Hirschkäfer-Veranstaltungen des NABU Aachen-Land

- 14. Juni 2019: Monatsversammlung mit Vortrag "Hirschkäfer in der Region" von Christian Molls

- 15. Juni 2019: Exkursion "Hirschkäfer in der Region", Leitung: Christian Molls. Treffpunkt: Baesweiler, Wendehammer Steegerhüttestraße

Exkursionsbericht "Hirschkäfer in der Region"

von Helmut Hager / NABU Aachen-Land

Gespannte Blicke in den Abendhimmel bei den geschätzten 30 Teilnehmern der Abendexkursion des NABU AC-Land.

 

Eine gemischte Schar von Jugendlichen, Biologiestudenten, Freunden von Christian Molls, Baesweiler Bürgern, Anwohner und Vertreten der Naturschutzverbände waren der Einladung gefolgt, um die Hirschkäfer bei ihrem abendlichen Flug zu beobachten. Am Abend zuvor waren sie bei einer NABU-Veranstaltung in Aachen über die Besonderheiten der Lebensweise des Hirschkäfers von Christian Molls informiert worden. Der Ort der Exkursion, der Grüngürtel zwischen Stegerhütterstraße und dem Friedhof in Baesweiler, ist in den letzten Wochen in den Focus der Öffentlichkeit geraten. Soll doch hier, in diesem für die Stadt Baesweiler seltenem grünen Refugium, das neue Altenheim der Stadt Baesweiler entstehen. Nachdem Anwesende noch einmal auf die besondere Bedeutung des Areals für die streng geschützte Hirschkäferpopulation hingewiesen hatten, kamen schon bald die ersten Rufe der mit Fangnetzen ausgerüsteten Studenten als Hinweis auf die ersten fliegenden Exemplare der aus dem Nichts auftauchenden Hirschkäfer. Die jungen Leute springen mit den Fangnetzen über die Wiesen und können den begeisterten Zuschauern die ersten prächtigen Hirschkäfer Männchen mit tollem Geweih präsentieren, die entsprechend bestaunt werden. Die Käfer kommen in ein Sammelgefäß und werden später von Herrn Molls vermessen und gekennzeichnet. So sind sie dann Teil einer lückenlosen Dokumentation über die Entwicklung der Population. Natürlich überstehen sie diese Prozedur problemlos und werden unbeschadet wieder ausgesetzt. Dieses Verfahren wird übrigens von dem Experten schon seit Jahren an gleicher Stelle durchgeführt. So besteht eine lückenlose Erfassung der positiven Entwicklung der Käferpopulation in diesem Habitat. Mit Beginn der Dunkelheit endete für alle Beteiligten ein erlebnisreicher Abend. Mit diesem Abend bleibt die Hoffnung verbunden, dass auch in Zukunft dieses faszinierende Schauspiel an gleichem Ort weiter zu beobachten sein wird. In diese Richtung gingen natürlich auch die während der Exkursion geführten Diskussionen, die sich mit den Plänen der Stadt beschäftigten, entgegen aller Bedenken der Naturschützer diesen tollen und für die Stadt einzigartigen Lebensraum durch die geplante Baumaßnahmen zu zerstören. Die Anwesenheit von interessierten Vertretern der Stadt wurde leider vermisst.

 

Weitere Informationen zum Thema:

 

1. Saatgutfestival in Monschau-Höfen

 

 

Am Sonntag, dem 24. März 2019 sind wir mit einem Informationsstand in Monschau-Höfen auf dem "Saatgutfestival" gewesen, das zum ersten Mal nach Bonn, Düsseldorf und Köln in der Eifel stattgefunden hat. Wir haben interessante Gespräche mit vielen Fragen aus dem Publikum geführt. Auch haben wir viel Info-Material verteilt und 134,-€ Spenden eingesammelt. Abwechselnd sind Helmut Hager, Eike Lange, Hans Raida und Jürgen Tillmann am Stand gewesen.

Schwalbenfreundliches Haus

Am 22. März 2019 haben unsere Aktiven Bernd Almstädt und Eike Lange in Niederbardenberg in der Straße „Im Winkel“ für sechs künstliche Mehlschwalbennester Kotbretter angebracht. Dadurch sind die Bewohner vor Überraschungen von oben geschützt.

