NABU-Eigentum:

Heistertbach bei Kalterherberg

Grundstück im Heistertbachtal (Foto: Wolfgang Voigt)
Grundstück im Heistertbachtal (Foto: Wolfgang Voigt)

Grundstückskauf am Heistertbach in Monschau-Kalterherberg

 

von Hans Raida


Der bisherige Grunderwerb und die Betreuungsgebiete unseres NABU-Kreisverbandes Aachen-Land liegen im Norden des Kreises Aachen. Dies ist auch darin begründet, dass die Landschaft einer intensiveren Nutzung ausgesetzt ist, durch eine hohe Bevölkerungszahl pro km², die industrielle Nutzung und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Die verbleibenden nicht wirtschaftlich nutzbaren Restflächen bedürfen daher eines besonderen Schutzes.

 

Mit dem Kauf des Grundstücks am Heistertbach wird das LIFE-Natur-Projekt „Lebendige Bäche in der Eifel“ unterstützt. Das LIFE-Naturprojekt hat das Ziel, die ökologische Durchgängigkeit in den Fließgewässern wieder herzustellen und den einzigartigen Lebensraum „Oligotropher (nährstoffarmer) Mittelgebirgsbach“ langfristig zu sichern. In einem Zeitraum von fünf Jahren, 2003-2008, sollten störende Einflüsse wie Bachbegradigung, Verrohrungen, Eintrag von Dünger aus der Landwirtschaft, Feinsedimente und Schadstoffe vom Truppenübungsplatz Elsenborn beseitigt werden. Fichten sollten aus den Bachauen entfernt werden; sie bewirken eine Versauerung der Böden und Bäche, sie beschatten das Gewässer über das ganze Jahr. Nach dem Abholzen soll sich auf den Kahlschlägen wieder eine natürliche Vegetation mit Weiden und Erlengehölz entwickeln. Die Gewässer werden so entwickelt, dass Bachforelle, Groppe, Edelkrebs und Flussperlmuschel einen natürlichen, optimalen Lebensraum vorfinden.

 

Das NABU-Grundstück am Heistertbach mit der Flurbezeichnung 11 Nr. 70 hat eine Größe von 14.005 m². Eine Grundstückskante bildet die Landesgrenze zu Belgien. Die Fläche wird vom Heistertbach etwa in der Mitte geteilt und besteht aus den Lebensraumtypen „Artenreiche Bärwurzwiese“ und einer ca. fünfzig Jahre alten Fichtenmonokultur. Im Bereich des Fichtenbestandes befinden sich Hangdruckquellen. Nach dem Abholzen wird sich dort eine standortgerechte Vegetation einstellen. Der Wiesenbereich ist seit ca. vierzig Jahren nicht bewirtschaftet und nicht gepflegt worden. Entsprechend hat sich eine dicht verfilzte Grasschicht gebildet. Mit einem örtlichen Landwirt wurde ein Pflegevertrag abgeschlossen, der eine Mahd ab dem 15. Juli vorsieht. Bisher nutzen Rothirsche die Wiese zur Äsung und als Einstand.

 

Neben dem Abholzen der Fichten besteht die größere Aufgabe in der Wiederherstellung des Bachlaufes. Dort, wo die Bachsohle nicht befestigt ist, bildeten sich über ein Meter tiefe Rinnen, Abstürze und Kolke. Bis zu unserem Grundstück ist die Renaturierung durch Mitarbeiter der Biologischen Station Erfolg versprechend umgesetzt worden.

 

Die zahlreichen Termine und Verhandlungen mit der Biologischen Station, Forstverwaltung, Eigentümer, Notar, Stadtverwaltung und Landwirten wurden ausschließlich von Dr. Eike Lange wahrgenommen.

 

Mit einer zeitlichen Verzögerung wurden die Fichten im Juli/August 2008 gefällt und liegen gestapelt zum Abtransport bereit. Nach Abzug des Erlöses aus dem Holzverkauf ergibt sich für den NABU ein günstiger Kaufpreis.

