Stunde der Wintervögel 2017: Großraum Aachen

gesamt:

1.978 Beobachter - 1.398 Beobachtungsstellen - 41.613 beobachtete Vögel

 

einzeln:

Kreis Aachen  508 -  375 - 10.180

Stadt Aachen  318 -  222  - 4.815

Düren             365 -  265 -  7.810

Euskirchen      516 - 339 - 12.907

Heinsberg       271 -  197 -  5.901

 

Stand: 18. Januar 22.10 Uhr / wv

Stunde der Wintervögel 2017 (Endergebnis)

Stand: 18. Januar 2017, 22 Uhr

 

In Kreis Aachen wurden in 375 Gärten 10180 Vögel gezählt. 508 Vogelfreunde haben dort folgende Beobachtungen gemacht:

Rang    

Vogelart

Anzahl

% der
Gärten

Vögel
pro Garten

Vergleich zum Vorjahr
(Vögel pro Garten)

Vergleich zum Vorjahr
(Trend)

1

Haussperling

1800

57,87%

4,80

- 0,80

- 14%

2

Amsel

1322

94,93%

3,53

- 0,22

- 6%

3

Star

1010

22,13%

2,69

+ 0,65

+ 32%

4

Kohlmeise

822

75,73%

2,19

- 2,72

- 55%

5

Blaumeise

618

64,53%

1,65

- 2,20

- 57%

6

Buchfink

617

45,07%

1,65

- 0,84

- 34%

7

Elster

606

60,53%

1,62

- 0,50

- 24%

8

Feldsperling

527

16,27%

1,41

- 0,15

- 10%

9

Rotkehlchen

384

80,27%

1,02

- 0,16

- 13%

10

Ringeltaube

352

31,2%

0,94

- 0,16

- 14%

11

Rabenkrähe

308

21,87%

0,82

- 0,25

- 23%

12

Eichelhäher

180

26,67%

0,48

- 0,16

- 25%

13

Saatkrähe

178

5,6%

0,47

+ 0,05

+ 11%

14

Grünfink

155

14,93%

0,41

- 0,51

- 55%

15

Heckenbraunelle

128

21,33%

0,34

- 0,16

- 31%

16

Türkentaube

121

11,47%

0,32

- 0,03

- 8%

17

Gimpel

117

10,4%

0,31

- 0,17

- 36%

18

Buntspecht

94

20,53%

0,25

- 0,27

- 52%

19

Stieglitz

93

4,8%

0,25

- 0,16

- 38%

20

Wacholderdrossel

89

4,27%

0,24

+ 0,02

+ 8%

21

Zaunkönig

85

19,2%

0,23

- 0,06

- 21%

22

Kleiber

70

10,93%

0,19

- 0,39

- 68%

23

Straßentaube

67

5,07%

0,18

+ 0,07

+ 63%

24

Schwanzmeise

59

3,2%

0,16

- 0,44

- 74%

25

Erlenzeisig

41

5,07%

0,11

- 0,16

- 59%

26

Grünspecht

29

7,2%

0,08

- 0,01

- 13%

27

Dohle

26

2,4%

0,07

- 0,07

- 51%

28

Tannenmeise

25

3,73%

0,07

- 0,46

- 87%

29

Singdrossel

23

1,87%

0,06

+ 0,03

+ 95%

30

Kolkrabe

23

2,4%

0,06

- 0,11

- 63%

31

Sumpfmeise

22

3,47%

0,06

- 0,12

- 68%

32

Rotdrossel

20

0,27%

0,05

-

0

33

Mäusebussard

19

4%

0,05

- 0,02

- 26%

34

Bergfink

17

2,67%

0,05

- 0,22

- 83%

35

Gartenbaumläufer

15

3,2%

0,04

- 0,03

- 45%

36

Zilpzalp

12

1,87%

0,03

-

0

37

Hausrotschwanz

11

1,87%

0,03

0,00

- 7%

38

Kernbeißer

10

1,33%

0,03

- 0,07

- 72%

39

Wintergoldhähnchen

10

1,87%

0,03

- 0,03

- 54%

40

Graureiher

10

1,87%

0,03

+ 0,02

+ 413%

41

Weidenmeise

9

1,6%

0,02

- 0,06

- 71%

42

Turmfalke

9

2,13%

0,02

- 0,07

- 73%

43

Haubenmeise

9

1,87%

0,02

- 0,19

- 89%

44

Silberreiher

9

0,53%

0,02

+ 0,02

+ 362%

45

Sperber

7

1,87%

0,02

- 0,03

- 60%

46

Misteldrossel

5

0,27%

0,01

-

0

47

Fasan

5

0,8%

0,01

0,00

+ 27%

48

Goldammer

3

0,8%

0,01

- 0,11

- 93%

49

Wiesenpieper

2

0,27%

0,01

-

0

50

Mittelspecht

2

0,53%

0,01

-

0

51

Nilgans

2

0,27%

0,01

- 0,01

- 50%

52

Sommergoldhähnchen

1

0,27%

0,00

-

0

53

Nebelkrähe

1

0,27%

0,00

- 0,19

- 99%

54

Eisvogel

1

0,27%

 

 

 

Quelle: www.nrw.nabu.de

NABU Aachen-Land: Jahresbericht 2016

von Dr. Eike Lange

 

Das Jahr 2016 begann, wie das alte aufgehört hatte, auf der Orchideenwiese in Kinzweiler. Es wurden Birkensämlinge beseitigt. Über 130 Knabenkräuter haben 2015 dort geblüht.

 

Mit unserem Pächter auf Maria Theresia haben wir einen neuen Vertrag abgeschlossen. Die Aufgaben des Pächters wurden etwas konkreter definiert.

 

Der Kauf des Grundstückes Hundsforter Benden hat sich in die Länge gezogen, da „Naturerbe NRW“ wider Erwarten abgelehnt hatte und wir einen neuen Geldgeber suchen mussten, was uns auch gelang. Inzwischen ist der Kauf abgeschlossen und ein kleines Stück Natur kann von uns erhalten werden.

 

Unser Broicher Weiher ist durch Sandeinspülungen vom Hang zusehends kleiner geworden. Mit Baggern der Firma Davids ist dieser entfernt und in der Nähe verkippt worden. Der Weiher ist wieder an sein ursprüngliches Ufer zurückgekehrt. Durch einen Wall soll erneuter Sandeintrag verhindert werden.

 

In unserem neuen Grundstück Hundforter Benden haben wir die Bekämpfung des Springkrautes durchgeführt. Es ist ein Versuch, um im nächsten Jahr hoffentlich einen Anfangserfolg melden zu können.

 

Im Dauereinsatz ist Hans Schröder auf den drei Dürwisser Grundstücken tätig gewesen. Bäume entdrahten, Hartriegel bekämpfen, Kopfweiden schneiden und Nistkästen erneuern! Hierbei ist er von seiner Frau kräftig unterstützt worden.