 

Das Haus ist als „schwalbenfreundliches Haus" vom NABU Aachen-Land ausgezeichnet worden. Beim Austarieren der Stützbeine hat uns ein Feuerwehrmann aus der Nachbarschaft geholfen - eine etwas wackelige Angelegenheit, aber von Erfolg gekrönt. Von der Hebebühne aus war das Arbeiten kein Problem.

 

Die Kotbretter sind eine Spende des Dachdeckers Leymann.

 

(la / vo)

Herbstfest in Setterich

Am Mittwoch, 10.10.2018 fand ein Herbstfest im Haus Setterich mit mobiler Obstpresse und Aktivitäten rund um den Erhalt der Artenvielfalt statt. Es waren zahlreiche Akteure des Runden Tisches „Artenvielfalt“ in Baesweiler vertreten. Da seit einiger Zeit der NABU Aachen-Land Teilnehmer beim Runden Tisch ist, war unser Verband mit einem Infostand vertreten. Besonderer Beliebtheit erfreute sich die Schminkaktion von Silke Loher. Bei so viel Andrang muss sich der NABU keine Sorgen um seinen Nachwuchs machen.

(ha/vo)

10. Aachener Obstwiesenfest in Herzogenrath

Foto: Eike Lange
Foto: Eike Lange

Am 24. September 2017 fand im Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath das 10. Aachener Obstwiesenfest statt.

Der NABU Aachen-Land war den ganzen Tag auf dem Gelände präsent. An einem speziellen Informationsstand gaben Aktive unseres Verbands Fakten zur Bedeutung der Streuobstwiesen an Besucher weiter.

Es kam zu intensiven Gesprächen, auch über die eigentliche Thematik hinaus. Häufig hat man sich beispielsweise über den Rückgang unserer Singvögel beklagt, was man durch die Überzahl von Elstern und Krähen in den Gärten erklärte. Es bedurfte einiger Überzeugungskraft, dass die eigentliche Hauptursache der Insektenmangel infolge des Einsatzes von Spritzmitteln ist. Auch die Gründe für die vermeintliche Häufung der Rabenvögel im Siedlungsraum sind bekanntlich ebenfalls im Bereich der modernen Landwirtschaft zu finden: deren ursprünglichen Brut- und Nahrungsbiotope sind in den leergeräumten Agrarwüsten verlorengegangen.

Die Anfragen von Gästen der Veranstaltung machten deutlich, wie wenig die Komplexität der Problematik und die Notwendigkeit einer neuen Betrachtungsweise der ökologischen Vernetzung in der Öffentlichkeit bekannt sind. Bewusst hat man daher auch seitens des NABU Aachen-Land an diesem Tag die Möglichkeit genutzt, das Augenmerk auf einen weiteren Problemkreis in der unmittelbaren Nachbarschaft zu lenken. Ab 11.30 Uhr wurde in der Nähe eine Exkursion zum Further Wald angeboten (Untertitel: „Der Zustand des Waldes unter Einfluss von Industrie, Krieg und Holznutzung“). Die Leitung hatten Hans Raida und Günter Venohr.

(wv)

Infostand auf Burg Vogelsang

Am 10. September 2017 war der NABU Aachen-Land mit einem Informationsstand auf der Burg Vogelsang im Nationalpark Eifel. Anlass war die Ausstellung „WILDNIS(T)RÄUME“, welche ein Jahr zuvor eröffnet worden war. Sie gibt auf 2.000 Quadratmetern die Nationalpark-Philosophie „Natur Natur sein lassen“ an die Besucher weiter und bietet zahlreiche interaktive Informationsangebote.

 

Bei frischem Herbstwind und gelegentlichem Sonnenschein kamen zahlreiche Interessenten an unseren Stand und informierten sich über unsere Arbeit im Raum Aachen. Es wurden angeregte Gespräche geführt. Das Foto zeigt unseren aktiven Mitarbeiter und NABU-Wolfsbotschafter Jürgen Tillmann im Gedankenaustausch mit einer Natur-Interessierten.