 

Noch sieht die Fläche wüst bis verwüstet aus. Die Maschinen haben in dem feuchten Boden tiefe Fahrspuren hinterlassen, Äste und Totholz bedecken die Fläche. Das ursprünglich vorgesehene Abräumen der Fläche konnte nicht durchgeführt werden. Das Verbrennen des Restholzes verbietet sich für einen Naturschutzverband. Es ist angedacht, das Restholz entlang der Grundstücksgrenze aufzuschichten. Dies bedeutet einen erheblichen personellen Einsatz für unsere ehrenamtlich tätigen Mitglieder.

 

(aus: NABU Aachen-Land, Ihr Naturschutzverband informiert, Ausgabe 2009

Foto: Wolfgang Voigt, 2012
Foto: Wolfgang Voigt, 2012

 

 

 

An der Grenze zum Nachbargrundstück: An den Baumstümpfen kann man erkennen, dass der Bach vormals teilweise durch einen dunklen Fichtenforst geflossen ist.

 

 

Unser Grundstück entwickelt sich

von Eike Lange


In den ersten drei Jahren hat sich unser Grundstück zu unserer vollen Zufriedenheit entwickelt. Im Frühjahr blühten die ersten Narzissen und der Bärwurz entwickelt sich auch gut, da die Fläche von einem Landwirt im Rahmen eines  KULAP-Vertrages gemäht wird. Die  ehemalige Waldfläche wird sich selbst überlassen. Es muss nur ein erneuter Fichtenaufwuchs  verhindert werden. Aber bisher konnten wir nur vereinzelte Sämlinge feststellen. Einige  bachbegleitende Erlen hat unser Mitglied Ralf Evertz gepflanzt. Das  Grundstück wurde auch mit einem Zaun zur Wegseite hin eingefriedet, damit eine Müllablagerung erschwert wird. Ein von der Gemeinde aufgestelltes Schild ist zwar nach einigen Tagen wieder verschwunden. Aber wir  können  schon jetzt sagen, dass sich diese Investition gelohnt hat.

 

 

 

Wiesenbachtal am Heistertbach - Rückblick

von Ralf Evertz

 

 

 

 

 

 

 

 

Der ursprünglich mit Fichtenwald bewachsene Teil wurde im Rahmen eines Lifeprojektes entfichtet.

 

 

 

 

Schlagreisig wurde von der Fläche entfernt.

 

 

 

 

 

 

 

Als Initiallösung wurden Schwarzerlen entlang des Baches gepflanzt, die gut angewachsen sind und natürlich auch verbissen werden.

 

 

 

Es wurden zwei Nistkästen für den Rauhfußkauz aufgehängt.

Die Wiese wird als Pflegemaßnahme zweimal im Jahr gemäht. Schon nach drei Jahren eroberten Narzissen und Bärwurz die Wiese zurück. Entlang des Baches sind u.a. Sumpfdotterblumen, Sumpfveilchen und Milzkraut zu finden.

alle Fotos: Ralf Evertz
alle Fotos: Ralf Evertz

Mai 2012

Bärwurz-Wiese

 

 

 

Ralf Evertz schickt im Juni 2016 nebenstehendes Foto mit der Anmerkung:

 

"Nach 4 Jahren hat sich unsere Wiese Heisterbach zu einer prächtigen Bärwurzwiese entwickelt."

Arbeitseinsatz gegen Fichten-Nachwuchs

Ein geplanter Einsatz von Bundesfreiwilligen ("Bufdis") im Nationalpark Eifel musste Ende April 2017 kurzfristig ausfallen. Ralf Evertz disponierte schnell um und verlegte die Arbeit auf das NABU-eigene Grundstück im Heistertbach-Tal bei Kalterherberg. Hier ging es hauptsächlich um die Beseitigung von unerwünschtem Fichten-Jungwuchs auf der Bärwurz-Narzissen-Wiese und dem neu entstehenden Auwald. So wurde aus einer Notsituation ein willkommener Einsatz für die Pflegemaßnahmen des NABU Aachen-Land.

Bufdis beim Arbeitseinsatz (Foto: Ralf Evertz)
Bufdis beim Arbeitseinsatz (Foto: Ralf Evertz)

Letzte Aktualisierung:

27. JUNi 2017

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