 

Karl Gluth war wie immer das ganze Jahr Hans Dampf in allen Gassen. Zäune reparieren, Nistkästen erneuern, Verkehrssicherungsmaßnahmen und vieles mehr.

 

Die Erneuerung der Zäune Lürkener Stein und Galgenmorgen haben wir in Auftrag gegeben. Auch wurden drei neue Apfelbäume gepflanzt.

 

In Zusammenarbeit mit der Biostation und der ULB StädteRegion Aachen wurde für den Probsteier Wald (Camp Astrid) der Naturschutzstatus beantragt.

 

Zu insgesamt 48 Bauvorhaben in unserem Gebiet wurden Stellungnahmen abgegeben. Dabei wird gefordert, naturschutzrelevante Belange zu berücksichtigen. Bei Windenergieanlagen sind insbesondere die betroffenen Vogelarten zu berücksichtigen. Leider steht die Ökonomie weit über der Ökologie.

 

Hans Schröder hat aus einer Holzspende des Sägewerkes Herpertz in Zweifall ca. 30 Nistkästen gefertigt, die auch alle aufgehängt wurden.

 

Zum Jahresende 2015 hat die Werbefirma Wesser im Aachener Raum eine Werbe-kampagne durchgeführt, bei der ca. 160 Neu-Mitglieder geworben wurden.

 

An Veranstaltungen des Landesbeirats in Dortmund, der Landesvertreterversammlung in Ahlen, zwei Info-Treffen des Nationalparks Eifel in Gemünd, der Mitgliederversammlung des NLP-Fördervereins in Gemünd sowie Info-Veranstaltungen zum Windenergieanlagenbau in Düsseldorf haben wir teilgenommen.

 

In diesem Jahr haben wir, zusammen mit dem Programm-Verschicken, auch langjährige Mitglieder geehrt. Bei einer Mitgliedschaft von 10, 20, 30 Jahren oder länger werden sie künftig eine schriftliche Anerkennung der Treue mit einer Kopie des Jahresvogels, gemalt von Manfred Victor, erhalten.

 

Trotz des nicht immer guten Wetters waren die OVA/NABU-Wanderungen, auch in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark, und die Monatstreffen in Buschhausen gut besucht.

 

Weiterhin haben wir durch Losverfahren von der Firma Samsung einen Drucker gespendet bekommen.

Apfelernte in Floverich

Foto: Eike Lange
Foto: Eike Lange

13. September 2016: Der NABU Aachen-Land beginnt die diesjährige Apfelernte. Das Bild zeigt eine Aktion auf der Obstwiese der StädteRegion Aachen in Floverich, wo der Kreisverband Nistkästen für den Steinkauz betreut.

In den nächsten Tagen werden Ernteeinsätze in den NABUeigenen Streuobstwiesen "Am Galgenmorgen" und "Lürkener Stein" in der Nähe des Blausteinsees folgen. Hier beklagen die Naturschützer Verluste durch "Selbstbedienung" Unbefugter.

Geplante Windkraftanlage in Monschau-Höfen

Stellungnahme der Naturschutzverbände

 

Aus Sicht der Naturschutzverbände ist die Errichtung des geplanten Windparks Höfener Wald ein naturschutzfachlich nicht zulässiges Vorhaben. Die Naturschutzverbände unterstützen zwar die Energiewende – auch unter Nutzung der Windkraft. Dies ändert aber nichts daran, dass Planungen mit so unstrittig großer Tragweite nicht zugelassen werden dürfen, wenn insbesondere für Böden, Gewässer, Biotope, Tierwelt und Landschaftsbild sowie Erholungsfunktion die in dieser Eingabe befürchteten erheblichen Beeinträchtigungen entstehen.

 

Die komplette Stellungnahme gibt es hier.

 

Ferienfreizeit in Baesweiler

Auch in den Sommerferien 2016 gab es eine Freizeitaktion in Baesweiler. Sie fand bereits zum vierten Mal in Folge im "Haus Setterich" statt, gesponsert von "Vivawest", einer der führenden Wohnungsanbieter in NRW, dessen Stiftung Projekte dieser Art unterstützt.

Erneut stand die Natur im Mittelpunkt. Einer der Höhepunkte war die Arbeit mit Jürgen Tillmann, einem NABU-Wolfsbotschafter, der neu zum Aktivenkreis unseres Kreisverbandes hinzugestoßen ist. Die spannenden Aktionen zum Wolf wurden von den Kindern mit Begeisterung aufgenommen. Weitere Entdeckungen zur Flora und Fauna waren auf einer Brachwiese möglich. Die Diplom-Geografin Monika Nelißen betreute hierbei die Kinder. Unterstützt wurden die beiden durch Karl Gluth und Eike Lange.

(wv) 

 

Peter Dzinga

* 31.1.1946   + 28.4.2016

 

Der Natur- und Umweltschutz im Raum Aachen hat einen großen Mitstreiter verloren.

 

 

Bürgerinitiative "Vorsicht Giftfässer"

 

Alsdorf: Gewässer im Naturschutzgebiet umgekippt

von Wolfgang Voigt

Aufnahmen von den Gewässern im Alsdorfer Naturschutzgebiet Mittleres Broichbachtal erwecken eher den Eindruck einer Wiese als von einem Feuchtgebiet. (Foto: Wolfgang Voigt)

 

Seit Monaten haben sich Fadenalgen und Wasserlinsen explosionsartig vermehrt. Mittlerweile ist die gesamte Wasseroberfläche derart zugewuchert, dass kein Sonnenstrahl mehr in die Tiefe dringt. Die weiteren Folgen sind absehbar, aber in der Stärke der Auswirkung unabschätzbar. Es ist zu befürchten, dass das vorher vorhandene ökologische Gleichgewicht auf Jahre außerordentlich gestört ist.

 

Was sind die Ursachen für dieses rapide Verschlechtern von Gewässern, welche sich über drei Jahrzehnte durch sauberes Wasser, hervorragende Sichttiefe und gesundem Besatz aus Flora und Fauna auszeichneten, - also ganz das Gegenteil vom benachbarten Sorgenkind Alsdorfer Weiher, an dem man fast ebenso lange erfolglos Verbesserungen anstrebt?

 

Von offizieller Seite macht man es sich zu leicht, alles auf den außergewöhnlichen Sommer 2015 oder gar auf das Füttern der Wasservögel durch Besucher der Tageserholungsanlage zurückzuführen. In der zurückliegenden Zeit sind die Wetterbedingungen oft negativer und die Fütterungen meist intensiver gewesen, ohne vergleichbare Auswirkungen auf den Zustand der Gewässer. Der aktuell zu beobachtende Botulismus bei Wasservögeln ist nur einmal (September 1992) aufgetreten. Die daran anschließende Aufklärungskampagne durch den damals die Ruhezone betreuenden NABU Aachen-Land hat vor Ort zu einer starken Reduzierung des Anfütterns geführt. Auch heute noch sprechen unsere Aktiven (meist mit Erfolg) die wenigen verbliebenen oder neu hinzugekommenen fütternden Personen an.