 

(el/wv)

 

5 Jahre: Settericher Ferienwoche

Vom 7. bis 11. August 2017 hat die Baugesellschaft VIVAWEST unter Leitung von Monika Nelißen (NABU Aachen-Stadt) eine Ferienwoche für Kinder, die nicht verreisen können, durchgeführt. Wie schon seit fünf Jahren haben wir, der NABU Aachen-Land, diese Ferienwoche in der Gestaltung unterstützt. In diesem Jahr stand die Woche unter dem Motto "Energie". Helmut Hager ist mit einer Gruppe über die Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler gewandert. Karl Gluth hat eine Führung durch das Alsdorfer Energeticon geleitet.

Die Kinder waren sehr interessiert und bis zum Ende restlos begeistert. An der Abschlussveranstaltung nahmen Eltern und Offizielle teil, darunter der NABU-Vorsitzende Dr. Eike Lange.

(Text: Eike Lange und Wolfgang Voigt, alle Fotos: Monika Nellißen)

 

Der NABU Aachen-Land sagt Danke !

Alsdorf: Gewässer im Naturschutzgebiet umgekippt

von Wolfgang Voigt

Aufnahmen von den Gewässern im Alsdorfer Naturschutzgebiet Mittleres Broichbachtal erwecken eher den Eindruck einer Wiese als von einem Feuchtgebiet. (Foto: Wolfgang Voigt)

 

Seit Monaten haben sich Fadenalgen und Wasserlinsen explosionsartig vermehrt. Mittlerweile ist die gesamte Wasseroberfläche derart zugewuchert, dass kein Sonnenstrahl mehr in die Tiefe dringt. Die weiteren Folgen sind absehbar, aber in der Stärke der Auswirkung unabschätzbar. Es ist zu befürchten, dass das vorher vorhandene ökologische Gleichgewicht auf Jahre außerordentlich gestört ist.

 

Was sind die Ursachen für dieses rapide Verschlechtern von Gewässern, welche sich über drei Jahrzehnte durch sauberes Wasser, hervorragende Sichttiefe und gesundem Besatz aus Flora und Fauna auszeichneten, - also ganz das Gegenteil vom benachbarten Sorgenkind Alsdorfer Weiher, an dem man fast ebenso lange erfolglos Verbesserungen anstrebt?

 

Von offizieller Seite macht man es sich zu leicht, alles auf den außergewöhnlichen Sommer 2015 oder gar auf das Füttern der Wasservögel durch Besucher der Tageserholungsanlage zurückzuführen. In der zurückliegenden Zeit sind die Wetterbedingungen oft negativer und die Fütterungen meist intensiver gewesen, ohne vergleichbare Auswirkungen auf den Zustand der Gewässer. Der aktuell zu beobachtende Botulismus bei Wasservögeln ist nur einmal (September 1992) aufgetreten. Die daran anschließende Aufklärungskampagne durch den damals die Ruhezone betreuenden NABU Aachen-Land hat vor Ort zu einer starken Reduzierung des Anfütterns geführt. Auch heute noch sprechen unsere Aktiven (meist mit Erfolg) die wenigen verbliebenen oder neu hinzugekommenen fütternden Personen an.

 

Auffallend ist dagegen die zeitliche Koinzidenz des Einleitens von Broichbach-Wasser per Druckleitung in die Gewässer des Naturschutzgebietes zur vermeintlichen „Rettung des Alsdorfer Weihers“ und das verstärkte Auftreten der Eutrophierungseffekte.

Teichralle auf eutrophiertem Gewässer (Foto: Wolfgang Voigt)
Teichralle auf eutrophiertem Gewässer (Foto: Wolfgang Voigt)

Im Vorfeld hat man immer wieder betont, dass man das Wasser oberhalb der Mündung des Euchener Baches entnehmen werde, um die Zuleitung von Wasser aus der Kläranlage Euchen zu vermeiden. Die Naturschutzseite hat dagegen bereits in der Planungsphase, unter anderem im Landschaftsbeirat, darauf hingewiesen, dass das vorgesehene Wasser aus dem Broichbach wohl auf lange Sicht das problematischere ist. Da der Broichbach zwischen der Quelle in Linden-Neusen und dem Zufluss des Siefengrabens nur noch episodisch Wasser führt, ist es letzterer der die Hauptmenge liefert. In ihn „münden“ unter anderem Abwässer aus der Broicher Siedlung und aus den Mariadorfer Angelteichen, gepumptes Wasser aus dem Bereich ehemalige Kläranlage Broich und vermutlich immer noch Autobahn-Wasser, wie man seit dem Unglück mit dem niederländischen Sahne-Tankwagen auf der A 44 im Dezember 1993 weiß. Unterhalb des Broicher Weihers werden / wurden außerdem Wässer aus dem Bereich der so genannten „Giftmülldeponie Blumenrath“ nach ihrer Behandlung durch eine zuletzt von Kreis Aachen / StädteRegion Aachen betriebenen Filteranlage zugeleitet.

