecke wie Holzbeigen, Geschirrhütten, Wurzelwerk, Trockenmauern, Treppenaufgänge, Kompostmieten, Hecken und Reisighaufen. Dort verkriechen sie sich tagsüber oder legen ihre Winternester an. Ergänzend können selbst gezimmerte Igelhäuschen oder aus Holzbeton gefertigte Igelkuppeln angeboten werden, die mit Laub gefüllt werden.

Igel sind nachts sehr mobil und brauchen freien Zutritt zu Gärten: Hermetisch schließende Zäune und Mauern müssen passierbar sein für nächtliche Streifzüge. Kellertreppen, Lichtschächte und Regensammelgefäße sind oft gefährliche Fallen, die aber einfach entschärfbar sind. Reichlich Fressbares finden Igel in Gebüschen, an Trockenmauern, unter Obstbäumen und auf Rasenflächen. Im nahrungsknappen Frühjahr und Herbst können zusätzliche Futterstellen – mit Igeltrockenfutter vermischtes Katzendosenfutter – hilfreich sein, wenn sie bestimmte Kriterien an Aufbau und Hygiene erfüllen. Und für alle Lebewesen ist Wasser lebenswichtig: Igel und viele andere Tiere profitieren von regelmäßig befüllten Vogeltränken oder Gartenteichen.

Endziel Auswilderung
In Parkanlagen, Gärten und Siedlungsrändern teilt der Igel mit dem Menschen den Lebensraum. Dies führt einerseits zu spezifischen Gefahren wie Tierfallen oder Straßenverkehr, andererseits zum Auffinden verletzter oder kranker Tiere. Dank des putzigen Kindchenschemas ist die Hilfsbereitschaft gegenüber Igeln besonders groß. Doch die Inpflegenahme oder Hausüberwinterung muss die absolute Ausnahme bleiben und kann immer nur die baldige Auswilderung zum Ziel haben. Igel sind Wildtiere, sie sind weder zu zähmen, noch als Haustier zu halten.

Auch wenn sie noch so verlockende Hausgenossen sind, gehören sie weder als Mitbewohner noch als Pflegling in Küche, Wohn- oder Kinderzimmer. Rechtfertigende Ausnahmen für die Aufnahme in menschliche Obhut sind mutterlose, unselbständige Jungtiere, verletzte und kranke Igel, sowie Tiere, die am Tag oder bei Frost und Schnee angetroffen werden. Mit Quartier und Futter ist es jedoch bei weitem nicht getan: Die fach- und tiergerechte Betreuung eines Pfleglings braucht Erfahrung, tägliche Zuwendung und verursacht Mühe und Kosten, was nur zusammen mit Igelstationen und Tierärzten geleistet werden kann.

Qualitätsmaßstäbe für Igelstationen
Für kompetente Igelstationen gilt eine Liste von Qualitätskriterien bezüglich der Räumlichkeiten, Hygiene, Qualifikation des Personals, Kooperation mit igelkundigen Tierärzten, Medikamentenausstattung und ausführlicher Dokumentation der Fälle. Fehlen Unterbringungsmöglichkeiten spricht man von Igelberatungsstellen, die fachliche Unterstützung geben und zum Beispiel prüfen helfen, ob ein aufgefundener Igel überhaupt betreut werden muss. Oft können die Tiere noch im selben Herbst der Natur zurückgegeben werden.

Der Igel, wie ihn Conrad Gesner vor 500 Jahren sah.

Nach Versorgung bei Igelstation, Beratungsstelle oder Tierarzt sollten Igelfinder ihr Tier selbst betreuen, wenn die Voraussetzungen wie geeignete Räume, Ernährung und tägliche Betreuung gegeben sind. Die einzelgängerischen Igel werden einzeln in geräumigen Gehegen mit Schlafhäuschen untergebracht. Manche Igel müssen den Winter als Pflegling verschlafen. Dabei gibt es viele Aspekte zu berücksichtigen, ebenso bei der Vorbereitung und Durchführung der Auswilderung im Frühjahr.

Und alle Hilfe hat Grenzen: Nicht jeder Igel ist um jeden Preis zu retten. In solchen Fällen ist mit Igelstation und Tierarzt zu klären, welche Maßnahmen sinnvoll sind oder nicht. Gewisse Verluste vermag eine gesunde Igelpopulation zu verkraften - und ihr eine optimale Lebensgrundlage zu bieten, ist vorrangige Aufgabe bei der Igelhilfe.