 

Auffallend ist dagegen die zeitliche Koinzidenz des Einleitens von Broichbach-Wasser per Druckleitung in die Gewässer des Naturschutzgebietes zur vermeintlichen „Rettung des Alsdorfer Weihers“ und das verstärkte Auftreten der Eutrophierungseffekte.

Teichralle auf eutrophiertem Gewässer (Foto: Wolfgang Voigt)
Teichralle auf eutrophiertem Gewässer (Foto: Wolfgang Voigt)

Im Vorfeld hat man immer wieder betont, dass man das Wasser oberhalb der Mündung des Euchener Baches entnehmen werde, um die Zuleitung von Wasser aus der Kläranlage Euchen zu vermeiden. Die Naturschutzseite hat dagegen bereits in der Planungsphase, unter anderem im Landschaftsbeirat, darauf hingewiesen, dass das vorgesehene Wasser aus dem Broichbach wohl auf lange Sicht das problematischere ist. Da der Broichbach zwischen der Quelle in Linden-Neusen und dem Zufluss des Siefengrabens nur noch episodisch Wasser führt, ist es letzterer der die Hauptmenge liefert. In ihn „münden“ unter anderem Abwässer aus der Broicher Siedlung und aus den Mariadorfer Angelteichen, gepumptes Wasser aus dem Bereich ehemalige Kläranlage Broich und vermutlich immer noch Autobahn-Wasser, wie man seit dem Unglück mit dem niederländischen Sahne-Tankwagen auf der A 44 im Dezember 1993 weiß. Unterhalb des Broicher Weihers werden / wurden außerdem Wässer aus dem Bereich der so genannten „Giftmülldeponie Blumenrath“ nach ihrer Behandlung durch eine zuletzt von Kreis Aachen / StädteRegion Aachen betriebenen Filteranlage zugeleitet.

 

Die Rolle der Stadt Alsdorf sollte im Gesamtzusammenhang ebenfalls beleuchtet werden. In ihren öffentlichen Darstellungen wird das Broichbach-Wasser in einen Angelteich eingeleitet. Gerade bei der Stadtverwaltung sollte man es besser wissen: Die betroffenen Gewässer gehören nicht zu den beiden Anzuchtteichen, die bachabwärts oberhalb des Alsdorfer Weihers liegen. Es handelt sich vielmehr um den Bereich der so genannten „Ruhezone“, eine Ausgleichsmaßnahme für die um 1980 entstandene Tageserholungsanlage Broichbachtal, die wegen dort vorkommender seltener Pflanzen- und Tierarten und ihrer hohen ökologischen Wertigkeit heute Teil des NSG Mittleres Broichbachtal ist.


Abschließend möchten wir darauf hinweisen, dass aufgrund des oben Geschilderten die Aufklärung der Ursachen des im September 2015 aufgetretenen Wasservogelsterbens umfassender erfolgen muss. Die Begründung mit den Futterresten erscheint hilflos und die Plakat-Aktion der Stadt Alsdorf daher wirkungslos und überflüssig.

Vogel des Jahres 2016: Der Stieglitz

09. Oktober 2015 Der Stieglitz (Carduelis carduelis) ist „Vogel des Jahres 2016“. Als einer der farbenfrohesten Vögel Deutschlands steht der auch Distelfink genannte Stieglitz für vielfältige und bunte Landschaften, denn er ernährt sich vornehmlich von den Samen zahlreicher verschiedener Blütenpflanzen, Gräser und Bäume. Ausreichend Nahrung findet er jedoch immer weniger, daher ist der Bestand des Stieglitzes in Deutschland in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. In Nordrhein-Westfalen ist die Bestandsentwicklung des Stieglitz jedoch gegenläufig. Aktuelle Zahlen des ´Atlas der Brutvögel Nordrhein-Westfalens´ beziffern die Zahl der Brutpaare hier auf 25.000-37.000 - fast doppelt so viel wie in den 1990er Jahren. Am häufigsten findet man ihn in der Eifel, dem Köln-Bonner-Raum und dem Niederrheinischen Tiefland sowie im Ruhrgebiet bis hin zur Hellwegbörde. Große, geschlossene Waldgebiete meidet der Distelfink dagegen, weshalb man ihm im Sauerland seltener begegnet. Auch im Münsterland trifft man ihn nicht so häufig an.

In der Agrarlandschaft sind seit 1994 fast 90 Prozent aller Brachflächen mit ihrer heimischen Artenvielfalt verloren gegangen. Auch Randstreifen mit Blumen und Wildkräutern an Feldern und Wegen gibt es immer seltener. Die verbliebenen werden zudem immer artenärmer. Da zieht es auch immer mehr Distelfinken in die Städte oder Siedlungsrandbereiche, wo es immer noch „wilde Ecken“ gibt. So leben knapp 60 Prozent des bundesweiten Bestandes im Siedlungsraum, nur noch 40 Prozent in Feld und Flur. Hier finden sie ihre Nahrung in Gärten und Parks, an Wegrainen und Brachflächen. Möglicherweise ist dies auch die Erklärung für den gegenläufigen Bestandstrend in Nordrhein-Westfalen, das reich an strukturreichen städtischen Ballungsräumen ist und so dem Stieglitz attraktive neue Lebensräume bietet. Besonders im Ruhrgebiet profitiert der Stieglitz von den zahlreichen Industriebrachen.


Quelle: NABU NRW)

Zeichnung: Manfred Victor / NABU Aachen-Land
Zeichnung: Manfred Victor / NABU Aachen-Land

Mensch und Natur im Sommer

Die StädteRegion Aachen informiert:

StädteRegion Aachen. In den Naturschutzgebieten in der StädteRegion Aachen beginnt an den schönen Sommertagen die stressige Zeit, in der auch die Tiere mit ihrem Nachwuchs häufig gestört werden. Abgesehen von Menschen, die neben den befestigten Wegen gehen oder mit ihrem Mountainbike fahren, kommt es in letzter Zeit zu vermehrten Beschwerden wegen freilaufender Hunde. Das Umweltamt der StädteRegion weist darauf hin, dass in allen Naturschutzgebieten eine Anleinpflicht gilt. In drei besonders geschützten Gebieten wird bald auch mit Flyern auf die geltenden Regelungen hingewiesen.

Die StädteRegion Aachen hat deshalb eine Information mit dem Titel „Hunde im Naturschutzgebiet“ herausgegeben. Darin werden alle Hundehalter auf die gültigen Verhaltensregeln hingewiesen. Das Wurmtal zwischen Herzogenrath und Würselen, der Schlangenberg in Stolberg-Breinig und das Münsterbachtal in Stolberg/Münsterbusch sind Schutzgebiete mit europäischer Bedeutung, in denen dieses Problem besonders aufgetreten ist. Um den Hundebesitzern diese Information zukommen zu lassen, werden ab Ende Juni an den Hauptzugängen dieser drei Naturschutzgebiete Prospektboxen aufgehängt, aus denen die Flyer entnommen werden können.