 

Die Rolle der Stadt Alsdorf sollte im Gesamtzusammenhang ebenfalls beleuchtet werden. In ihren öffentlichen Darstellungen wird das Broichbach-Wasser in einen Angelteich eingeleitet. Gerade bei der Stadtverwaltung sollte man es besser wissen: Die betroffenen Gewässer gehören nicht zu den beiden Anzuchtteichen, die bachabwärts oberhalb des Alsdorfer Weihers liegen. Es handelt sich vielmehr um den Bereich der so genannten „Ruhezone“, eine Ausgleichsmaßnahme für die um 1980 entstandene Tageserholungsanlage Broichbachtal, die wegen dort vorkommender seltener Pflanzen- und Tierarten und ihrer hohen ökologischen Wertigkeit heute Teil des NSG Mittleres Broichbachtal ist.


Abschließend möchten wir darauf hinweisen, dass aufgrund des oben Geschilderten die Aufklärung der Ursachen des im September 2015 aufgetretenen Wasservogelsterbens umfassender erfolgen muss. Die Begründung mit den Futterresten erscheint hilflos und die Plakat-Aktion der Stadt Alsdorf daher wirkungslos und überflüssig.

Sonderseite

Foto: Wolfgang Voigt
Foto: Wolfgang Voigt

Bebauungsplan 327 - Alfred-Brehm-Straße, Alsdorf: VABW-Gelände

Aus aktuellem Anlass hat der NABU Aachen-Land eine Sonderseite zum Thema eingerichtet. Klicken Sie bitte hier !

Landschaftsplanänderung Alsdorf/Eschweiler: Blausteinsee

Schreiben des NABU Aachen-Land an Minister Remmel

An das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.

40190 Düsseldorf

 

Btr.: LP -Änderung Alsdorf/Eschweiler

21.12.2012

 

Sehr geehrter Herr Minister Remmel!

 

Trotz verschiedener Eingaben des NABU bei Ihnen und der Städteregion Aachen, trotz der Ablehnung im Landschaftsbeirat und trotz der Stellungnahmen in den Scopingterminen  in Eschweiler ist bei der Verabschiedung des Landschaftsplanes VII (Eschweiler/Alsdorf)  eine deutliche Verkleinerung des Naturschutzgebietes beschlossen worden.

 

Trotz mehrmaliger Aufforderung,  die bisher vorgeschriebene Bojenkette instand zu halten,  war es der Blausteinsee GmbH nicht möglich, die dringend notwendige Abgrenzung zwischen NSG und  touristisch nutzbarer Wasserfläche zu errichten.  Es ist jetzt eine Sommer- und eine Wintergrenze beschlossen worden, ohne dass klar ist, wie beide Abgrenzungen markiert werden sollen und ob die Blausteinsee GmbH dazu in der Lage (bzw. willig) ist.  Nicht geklärt sind die Fragen: Wann soll die so genannte Sommererweiterung beginnen? Wie wird eine zweite Brut berücksichtigt?  Nach unseren langjährigen Beobachtungen überschneiden sich in den meisten Jahren Brutzeitende und Zuganfang. Je nach Wetterlage sind die ersten Wintergäste schon im September auf dem Blausteinsee.

 

In den letzten Jahren sind monatliche Vogelzählungen der Unteren Landschaftsbehörde in Zusammenarbeit mit dem NABU durchgeführt worden. Daraus ist eindeutig ersichtlich, dass die Artenzahl rückläufig ist, seit die Bojenkette nicht mehr intakt ist und die Wassersportler  ohne Hindernis in den NSG-Bereich eindringen können.