Was der Einzelne tun kann

  • Bieten Sie in Ihrem Garten Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten wie niedriges Buschwerk, Laub- und Reisighaufen für Igel an.
  • Schaffen Sie Überwinterungsquartiere, indem Sie zum Beispiel ein Igelhäuschen bauen.
  • Verzichten Sie auf englischen Rasen und exotische Gehölze im Garten.
  • Gestalten sie Ihren Garten ohne kleinmaschige Zäune, damit sich Igel frei fortbewegen können.
  • Kein Abbrennen von Reisighaufen ohne vorheriges vorsichtiges Umsetzen.
  • Vorsicht beim Mähen sowie bei Aufräumungs- und Rodungsarbeiten: In Haufen und Holzstapeln können sich Igelnester befinden.
  • Kellerschächte und Gruben sind Tierfallen, die abgedeckt werden sollten.
  • Baugruben, Kabel- und ähnliche Gräben (auch an Straßen) auf hineingefallene Igel kontrollieren und Opfer aus ihrer misslichen Lage retten.
  • Rettungsplanken für Teiche und an Wasserbecken mit steilem, glattem Rand anbringen, damit sich Igel im Notfall selbst retten können.
  • Keine Schlagfallen aufstellen und keine Vogel-Schutznetze am oder bis zum Boden verwenden.
  • Kein unnötiger Chemieeinsatz im Garten: Schöpfen Sie bei der Schädlingsbekämpfung umweltverträgliche Alternativen aus.
  • Sorgen Sie regelmäßig für frisches Trinkwasser, zum Beispiel mit einem Vogelbad oder einer Tränke im Garten.
  • Verzichten Sie auf Laubsauger.

(Quelle: www.nabu.de)

 

 

 

Torffrei gärtnern

Überlegene Ersatzstoffe
Aus Sicht vieler Gartenbauexperten ließe sich die Zerstörung ökologisch wertvoller Moorflächen zur Torfgewinnung weitgehend vermeiden. Denn die Erfahrung zeigt, dass Torf keineswegs das ideale Mittel zur Bodenverbesserung ist. Der Handel bietet inzwischen eine Vielzahl von Ersatzstoffen mit teilweise deutlich besseren Eigenschaften an. Wer seinen Garten umweltbewusst bewirtschaften will, sollte deshalb beim Kauf von Blumenerde auf die Angaben auf der Verpackungsrückseite achten und am besten auf torfreduzierte oder vollständig torffreie Produkte zurückgreifen:

  • Eine preiswerte und naturverträgliche, dabei wirkungsvollere Alternative zum Torf ist Kompost, der im eigenen Garten anfällt oder in gewerblichen und kommunalen Kompostierungsanlagen angeboten wird. Gartenkompost ist erheblich reicher an Nährstoffen als Torf. Der Zusatz von Düngemitteln wird dadurch überflüssig. Außerdem lässt sich mit Kompost die Bodenqualität wesentlich länger verbessern als mit Torf. Noch bessere Eigenschaften als der Gartenkompost weisen Grüngut- und Bioabfallkomposte aus Kompostierungsanlagen auf.
  • Beim Rindenhumus handelt es sich um zerkleinerte und kompostierte Rinde. Man erhält ihn mit oder ohne Zusatz von Nährstoffen. Auch der Rindenhumus verbessert im Vergleich zum Torf die Qualität des Bodens über einen deutlich längeren Zeitraum. Rindenhumus sollte man jedoch nicht mit Rindenmulch verwechseln, der aus nur grob zerkleinerter und nicht kompostierter Rinde besteht.
  • Holzfasern werden aus Sägeholzresten gewonnen. Da sie nur einen geringen natürlichen Nährstoffgehalt aufweisen, sind sie häufig mit zusätzlichen Düngemitteln angereichert. Ähnlich wie Torf verbessern sie die Bodenqualität jedoch nur für relativ kurze Zeit.
  • Kokosfasern eignen sich hervorragend zur Pflanzenaufzucht. Sie haben ebenso wie Holzfasern eine ähnliche Konsistenz wie Torf und können Wasser gut speichern. Da sie sich nur langsam zersetzen, sind sie geeignet, die Bodenqualität über einen längeren Zeitraum zu verbessern.
  • Inzwischen werden auch Chinaschilf- und Hanffasern häufiger als Torfersatzstoffe eingesetzt. Chinaschilffasern eignen sich ebenfalls gut zur Wasserspeicherung. Hanffasern haben sich besonders in Mischungen mit Kompost bewährt.

Komposte, Rindenhumus sowie Holz- und Kokosfasern können sowohl zur Bodenverbesserung als auch in Substraten verwendet werden, in denen Topf- und Kübelpflanzen herangezogen werden. Der entscheidende Nachteil von Torf, dass er kein Wasser mehr speichern kann, sobald er einmal ausgetrocknet ist, tritt bei den Ersatzstoffen nicht auf. Allerdings können sie Wasser nicht ganz so lange speichern wie Torf. Deshalb müssen die Pflanzen öfter gegossen werden.

Auf Torf zu verzichten, ist also ganz einfach und hilft, einen naturnahen Lebensraum zu bewahren.

 

(Quelle: www.nabu.de)

 

 

 

NABU-Naturtipps: Februar

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