Viele Erholungssuchende zieht es in die geschützten Gebiete und manchmal halten sich Menschen unbemerkt in der Nähe eines Vogelnestes auf. Damit können sie die Elterntiere davon abhalten, die Eier auszubrüten oder auch Futter für die Jungtiere heranzuschaffen. Auch Rehe mit ihren Kitzen werden aufgescheucht und lassen bei der Flucht ihre Nachkommen erst einmal auf der Wiese alleine. Wenn dann im Naturschutzgebiet Hunde mit ihrem natürlichen Jagdtrieb unangeleint sind, kann das gefährlich werden. Deshalb ist es wichtig, dass der Hundeführer immer auf sein Tier unmittelbar Einfluss nehmen kann, um Schlimmeres zu vermeiden. Eine in der Länge variable Leine kann in diesen Gebieten hilfreich sein. Auf engen Wegen und überall da, wo Reiter, Radfahrer und Fußgänger nah aneinander vorbei müssen, sollte der Bewegungsradius des Hundes an die jeweilige Situation angepasst werden.

Aus Gründen des Naturschutzes werden Verbote ausgesprochen, die z.B. den Verbleib vom Mensch und Tier auf befestigten Wegen und Straßen, wie auch die Anleinpflicht in Naturschutzgebieten festlegen. Die Regeln gelten übrigens in allen Naturschutzgebieten Deutschlands und in der Regel auch im europäischen Ausland.
Die untere Landschaftsbehörde hofft auf das Verständnis der Nutzer und wird die Einhaltung der Regeln in Naturschutzgebieten weiterhin vor Ort kontrollieren. Dabei können auch Verwarnungs- und Bußgelder verhängt werden.

Anleinpflicht für Hunde

Regeln während der Brut- und Setzzeit

Für Hund und Halter gelten besondere Regeln, wenn andere (vor allem freilebende) Tiere Nachwuchs bekommen.

 

Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) erklärt hierzu: "Während dieser sogenannten Brut- und Setzzeit muss der Hund vor allem bei Spaziergängen im Wald und in der freien Natur angeleint sein." In den meisten Bundesländern gilt dies vom 1. April bis zum 15. Juli. Die einzelnen Vorschriften kann man bei den zuständigen Behörden, unter anderem bei den kommunalen Ordnungsämtern erfahren.

 

Der Grund für die Sonderregelungen während der Brut- und Setzzeit besteht darin, dass der Jagdtrieb des Hundes eine Gefahr für trächtige Tiere und den Nachwuchs darstellen kann.

 

Die möglichen Risiken für andere Tiere sind vielfältig. So reicht es manchmal schon, dass ein Hund ein Junges nur berührt - der fremde Geruch irritiert die erwachsenen Tiere, lässt sie eventuell den Nachwuchs verstoßen oder vernachlässigen. Vertreibt der Hund brütende Vögel, besteht die Gefahr, dass die Eier im Gelege auskühlen oder von anderen Tieren zerstört werden.

 

Verstöße werden meist mit Bußgeldern geahndet, kommt durch den Hund tatsächlich ein Tier zu Schaden, können sogar vier- oder fünfstellige Beträge fällig werden.

NABU-Ausstellung:

Die Vögel des Vichtbaches in Stolberg

Foto: Hans Schröder
Foto: Hans Schröder

Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein veranstaltete im Rahmen der „Kupferstädter Weihnachtstage“ gemeinsam mit der Stadt Stolberg zum 26. Male die Ausstellung MEINE HEIMAT STOLBERG.

In diesem Jahr hatte man das Thema „Der Vichtbach – die Lebensader Stolbergs“ gewählt.

Der Heimat- und Geschichtsverein war an den NABU Aachen-Land mit der Bitte herangetreten, einen Ausstellungsbeitrag zu gestalten. Wir hatten zum Unterthema „Die Vögel des Vichtbaches“ einen Infostand eingerichtet. Dort wurden auf einer Tafel neun Vogelarten auf DIN-A3-Fotos vorgestellt. Ergänzend lief ein etwa 25 Minuten dauerndes Video mit den Gesängen oder Rufen der an der Vicht vorkommenden Arten.

Abgerundet wurden die NABU-Informationen durch einige Fotos und Montagen zum geplanten Hochwasserstaudamm an der Vicht, der Stolberg schützen soll. Hierzu gab es einen kurzen aufklärenden Text und die Bitte um Stellungnahme zu diesem Projekt.

Habicht - Vogel des Jahres 2015

Der Habicht, ein einheimischer Greifvogel, wird Vogel des Jahres 2015. Der imposante Jäger wird oft selbst zum Gejagten - denn er frisst hauptsächlich Vögel. Damit kommt er Brieftaubenzüchtern, Geflügelhaltern und Jägern in die Quere. Manche töten ihn deshalb illegal.

 

Kurzporträt:


Verbreitung und Lebensraum

Der Habicht ist ein weit verbreiteter Brutvogel in Europa, Asien und Nordamerika. In Deutschland fehlt der Habicht als Brutvogel nur an der Nordseeküste bzw. erreicht dort und im Voralpengebiet nur eine geringe Dichte. In NRW ist er landesweit verbreitet. Habichte brüten vorzugsweise in größeren Wäldern. Er besiedelt aber auch die abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Feldgehölzen, kleinen Wäldern und offenen Grünlandflächen. Auch Stadtwälder und Parks von Großstadtgebieten (z.B. in Düsseldorf und Köln) wurden als Brutplatz nachgewiesen.

Beschreibung
Von der Größe her ist der Habicht leicht mit einem Bussard zu verwechseln, er wirkt aber schlanker, hat kürzere abgerundete Flügel und einen längeren Schwanz. Im Geradeausflug wechseln Gleitphasen mit 4 bis 5 Flügelschlägen ab. Die Oberseite ist bei Altvögeln graubraun, wobei der Schwanz vier dunkle breite Bänder aufweist. Die Unterseite beider Geschlechter ist weiß und mit schmalen schwärzlichen engen Querbändern versehen. Jungvögel tragen oberseits ein rotbraunes Gefieder, unterseits ist es rostgelb und weist dunkelbraune Längsflecken auf. Im Gegensatz zum Mäusebussard haben Habichte eine gelbe, mitunter gelborange Iris. Nicht selten werden Habichte mit dem Wespenbussard verwechselt. Mit knapp 700 Gramm erreicht das kleinere Männchen nur etwa zwei Drittel des Körpergewichts vom Weibchen, welches etwas 1100 Gramm wiegt.