 

Natürlich müssen Freizeit und Tourismus auf dem Blausteinsee ihren Platz haben. Das Projekt „Blausteinsee“ ist gegen unsere Vorstellungen so beschlossen worden. (Wir hatten seinerzeit einen zweiten See gefordert, weil nach unserer Auffassung das Nebeneinander von Naturschutz und Tourismus bei diesen Größenverhältnissen unvereinbar ist.) Die Aufteilung nach der Fertigstellung von  1:3 war ein von uns mit Bauchschmerzen akzeptierter Kompromiss mit Gültigkeit für beide Seiten, der nicht alle paar Jahre wieder zu Ungunsten der Natur geändert werden darf.  Auch hier gilt das Verschlechterungsverbot. In den §§ 15/5 und 19 können Verschlechterungsmaßnahmen nur mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen genehmigt werden. Ein Ausgleich ist in diesem Falle nicht möglich.

 

Wohin in Zukunft die Entwicklung des Blausteinsee gehen soll, zeigen die neuesten Bestrebungen, wonach auch noch Ferienwohnungen am Ufer gebaut werden sollen.

 

Wo bleiben Ihre Zusagen Herr Minister Remmel,  sich um den Naturschutz am Blausteinsee zu kümmern (Landesvertreterversammlung des NABU 2011 in Aachen). Bei einem Dezernenten der Städteregion Aachen, der in kritischen Naturschutzfragen seinen Fachabteilungen der Unteren Landschaftsbehörde einen Maulkorb verpasst, benötigen die Naturschutzverbände auch einmal Taten und nicht nur warme Worte aus dem Ministerium.

 

Wir wenden uns mit diesem Schreiben an Sie, weil dem Vernehmen nach die Bezirksregierung in den kommenden drei Monaten lediglich zu prüfen hat, ob das Verfahren zum Landschaftsplan formal in Ordnung ist, und es daher nicht mehr um inhaltliche Korrektheit geht.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(gez. Dr. E. Lange, NABU Aachen-Land)

Martin-Luther-Kirche in Merkstein ausgezeichnet

von Wolfgang Voigt

Foto: Wolfgang Voigt
Foto: Wolfgang Voigt

Der NABU setzt sich mit der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ für die Sicherung von Nistplätzen bedrohter Arten ein. Kirchen, die sich besonders für den Artenschutz einsetzen, werden mit einer Urkunde ausgezeichnet und erhalten eine Plakette, die sie an ihrer Kirche anbringen können.

Foto: Horst Kienbaum
Foto: Horst Kienbaum

 

Seit mindestens vier Jahren brütet ein Turmfalkenpärchen im Glockenturm der Martin-Luther-Kirche in Herzogenrath-Merkstein. Lediglich 2011 ist die Brut ausgeblieben.

 

Das Flugloch ist ein kreisrundes Loch im Mauerwerk zwischen den beiden fenstergroßen Schallöffnungen. Hier wachen und rasten auch die Elterntiere, hier sitzen Jungtiere und machen nach Auskunft von Anwohnern erste Übungen zur Stärkung der Flugmuskulatur.

 

Unser aktives Mitglied Hans Raida erfährt vom Brutgeschehen durch einen kleinen Beitrag von Presbyter Horst Kienbaum im Kirchenblatt "Evangelisch in Herzogenrath" (Ausgabe 3/2012). Schnell ist die Idee geboren, die Kirche im Rahmen des bundesweiten Projekts "Lebensraum Kirchturm" auszuzeichnen.

 

Foto: Wolfgang Voigt
Foto: Wolfgang Voigt

Der NABU Aachen-Land nimmt Kontakt zu den Kirchenvertretern auf, erklärt den Sinn der Aktion und stößt auf offene Ohren.

 

Am 12. September 2012 ist es dann soweit: NABU-Vorsitzender Dr. Eike Lange überreicht Urkunde und Plakette "Lebensraum Kirchturm" an Pfarrerin Renate Fischer-Bausch.

 

Anschließend sitzt man in gemütlicher Runde und in Anwesenheit der Lokalpresse bei Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus und tauscht Informationen, Beobachtungen und Erfahrungen mit den Greifvögeln aus.

