Neophyt: Pratia pedunculata, Blauer Bubikopf

von Wolfgang Voigt

 

 

 

Während der Moll-Rundfahrt am 14. Juli 2012 entdeckte ich auf dem Kellersberger Friedhof eine bläulich blühende, niedrig wachsende Pflanze, welche sich teppichartig in einer Rasenfläche entwickelt hat.

 

 

 

Später bestimmte Ingrid Erdtmann sie als Pratia pedunculata, die in Australien heimisch ist und in deutschen Gärtnereien als „Blauer Bubikopf“ verkauft wird. Zweifelsohne ist sie also aus einer Grabbepflanzung verwildert. Da sie sich gegenüber anderen Arten (zum Beispiel Prunella vulgaris) durchzusetzen vermag, kann man davon ausgehen, dass sie sich möglicherweise als Neophyt in häufiger gemähten Grünanlagen einbürgern könnte.

 

Der NABU Aachen-Land fragt, ob und wo ähnliche Beobachtungen gemacht werden. Meldungen bitte an Wolfgang Voigt (wolfg.voigt@web.de).

 

Nachfolgend ein Kurzporträt der Pflanzenart:

 

Pratia pedunculata [R.BR.]BENTH. gehört im weitesten Sinne zu den Glockenblumen-Gewächsen (Campanulaceae), genauer zu den Lobelien-Gewächsen (Lobeliaceae). Synonyme sind Isotoma fluviatilis oder Laurentia fluviatilis.

 

Herkunft: Die Heimat der Pflanze ist die Südostküste Australiens und Tasmanien, wo sie sumpfig-feuchte Standorte besiedelt. In Neuseeland gilt sie an geeigneten Wuchsorten als eingebürgert (Neophyt). In Deutschland wird sie im Staudenhandel als immergrüne Zierpflanze vertrieben, welche durch ihre Wuchseigenschaften als Bodendecker zunehmend beliebter wird.

Besondere Merkmale: Die Pflanze hat hellblaue, manchmal fast weiße, leicht zygomorphe Blüten. Sie sind sternförmig, kurzgestielt und bis zu 7 mm im Durchmesser. Wenn sich Früchte entwickeln, handelt es sich um fleischige Beeren. Die Laubblätter sind rundlich bis eiförmig und bis zu 9 mm lang. Das Auffälligste ist, dass die Kriechpflanze Ausläufer bildet und sich an Knoten Wurzeln entwickeln, wodurch sie sich relativ schnell flächig ausbreitet.

 

Wuchsbedingungen beim Verwildern: Die Art bevorzugt halbschattige bis besonnte Standorte, die frisch bis feucht sind. Häufige Mahd schadet nicht, sondern scheint ihre Entwicklung sogar zu begünstigen. Grund hierfür könnte die geringe Wuchshöhe von 1 bis 2 cm sein. So erfasst der Rasenmäher bei höher eingestellter Schnitthöhe die Pflanzen nicht, verschleppt allerdings mit den Rädern mechanisch Pflanzenteile in der Gesamtfläche, wo diese neue Teppiche ausbilden können.

 

(Fotos: Wolfgang Voigt)

Letzte Aktualisierung:

14. DEZEMBER 2018

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