Nahrung
Durch die Körpergröße bedingt, bevorzugt das Männchen kleinere Beutetiere von Amsel- bis Taubengröße, das Weibchen dagegen ist in der Lage, Beutetiere bis zur Hühnergröße zu schlagen. Wegen seiner opportunistischen Jagdweise erbeutet er vor allem Arten, die häufig vorkommen und leicht zu fangen sind. Die Zusammensetzung der Beute richtet sich also nach dem örtlichen Angebot und kann aus einer kleinen Maus oder einem kleinen Vogel bis zum Fasan, Rebhuhn oder Kaninchen bestehen. In Mitteleuropa ist die häufigste Beute die Ringeltaube, es folgen Eichelhäher, verschiedene Drosselarten, Rabenkrähen und Stare. Sofern vorhanden, gehören auch Kaninchen zur Hauptbeute. Gelegentlich versucht das Weibchen, auch einen Hasen oder ein Huhn zu schlagen.

 

Quelle: NABU NRW

Helmut Klinkenberg

13.3.1924 - 11.9.2014

Der NABU Aachen-Land trauert um sein ehemaliges Gründungs- und Vorstandsmitglied.

 

Nachruf vom Ornithologischen Verein Aachen (OVA):

Ferienfreizeit 2014 in Baesweiler

Auch 2014 hat die Wohnungsbaugesellschaft VIVAWEST zusammen mit dem NABU Aachen-Land eine Ferienfreizeit für Kinder aus Baesweiler veranstaltet. Die Leitung hatte wie im Vorjahr Monika Nelißen.

Unsere Mitarbeiter Eike Lange und Hans Raida haben von Hans Schröder vorgefertigte Nistkästen mitgebracht und zusammen mit den Kindern in einer kleinen Werkstatt zusammengebaut. Diese hatten viel Spaß beim Bohren und Schrauben.

 

 

Außerdem haben sie mit Unterstützung durch Frau Nelißen ein „Insektenhotel“ gebaut.

 

 

Die Kästen sind am folgenden Tag im Bereich der Wohnsiedlung von VIVAWEST aufgehangen worden.

(wv)

 

Ferienfreizeit 2013 in Baesweiler

Aufhängen einer Nisthilfe
Aufhängen einer Nisthilfe

Es ist schon einige Zeit her, dass die Wohnungsbaugesellschaft VIVAWEST beim NABU Aachen-Land angefragt hat, ob wir eine Ferienfreizeit für Kinder aus Baesweiler unterstützen könnten. Das Angebot sollte unter dem Motto „Erlebnis Natur im Quartier“ stehen und unter anderem Naturbeobachtungen in der unmittelbaren Umgebung ihres Wohnortes möglich machen.

Das Projekt stand unter der Leitung von Monika Nelißen aus Aachen und fand vom 12. bis 16. August statt.

Beim Fangen von Wespen, Bienen, Hummeln, Spinnen, Heuschrecken und anderem Kleingetier waren die Kinder mit Begeisterung bei der Sache. Unsere NABU-Aktiven Karl Gluth, Eike Lange und Hans Raida haben bei der Bestimmung von Tieren und Pflanzen und bei der Beaufsichtigung der kleinen Forscher geholfen.

Am Abschlusstag gab es für alle Beteiligten ein von VIVAWEST spendiertes Büffet. Ein nachhaltiges Zeichen zur Erinnerung an die erlebnisreichen Tage setzte man durch das Aufhängen eines selbst gebastelten Nistkastens auf dem Gelände von „Haus Setterich“, der Begegnungsstätte für alle.

(wv)  

 

Sonderseite

Foto: Wolfgang Voigt
Foto: Wolfgang Voigt

Bebauungsplan 327 - Alfred-Brehm-Straße, Alsdorf: VABW-Gelände

Aus aktuellem Anlass hat der NABU Aachen-Land eine Sonderseite zum Thema eingerichtet. Klicken Sie bitte hier !

Landschaftsplanänderung Alsdorf/Eschweiler: Blausteinsee

Schreiben des NABU Aachen-Land an Minister Remmel

An das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.

40190 Düsseldorf

 

Btr.: LP -Änderung Alsdorf/Eschweiler

21.12.2012

 

Sehr geehrter Herr Minister Remmel!

 

Trotz verschiedener Eingaben des NABU bei Ihnen und der Städteregion Aachen, trotz der Ablehnung im Landschaftsbeirat und trotz der Stellungnahmen in den Scopingterminen  in Eschweiler ist bei der Verabschiedung des Landschaftsplanes VII (Eschweiler/Alsdorf)  eine deutliche Verkleinerung des Naturschutzgebietes beschlossen worden.

 

Trotz mehrmaliger Aufforderung,  die bisher vorgeschriebene Bojenkette instand zu halten,  war es der Blausteinsee GmbH nicht möglich, die dringend notwendige Abgrenzung zwischen NSG und  touristisch nutzbarer Wasserfläche zu errichten.  Es ist jetzt eine Sommer- und eine Wintergrenze beschlossen worden, ohne dass klar ist, wie beide Abgrenzungen markiert werden sollen und ob die Blausteinsee GmbH dazu in der Lage (bzw. willig) ist.  Nicht geklärt sind die Fragen: Wann soll die so genannte Sommererweiterung beginnen? Wie wird eine zweite Brut berücksichtigt?  Nach unseren langjährigen Beobachtungen überschneiden sich in den meisten Jahren Brutzeitende und Zuganfang. Je nach Wetterlage sind die ersten Wintergäste schon im September auf dem Blausteinsee.

 

In den letzten Jahren sind monatliche Vogelzählungen der Unteren Landschaftsbehörde in Zusammenarbeit mit dem NABU durchgeführt worden. Daraus ist eindeutig ersichtlich, dass die Artenzahl rückläufig ist, seit die Bojenkette nicht mehr intakt ist und die Wassersportler  ohne Hindernis in den NSG-Bereich eindringen können.

 

Natürlich müssen Freizeit und Tourismus auf dem Blausteinsee ihren Platz haben. Das Projekt „Blausteinsee“ ist gegen unsere Vorstellungen so beschlossen worden. (Wir hatten seinerzeit einen zweiten See gefordert, weil nach unserer Auffassung das Nebeneinander von Naturschutz und Tourismus bei diesen Größenverhältnissen unvereinbar ist.) Die Aufteilung nach der Fertigstellung von  1:3 war ein von uns mit Bauchschmerzen akzeptierter Kompromiss mit Gültigkeit für beide Seiten, der nicht alle paar Jahre wieder zu Ungunsten der Natur geändert werden darf.  Auch hier gilt das Verschlechterungsverbot. In den §§ 15/5 und 19 können Verschlechterungsmaßnahmen nur mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen genehmigt werden. Ein Ausgleich ist in diesem Falle nicht möglich.

 

Wohin in Zukunft die Entwicklung des Blausteinsee gehen soll, zeigen die neuesten Bestrebungen, wonach auch noch Ferienwohnungen am Ufer gebaut werden sollen.