 

zur Turmfalkenbrut in der Kirche (von Horst Kienbaum)

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 26.06.2012 - 9300/07 -

Grundstückseigentümer muss Jagd auf seinem Land nicht dulden

EGMR rügt Verletzung des Schutzes des Eigentums

Ein Grundstückseigentümer muss die Jagd auf seinem Land nicht dulden, wenn er sie aus ethischen Gründen ablehnt. Dies entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und stellte eine Verletzung von Artikel 1 Protokoll Nr. 1 (Schutz des Eigentums) zur Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) fest. Darüber hinaus befand das Gericht, dass diese Verpflichtung Grundstücksbesitzern in Deutschland, die die Jagd ablehnen, eine unverhältnismäßige Belastung auferlegt. Der Gerichtshof folgte damit seinen Schlussfolgerungen in zwei früheren Urteilen, die das Jagdrecht in Frankreich und Luxemburg betrafen.

 

mehr

Herzogenrath: Erste Reiherentenbrut am Rückhaltebecken

(Foto: Karl Gluth)
(Foto: Karl Gluth)

 

 

 

 

Die erste Reiherentenbrut im Juli 2012 (gleich mit sieben Jungtieren) bekräftigt die Forderung des NABU Aachen-Land, die Jagdruhe am Becken dauerhaft fortzusetzen.

Neuer Neophyt in Alsdorf entdeckt

(Foto: Wolfgang Voigt)
(Foto: Wolfgang Voigt)

Während der Moll-Rundfahrt am 14. Juli 2012 entdeckte Wolfgang Voigt auf dem Kellersberger Friedhof eine bläulich blühende, niedrig wachsende Pflanze, welche sich teppichartig in einer Rasenfläche entwickelt hat.

 

Später bestimmte Ingrid Erdtmann sie als Pratia pedunculata, die in Australien heimisch ist und in deutschen Gärtnereien als „Blauer Bubikopf“ verkauft wird. Zweifelsohne ist sie also aus einer Grabbepflanzung verwildert. Da sie sich gegenüber anderen Arten (zum Beispiel Prunella vulgaris) durchzusetzen vermag, kann man davon ausgehen, dass sie sich möglicherweise als Neophyt in häufiger gemähten Grünanlagen einbürgern könnte.

 

Der NABU Aachen-Land fragt, ob und wo ähnliche Beobachtungen gemacht werden. Meldungen bitte an Wolfgang Voigt (wolfg.voigt@web.de).

 

mehr

Alsdorf: Naturschutz am Boden?

Bild mit Symbolcharakter (Foto: Wolfgang Voigt)
Bild mit Symbolcharakter (Foto: Wolfgang Voigt)

 

Es ist noch gar nicht so lange her, dass der NABU Aachen-Land Vergehen gegen das Landschaftsgesetz durch Privatleute und den Forst auf Alsdorfer Stadtgebiet bei der Unteren Landschaftsbehörde zur Anzeige gebracht hat.

 

Erneut ist von solchen Verstößen zu berichten: Mitten in der Brutzeit wurden im Naturschutzgebiet Mittleres Broichbachtal mit schwerem Gerät Schäden an Sträuchern und Bäumen verursacht, - diesmal durch die Stadt Alsdorf.

 

(Foto: Wolfgang Voigt)
(Foto: Wolfgang Voigt)

Um diesen Weg hatte es bereits bei seiner Entstehung viel Ärger für die Stadt Alsdorf gegeben, da er seinerzeit unter anderem ohne Genehmigung angelegt worden war. Er blieb mit Auflagen durch die Aufsichtsbehörde schließlich bestehen. Jetzt sieht es so aus, als wollte man ihn aktuell über ein vertretbares Maß hinaus wieder verbreitern. Zum Einsatz kamen Geräte, wie sie zum Beispiel am Kurt-Koblitz-Ring beim Rückschnitt des so genannten Straßen-Begleitgrüns verwendet werden.

 

Entsprechend tief sind die Spuren, welche die Fahrzeuge im Gelände hinterlassen haben.

 

(Foto: Wolfgang Voigt)
(Foto: Wolfgang Voigt)

Die Gehölze wurden auf diese Weise nicht fachgerecht geschnitten, sondern geknickt und zerfetzt.