 

Wo bleiben Ihre Zusagen Herr Minister Remmel,  sich um den Naturschutz am Blausteinsee zu kümmern (Landesvertreterversammlung des NABU 2011 in Aachen). Bei einem Dezernenten der Städteregion Aachen, der in kritischen Naturschutzfragen seinen Fachabteilungen der Unteren Landschaftsbehörde einen Maulkorb verpasst, benötigen die Naturschutzverbände auch einmal Taten und nicht nur warme Worte aus dem Ministerium.

 

Wir wenden uns mit diesem Schreiben an Sie, weil dem Vernehmen nach die Bezirksregierung in den kommenden drei Monaten lediglich zu prüfen hat, ob das Verfahren zum Landschaftsplan formal in Ordnung ist, und es daher nicht mehr um inhaltliche Korrektheit geht.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(gez. Dr. E. Lange, NABU Aachen-Land)

Verleihung der Schwalben-Plaketten in Konzen

Foto: Aline Jansen
Foto: Aline Jansen

Am 22. September 2012 wurden durch den NABU Aachen-Land um 15 Uhr in Monschau-Konzen in der "Gaststätte Achim + Elke" die Plaketten "Schwalbenfreundliches Haus" verliehen.

Leider konnten an diesem Tag nur drei Bewerber aus Stolberg teilnehmen. Vier weitere aus Herzogenrath, Stolberg und Würselen waren ebenso verhindert wie drei aus der Südregion (einmal aus Kalterherberg und zweimal aus Simmerath).

Die Aktion soll 2013 fortgesetzt werden. 

(wv)

 

Siehe auch Presseschau

Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier.

Martin-Luther-Kirche in Merkstein ausgezeichnet

von Wolfgang Voigt

Foto: Wolfgang Voigt
Foto: Wolfgang Voigt

Der NABU setzt sich mit der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ für die Sicherung von Nistplätzen bedrohter Arten ein. Kirchen, die sich besonders für den Artenschutz einsetzen, werden mit einer Urkunde ausgezeichnet und erhalten eine Plakette, die sie an ihrer Kirche anbringen können.

Foto: Horst Kienbaum
Foto: Horst Kienbaum

 

Seit mindestens vier Jahren brütet ein Turmfalkenpärchen im Glockenturm der Martin-Luther-Kirche in Herzogenrath-Merkstein. Lediglich 2011 ist die Brut ausgeblieben.

 

Das Flugloch ist ein kreisrundes Loch im Mauerwerk zwischen den beiden fenstergroßen Schallöffnungen. Hier wachen und rasten auch die Elterntiere, hier sitzen Jungtiere und machen nach Auskunft von Anwohnern erste Übungen zur Stärkung der Flugmuskulatur.

 

Unser aktives Mitglied Hans Raida erfährt vom Brutgeschehen durch einen kleinen Beitrag von Presbyter Horst Kienbaum im Kirchenblatt "Evangelisch in Herzogenrath" (Ausgabe 3/2012). Schnell ist die Idee geboren, die Kirche im Rahmen des bundesweiten Projekts "Lebensraum Kirchturm" auszuzeichnen.

 

Foto: Wolfgang Voigt
Foto: Wolfgang Voigt

Der NABU Aachen-Land nimmt Kontakt zu den Kirchenvertretern auf, erklärt den Sinn der Aktion und stößt auf offene Ohren.

 

Am 12. September 2012 ist es dann soweit: NABU-Vorsitzender Dr. Eike Lange überreicht Urkunde und Plakette "Lebensraum Kirchturm" an Pfarrerin Renate Fischer-Bausch.

 

Anschließend sitzt man in gemütlicher Runde und in Anwesenheit der Lokalpresse bei Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus und tauscht Informationen, Beobachtungen und Erfahrungen mit den Greifvögeln aus.

 

zur Turmfalkenbrut in der Kirche (von Horst Kienbaum)

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 26.06.2012 - 9300/07 -

Grundstückseigentümer muss Jagd auf seinem Land nicht dulden

EGMR rügt Verletzung des Schutzes des Eigentums

Ein Grundstückseigentümer muss die Jagd auf seinem Land nicht dulden, wenn er sie aus ethischen Gründen ablehnt. Dies entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und stellte eine Verletzung von Artikel 1 Protokoll Nr. 1 (Schutz des Eigentums) zur Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) fest. Darüber hinaus befand das Gericht, dass diese Verpflichtung Grundstücksbesitzern in Deutschland, die die Jagd ablehnen, eine unverhältnismäßige Belastung auferlegt. Der Gerichtshof folgte damit seinen Schlussfolgerungen in zwei früheren Urteilen, die das Jagdrecht in Frankreich und Luxemburg betrafen.

 

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Kinzweiler: Neuer Kreuzkrötentümpel

In Eschweiler-Kinzweiler liegt das Gelände einer ehemaligen Kieswäsche, die im August 1993 stillgelegt worden ist. Im Juli 1997 wird ein Pachtvertrag zwischen der Stadt Eschweiler und unserem Verband unterzeichnet. Der NABU Aachen-Land betreut und entwickelt den Biotop seitdem im Sinne des Naturschutzes und in enger Absprache mit der Unteren Landschaftsbehörde.

Das Vorkommen der seltenen Kreuzkröte mit dem charakteristischen Streifen auf dem Rücken ist ein Grund für die Schutzwürdigkeit des Gebietes. Allerdings wäre der Bestand ohne zwischenzeitlichen Einsatz unserer Aktiven vermutlich längst zusammengebrochen. Zu häufig sind die Laichbedingungen in extrem trockenen Jahren zu ungünstig gewesen. Neben anderen Hilfsmaßnahmen hat man künstliche Kleingewässer angelegt: flach und weitgehend vegetationsfrei. Dadurch hat man die Verdunstung stark herabgesetzt und das Einwandern von natürlichen Feinden minimiert.

 

Der in diesem Jahr (2012) geschaffene Tümpel ist nicht nur gut angenommen worden, sondern er hat auch die Trockenperioden ohne größere Wasserverluste dauerbespannt überstanden.

(wv / Fotos: Karl Gluth)

 

weitere Informationen zum betreuten Gebiet

Herzogenrath: Erste Reiherentenbrut am Rückhaltebecken

(Foto: Karl Gluth)
(Foto: Karl Gluth)

 

 

 

 

Die erste Reiherentenbrut im Juli 2012 (gleich mit sieben Jungtieren) bekräftigt die Forderung des NABU Aachen-Land, die Jagdruhe am Becken dauerhaft fortzusetzen.

Neuer Neophyt in Alsdorf entdeckt

(Foto: Wolfgang Voigt)
(Foto: Wolfgang Voigt)

Während der Moll-Rundfahrt am 14. Juli 2012 entdeckte Wolfgang Voigt auf dem Kellersberger Friedhof eine bläulich blühende, niedrig wachsende Pflanze, welche sich teppichartig in einer Rasenfläche entwickelt hat.

 

Später bestimmte Ingrid Erdtmann sie als Pratia pedunculata, die in Australien heimisch ist und in deutschen Gärtnereien als „Blauer Bubikopf“ verkauft wird. Zweifelsohne ist sie also aus einer Grabbepflanzung verwildert. Da sie sich gegenüber anderen Arten (zum Beispiel Prunella vulgaris) durchzusetzen vermag, kann man davon ausgehen, dass sie sich möglicherweise als Neophyt in häufiger gemähten Grünanlagen einbürgern könnte.

 

Der NABU Aachen-Land fragt, ob und wo ähnliche Beobachtungen gemacht werden. Meldungen bitte an Wolfgang Voigt (wolfg.voigt@web.de).

 

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Alsdorf: Naturschutz am Boden?

Bild mit Symbolcharakter (Foto: Wolfgang Voigt)
Bild mit Symbolcharakter (Foto: Wolfgang Voigt)

 

Es ist noch gar nicht so lange her, dass der NABU Aachen-Land Vergehen gegen das Landschaftsgesetz durch Privatleute und den Forst auf Alsdorfer Stadtgebiet bei der Unteren Landschaftsbehörde zur Anzeige gebracht hat.

 

Erneut ist von solchen Verstößen zu berichten: Mitten in der Brutzeit wurden im Naturschutzgebiet Mittleres Broichbachtal mit schwerem Gerät Schäden an Sträuchern und Bäumen verursacht, - diesmal durch die Stadt Alsdorf.

 

(Foto: Wolfgang Voigt)
(Foto: Wolfgang Voigt)

Um diesen Weg hatte es bereits bei seiner Entstehung viel Ärger für die Stadt Alsdorf gegeben, da er seinerzeit unter anderem ohne Genehmigung angelegt worden war. Er blieb mit Auflagen durch die Aufsichtsbehörde schließlich bestehen. Jetzt sieht es so aus, als wollte man ihn aktuell über ein vertretbares Maß hinaus wieder verbreitern. Zum Einsatz kamen Geräte, wie sie zum Beispiel am Kurt-Koblitz-Ring beim Rückschnitt des so genannten Straßen-Begleitgrüns verwendet werden.

 

Entsprechend tief sind die Spuren, welche die Fahrzeuge im Gelände hinterlassen haben.

 

(Foto: Wolfgang Voigt)
(Foto: Wolfgang Voigt)

Die Gehölze wurden auf diese Weise nicht fachgerecht geschnitten, sondern geknickt und zerfetzt.

Gerade in empfindlichen Bereichen muss ein derartiges Vorgehen unterlassen werden. Schließlich handelt es sich um Landschafts- und Naturschutzgebiete, nicht mehr und nicht weniger.

 

Völlig indiskutabel ist die Wahl des Zeitpunkts. Da es sich bei diesen Maßnahmen nicht mehr "nur" um einen Pflegeschnitt handelt, ist die Ausführung während der Brut- und Setzzeit schlichtweg gesetzlich verboten. Ganz im Gegenteil: die Kommunen sind laut Landschaftsgesetz verpflichtet, alles zu unternehmen, um Störungen in solchen Bereichen zu verhindern.

14 Tage nach dem Eingriff (Foto: Privat)
14 Tage nach dem Eingriff (Foto: Privat)

 

Einer aufmerksamen Ofdener Bürgerin ist es zu verdanken, dass ein etwa zur gleichen Zeit geschehener Vorfall im Bereich des Schleibacher Weges publik wurde. Auch hier wurde massiv durch so genannte Pflegemaßnahmen in einen Brutbiotop eingegriffen. Auf dem Bild ist zu erkennen, dass dadurch ein besetztes Nest vollkommen freigelegt wurde, wobei angemerkt werden muss, dass es noch schlimmer hätte kommen können...

 

(Foto: Privat)
(Foto: Privat)

 

Wie in den Bildern oben zu ahnen ist, sind die wahren Schäden an der Vegetation auf Fotos nur unzureichend darstellbar. Einen guten Eindruck vermitteln die Schäden an einem ehemaligen Strommast, der bei derselben Maßnahme am Schleibacher Weg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Vor allem zeigen sie das unsachgemäße und unkontrollierte Vorgehen.

 

(wv)

 

Nachtrag:

 

"Hallo Herr Voigt,
leider haben die Jungvögel aus dem halb abgesägten Nest es nicht
geschafft. Wir haben jeden Tag beobachtet wie die Elterntiere sich
liebevoll gekümmert haben.... Aber in der Früh war das Nest leer. Anbei
ein Foto der Nestjungen bzw. was die Straße übrig gelassen hat. Die
Stadt Alsdorf sollte sich hierfür schämen. Ich werde im kommenden Jahr
versuchen zu verhindern, dass dies wieder geschieht. Wenn es sein muss,
mit einer Sitzblockade.
Viele Grüße,

N.N." (Name ist der Redaktion bekannt.)
"P.S. gerne können Sie dieses Foto veröffentlichen"

(Foto: Privat)
(Foto: Privat)

Pressemitteilung der StädteRegion Aachen | 5. Juni 2012

Freizeit und Naturschutz

StädteRegion Aachen: Das Umweltamt der StädteRegion weist aus aktuellem Anlass auf die besonderen Schutzbestimmungen in Naturschutzgebieten hin. Dort sind beispielsweise die Freizeitnutzung außerhalb von Wegen oder gar das Campen nicht erlaubt. Die Mitarbeiter des Umweltamtes haben erst kürzlich im besonders wertvollen Stolberger Naturschutzgebiet “Steinbruchbereich Bärenstein” Zelte, eine Feuerstelle und andere zurückgelassene Campingutensilien wegräumen müssen. Dieses Gebiet besitzt unter anderem wegen der Galmeiflora (Galmeiveilchen, Galmei-Täschelkraut, Galmeigrasnelke) europäische Bedeutung. Die dortige Tierwelt ist vom Insekt bis zum Säugetier vielfältig ausgebildet. Wegen der Seltenheit der Pflanzen und Tiere sind Naturschutzgebiete Kernflächen des Naturschutzes und dienen dem besonderen Schutz von Natur und Landschaft. Sie werden insbesondere zur Erhaltung bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensstätten ausgewiesen. Oft ist auch die Entwicklung oder Wiederherstellung von Biotopen seltener Arten das Ziel. Naturschutzgebiete und Nationalparks sind die am strengsten geschützten Gebiete. Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebiets oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen können, sind verboten. Das gilt unter anderem für:

  • Campen
  • Offenes Feuer,
  • das Verlassen der ausgewiesenen Wege (auch per Pferd oder mit dem Rad!),
  • Angeln an Stillgewässern innerhalb des Naturschutzgebietes,
  • die Entnahme und Einbringung von Pflanzen oder Tieren und
  • das Hinterlassen von Müll. Hunde sind in Naturschutzgebieten immer auch auf den Wegen an der Leine zu führen.