Gerade in empfindlichen Bereichen muss ein derartiges Vorgehen unterlassen werden. Schließlich handelt es sich um Landschafts- und Naturschutzgebiete, nicht mehr und nicht weniger.

 

Völlig indiskutabel ist die Wahl des Zeitpunkts. Da es sich bei diesen Maßnahmen nicht mehr "nur" um einen Pflegeschnitt handelt, ist die Ausführung während der Brut- und Setzzeit schlichtweg gesetzlich verboten. Ganz im Gegenteil: die Kommunen sind laut Landschaftsgesetz verpflichtet, alles zu unternehmen, um Störungen in solchen Bereichen zu verhindern.

14 Tage nach dem Eingriff (Foto: Privat)
14 Tage nach dem Eingriff (Foto: Privat)

 

Einer aufmerksamen Ofdener Bürgerin ist es zu verdanken, dass ein etwa zur gleichen Zeit geschehener Vorfall im Bereich des Schleibacher Weges publik wurde. Auch hier wurde massiv durch so genannte Pflegemaßnahmen in einen Brutbiotop eingegriffen. Auf dem Bild ist zu erkennen, dass dadurch ein besetztes Nest vollkommen freigelegt wurde, wobei angemerkt werden muss, dass es noch schlimmer hätte kommen können...

 

(Foto: Privat)
(Foto: Privat)

 

Wie in den Bildern oben zu ahnen ist, sind die wahren Schäden an der Vegetation auf Fotos nur unzureichend darstellbar. Einen guten Eindruck vermitteln die Schäden an einem ehemaligen Strommast, der bei derselben Maßnahme am Schleibacher Weg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Vor allem zeigen sie das unsachgemäße und unkontrollierte Vorgehen.

 

(wv)

 

Nachtrag:

 

"Hallo Herr Voigt,
leider haben die Jungvögel aus dem halb abgesägten Nest es nicht
geschafft. Wir haben jeden Tag beobachtet wie die Elterntiere sich
liebevoll gekümmert haben.... Aber in der Früh war das Nest leer. Anbei
ein Foto der Nestjungen bzw. was die Straße übrig gelassen hat. Die
Stadt Alsdorf sollte sich hierfür schämen. Ich werde im kommenden Jahr
versuchen zu verhindern, dass dies wieder geschieht. Wenn es sein muss,
mit einer Sitzblockade.
Viele Grüße,

N.N." (Name ist der Redaktion bekannt.)
"P.S. gerne können Sie dieses Foto veröffentlichen"

(Foto: Privat)
(Foto: Privat)

Pressemitteilung der StädteRegion Aachen | 5. Juni 2012

Freizeit und Naturschutz

StädteRegion Aachen: Das Umweltamt der StädteRegion weist aus aktuellem Anlass auf die besonderen Schutzbestimmungen in Naturschutzgebieten hin. Dort sind beispielsweise die Freizeitnutzung außerhalb von Wegen oder gar das Campen nicht erlaubt. Die Mitarbeiter des Umweltamtes haben erst kürzlich im besonders wertvollen Stolberger Naturschutzgebiet “Steinbruchbereich Bärenstein” Zelte, eine Feuerstelle und andere zurückgelassene Campingutensilien wegräumen müssen. Dieses Gebiet besitzt unter anderem wegen der Galmeiflora (Galmeiveilchen, Galmei-Täschelkraut, Galmeigrasnelke) europäische Bedeutung. Die dortige Tierwelt ist vom Insekt bis zum Säugetier vielfältig ausgebildet. Wegen der Seltenheit der Pflanzen und Tiere sind Naturschutzgebiete Kernflächen des Naturschutzes und dienen dem besonderen Schutz von Natur und Landschaft. Sie werden insbesondere zur Erhaltung bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensstätten ausgewiesen. Oft ist auch die Entwicklung oder Wiederherstellung von Biotopen seltener Arten das Ziel. Naturschutzgebiete und Nationalparks sind die am strengsten geschützten Gebiete. Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebiets oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen können, sind verboten. Das gilt unter anderem für:

  • Campen
  • Offenes Feuer,
  • das Verlassen der ausgewiesenen Wege (auch per Pferd oder mit dem Rad!),
  • Angeln an Stillgewässern innerhalb des Naturschutzgebietes,
  • die Entnahme und Einbringung von Pflanzen oder Tieren und
  • das Hinterlassen von Müll. Hunde sind in Naturschutzgebieten immer auch auf den Wegen an der Leine zu führen.