In der StädteRegion Aachen sind zurzeit 123 Naturschutzgebiete ausgewiesen. Sie nehmen insgesamt eine Fläche von ca. 98 km² (also fast ein Siebtel der StädteRegion) ein. Die konkreten Vorschriften, die in dem jeweiligen Naturschutzgebiet einzuhalten sind, können im Textteil des dort geltenden Landschaftsplanes bzw. der Schutzgebietsverordnung entnommen werden.

Kahlschlag im NSG Mittleres Broichbachtal

NABU Aachen-Land zeigt den Vorfall bei der Unteren Landschaftsbehörde an

Foto: Wolfgang Voigt
Foto: Wolfgang Voigt

Unter anderem wegen der Vogelbrutzeiten gibt es eine gesetzliche Schonzeit für Bäume und Sträucher im Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 30. September. Erst kürzlich hat das Umweltamt der Städteregion in den Medien hierauf hingewiesen.

 

Ungeachtet dessen ist es Ende März in der Nähe der Kellersberger Mühle in Alsdorf zu umfangreichen Rodungsarbeiten gekommen. Erschwerend kommt hier hinzu, dass sich das betreffende Gelände im Naturschutzgebiet Mittleres Broichbachtal befindet.

 

Der NABU Aachen-Land hat den Vorfall bei der Unteren Landschaftsbehörde zur Anzeige gebracht.

 

Wortlaut des Schreibens vom 31. März 2012: 

 

Vor einiger Zeit sind am Herrenweg zwischen Kellersberger Weiher („Hundeweiher“) und Alsdorfer Weiher aus unserer Sicht in unnötigem Ausmaß Durchforstungsmaßnahmen durchgeführt worden. Dabei sind auch kerngesunde Bäume gefällt worden, welche für die Besucher des Broichbachtales keinerlei Gefahr darstellten. Völlig verfehlt ist die komplette Rodung eines dichten Gebüschstreifens zwischen Weg und Broichbach / Ruhezone, der in den vergangenen Jahren unzählige Nistplätze für Kleinvögel geboten hat.

 

Übertroffen werden diese Maßnahmen noch durch folgende Eingriffe:

 

Am Broichbach im Bereich Kellersberg sind um den 28.3.12 massiv Erlen und Pappeln gefällt worden. Dort wurde gehaust, als wäre das Gebiet eine Müllkippe und kein Naturschutzgebiet. Die ausgeführten Arbeiten widersprechen jedem Naturschutzgedanken. Es ist völlig unverständlich, wie ein solcher Raubbau von einer Forstbehörde durchgeführt werden kann.
Auch wenn die Pappeln einen dunklen Kern haben, bestand keine Notwendigkeit, diese in der Sperrzeit zu Beginn der Brutsaison zu fällen. Es handelt sich um ideale Spechtbäume. Auch wäre hier ein potentieller Ersatzstandort für eine Brutkolonie der in Alsdorf-Mitte vertriebenen Saatkrähen. Außerdem sind Erlen mit einem Stammdurchmesser von 40 cm und völlig gesundem Holz beseitigt worden. Dabei bestand in diesen Fällen keinerlei Notwendigkeit zur Verkehrssicherung.
Hinter dem ehemaligen Forsthaus ist ein alter Folienteich, in dem noch Wasser steht, mit Ästen und Zweigen zugekippt worden. Ob hier noch Krötenlaich vorhanden gewesen ist, lässt sich nicht mehr feststellen.


Wir bitten um Klärung der Angelegenheit und fordern, die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.


Mit freundlichen Grüßen    

Dr. E. Lange   (1.Vorsitzender NABU Aachen-Land)

 

Jahreshauptversammlung 2012

Dr. Eike Lange führt den NABU Aachen-Land

Wichtigste Tagesordnungspunkte der diesjährigen JHV am 10. Februar im Aachener „Hotel Buschhausen“ sind Wahlen gewesen. Diese haben einige Änderungen gebracht, vor allem weil zwei Vorstandsmitglieder von ihrem bisherigen Amt zurückgetreten waren.

 

Neuer Vorsitzender ist Dr. Eike Lange aus Würselen, Tierarzt im Ruhestand. Zum Stellvertretenden Vorsitzenden hat die Mitgliederversammlung seinen Vorgänger Karl Gluth gewählt. Hermann Schmaldienst wird zukünftig die Kasse führen. Schriftführerin bleibt Rita Robertz. In den erweiterten Vorstand sind Ralf Evertz, Josef Lothmann, Josef Metzen und Doris Tomski berufen.

 

Weitere Wahlergebnisse:

Friedhelm Nießen, Hans Raida und Peter Robertz bilden den Beirat des NABU Aachen-Land.

Zu Kassenprüfern hat man Friedhelm Nießen und Manfred Victor bestimmt.

Für die Landesvertreterversammlung am 30. September 2012 stehen Doris Tomski, Rita Robertz, Peter Robertz, Karl Gluth, Josef Lothmann, Dr. Eike Lange und Ralf Evertz als Delegierte zur Verfügung. (wv)

 

Ab 1. März: Schonzeit für Hecken und Bäume

Aachen. Das Umweltamt der Städteregion weist darauf hin, dass am 1. März die Schonzeit für Hecken beginnt. Bis zum 30. September ist es verboten, Hecken und Gebüsche zu entfernen oder abzuschneiden. Das gilt für Hausgärten und die freie Landschaft. Die Regelung aus dem Bundesnaturschutzgesetz dient dem Schutz der heimischen Tiere, insbesondere der Vögel und ihrer Nester. Für Bäume gilt die Schonzeit ebenfalls, jedoch nur außerhalb der Gärten und des Waldes.

 

Ein schonender Formschnitt ist auch in dieser Zeit erlaubt. Hierbei darf aber nur der jährliche Zuwachs weggeschnitten werden. Wer dennoch radikal schneidet, riskiert ein hohes Bußgeld.

 

Bei Fragen helfen die Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde im Umweltamt der Städteregion weiter:

Für Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen ist das Harald Thyssen (0241/5198-2180),

Bürger aus Eschweiler, Stolberg und Roetgen berät Hubert Pawelka-Weiß (0241/5198-2634)

und für Simmerath und Monschau ist Andrea Petermann die Ansprechpartnerin (0241/5198-2684). (psa)

 

Anmerkungen der NABU-Redaktion:

Einige Kommunen haben eine Baumschutz-Satzung erlassen, der auch bestimmte Bäume in Privatgärten unterliegen. Auskunft erteilt die jeweilige Verwaltung.

Formschnitten sollte eine mehrtägige Beobachtung vorausgehen, um dabei sicherzustellen, dass aktuell keine Bruten stattfinden. 

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22. FEBRUAR 2017

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