In der StädteRegion Aachen sind zurzeit 123 Naturschutzgebiete ausgewiesen. Sie nehmen insgesamt eine Fläche von ca. 98 km² (also fast ein Siebtel der StädteRegion) ein. Die konkreten Vorschriften, die in dem jeweiligen Naturschutzgebiet einzuhalten sind, können im Textteil des dort geltenden Landschaftsplanes bzw. der Schutzgebietsverordnung entnommen werden.

Kahlschlag im NSG Mittleres Broichbachtal

NABU Aachen-Land zeigt den Vorfall bei der Unteren Landschaftsbehörde an

Foto: Wolfgang Voigt
Foto: Wolfgang Voigt

Unter anderem wegen der Vogelbrutzeiten gibt es eine gesetzliche Schonzeit für Bäume und Sträucher im Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 30. September. Erst kürzlich hat das Umweltamt der Städteregion in den Medien hierauf hingewiesen.

 

Ungeachtet dessen ist es Ende März in der Nähe der Kellersberger Mühle in Alsdorf zu umfangreichen Rodungsarbeiten gekommen. Erschwerend kommt hier hinzu, dass sich das betreffende Gelände im Naturschutzgebiet Mittleres Broichbachtal befindet.

 

Der NABU Aachen-Land hat den Vorfall bei der Unteren Landschaftsbehörde zur Anzeige gebracht.

 

Wortlaut des Schreibens vom 31. März 2012: 

 

Vor einiger Zeit sind am Herrenweg zwischen Kellersberger Weiher („Hundeweiher“) und Alsdorfer Weiher aus unserer Sicht in unnötigem Ausmaß Durchforstungsmaßnahmen durchgeführt worden. Dabei sind auch kerngesunde Bäume gefällt worden, welche für die Besucher des Broichbachtales keinerlei Gefahr darstellten. Völlig verfehlt ist die komplette Rodung eines dichten Gebüschstreifens zwischen Weg und Broichbach / Ruhezone, der in den vergangenen Jahren unzählige Nistplätze für Kleinvögel geboten hat.

 

Übertroffen werden diese Maßnahmen noch durch folgende Eingriffe:

 

Am Broichbach im Bereich Kellersberg sind um den 28.3.12 massiv Erlen und Pappeln gefällt worden. Dort wurde gehaust, als wäre das Gebiet eine Müllkippe und kein Naturschutzgebiet. Die ausgeführten Arbeiten widersprechen jedem Naturschutzgedanken. Es ist völlig unverständlich, wie ein solcher Raubbau von einer Forstbehörde durchgeführt werden kann.
Auch wenn die Pappeln einen dunklen Kern haben, bestand keine Notwendigkeit, diese in der Sperrzeit zu Beginn der Brutsaison zu fällen. Es handelt sich um ideale Spechtbäume. Auch wäre hier ein potentieller Ersatzstandort für eine Brutkolonie der in Alsdorf-Mitte vertriebenen Saatkrähen. Außerdem sind Erlen mit einem Stammdurchmesser von 40 cm und völlig gesundem Holz beseitigt worden. Dabei bestand in diesen Fällen keinerlei Notwendigkeit zur Verkehrssicherung.
Hinter dem ehemaligen Forsthaus ist ein alter Folienteich, in dem noch Wasser steht, mit Ästen und Zweigen zugekippt worden. Ob hier noch Krötenlaich vorhanden gewesen ist, lässt sich nicht mehr feststellen.


Wir bitten um Klärung der Angelegenheit und fordern, die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.


Mit freundlichen Grüßen    

Dr. E. Lange   (1.Vorsitzender NABU Aachen-Land)

 

Titelphoto: Manfred Delpho

Letzte Aktualisierung:

27.6. 2020

STATISTIK:

72.738 Besuche

186.930 aufgerufene Seiten

(1.1.2012 - 31.12.2019)

Natur erleben

MIT DEM NABU NRW

Für Mensch und Natur

Machen Sie uns stark!

spenden

Artenreiches Grasland

BesucherzaehlerSeit 1.Januar 2012