NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 115/19 | 24. OKTOBER 2019

NABU: Bundestag muss Artenschutz stärken

- "Hände weg vom Wolf!"

Berlin – Der NABU hat die Mitglieder des Deutschen Bundestages aufgefordert, sich gegen die vom Bundeskabinett geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes zum Wolf auszusprechen. Danach soll der Abschuss von Wölfen, die wiederholt geschützte Nutztiere gerissen haben, künftig einfacher werden. Am 24. Oktober 2019 sollen die Abgeordneten über die so genannte „Lex Wolf“ beraten.  

 

„27.000 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland haben sich schon an ihre Vertreterinnen und Vertreter im Bundestag gewandt, hier nicht zuzustimmen. Die 'Lex Wolf' regelt nichts, was nicht heute bereits geregelt ist. Sie gaukelt den Weidetierhaltern eine Scheinlösung vor, statt den Herdenschutz flächendeckend zu stärken. Daher sagen wir ‚Hände weg vom Wolf‘‘“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der NABU sieht in der Öffnung des Bundesnaturschutzgesetzes zudem die Gefahr einer Aufweichung des Schutzes für andere streng geschützte Arten wie zum Beispiel Biber, Kormoran und Kegelrobbe.

 

Bereits heute erlaubt das Naturschutzrecht die rechtssichere Entnahme von Wölfen. Die  Hauptvoraussetzung für das Zusammenleben von Wölfen und Weidetieren sind Maßnahmen zum flächendeckenden Herdenschutz. „Wo Herdenschutzzäune errichtet und Herden von Schutzhunden begleitet werden, reduzieren sich die Übergriffe von Wölfen auf Weidetiere deutlich. Dafür fehlt es bislang jedoch an dringend notwendigen einheitlichen Standards. Dazu sieht der Änderungsentwurf aber gar keine Regelungen vor. Die zentralen Konflikte werden also nicht gelöst“, so Tschimpke weiter.

 

Der NABU fordert daher statt Pseudolösungen die finanzielle Unterstützung der Weidetierhalter mit weniger bürokratischem Aufwand, auch abseits vom Thema Wolf. Denn ohne Weidetiere lassen sich viele aus Naturschutzsicht wertvolle Landschaftsarten wie die Heide oder die wichtigen Deiche in Deutschland nicht erhalten. Darüber hinaus fordert der NABU die Einrichtung eines nationalen Herdenschutzkompetenzzentrums, wo  z.B. Leistungen wie Beratung und Forschung  stattfinden. Die EU hat inzwischen mit der 100-Prozent-Förderung den Weg frei gemacht, um solche Maßnahmen zu etablieren. Bund und Länder haben daher nun entsprechend Spielraum.

Jürgen Tillmann / NABU Aachen-Land / 3. Juli 2019

Drittes NRW-Wolfsgebiet: Eifel - Hohes Venn

Das „Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn“ mit umliegender Pufferzone umfasst den grenznahen Bereich der nordrhein-westfälischen Eifel mit seinen ausgedehnten Wäldern und angrenzenden Kulturlandschaften. Nach Westen hin schließt sich das Wolfsgebiet an die bestätigten Vorkommen des Wolfes im Hohen Venn auf belgischer Seite an. Die Abgrenzung umfasst auf einer Fläche von 505 km² die folgenden Städte bzw. Gemeinden vollständig oder teilweise:

 

  • Städteregion Aachen: Stadt Monschau, Gemeinden Roetgen und Simmerath.
  • Kreis Euskirchen: Stadt Schleiden, Gemeinde Hellenthal.

Die umliegende „Pufferzone um das Wolfsgebiet“ umfasst auf einer Fläche von etwa 1.261 km² die umliegenden Städte und Gemeinden:

  • Städteregion Aachen: Städte Aachen, Eschweiler und Stolberg.
  • Kreis Düren: Städte Düren, Heimbach und Nideggen, Gemeinden Hürtgenwald, Kreuzau und Langerwehe.
  • Kreis Euskirchen: Stadt Mechernich, Gemeinden Blankenheim, Dahlem, Kall und Nettersheim.

Jürgen Tillmann, Wolfbeauftragter des NABU Aachen-Land: JPTillmann@aol.com

Karl Gluth und Wolfgang Voigt / NABU Aachen-Land / 29. März 2019

 

Der Biber (Castor fiber)

Der Biber ist das größte europäische Nagetier, Länge bis zu 1,30 Meter, Gewicht bis zu 30 Kilogramm. Die Zähne wachsen ein Leben lang nach und haben eine rötliche Färbung (Eisenanteil). Damit fällt er hauptsächlich Weichholz (Weiden, Pappeln). Der Eingang zu seinem Bau liegt immer unter Wasser. Im Bau leben ein Elternpaar und bis zu zwei Generationen. Mit drei Jahren werden Biber geschlechtsreif und müssen sich dann ein eigenes Revier suchen.

 

Leider zeigt die Vergangenheit, wie schnell eine Tierart fast ausgerottet werden kann. Der Pelz des Bibers ist wasserundurchlässig und wurde daher als Rohmaterial der Art zum Verhängnis. Außerdem verwendet er zur Reviermarkierung ein Drüsensekret, das Castoreum, das im Mittelalter in der Medizin als Allheilmittel eingesetzt wurde. Nichts hält länger als ein Aberglaube. Zudem wurde im Mittelalter das Tier wegen seines fischähnlichen Schwanzes zum Fisch erklärt und in der Fastenzeit verspeist.

 

So wurde der Biber in Deutschland fast ausgerottet. Überlebt hat er nur an der Elbe, die als Grenzfluss zwischen der DDR und der BRD für den Biber ein Rückzugsraum war. Die Wende kam 1989 nicht nur für die Menschen auch für den Biber. Damals hat man drei Biberpärchen aus Polen in der Eifel an der Weißen Wehe ausgesetzt. Sie vermehrten sich an der Wehetalsperre und besiedelten die Rur. Im Jahr 1999 erreichten die Biber die Wurm, ob von der Rur oder der Maas aus ist nicht bekannt. Im Jahr 2015 saß ein Biber in Herzogenrath in der Weidstraße in einer Garage. Die Feuerwehr befreite das Tier und setzte es am Rückhaltebecken des Broichbaches in Herzogenrath wieder in Freiheit. Seit 2017 kann man im benachbarten Naturschutzgebiet sehen, wie der Biber Weiden fällt. Durch Dämme staut er Wasser und schafft Lebensräume für Amphibien oder Schwarzstörche. Er legt Überschwemmungsflächen an und arbeitet kostenlos für den Hochwasserschutz. Das gefällt nicht allen: Der Wasserverband hat da andere Ansichten, erst hat man alle Fließgewässer begradigt, dann bespannte Rückhaltebecken angelegt und jetzt will man nur leere Becken, die man dauernd pflegen muss, damit sie nicht zuwachsen. Das kostet Millionen. Dann kommt so ein Nachtarbeiter, der das alles kostenlos macht, - da sei die deutsche Bürokratie vor.

 

Zwischen Bettendorf und Siersdorf hat der Biber ein Grubensenkungsgebiet zu einem Paradies für Wasservögel umgestaltet. Es lohnt sich nicht nur für Naturfreunde, sich das einmal anzuschauen.

 

Bäche und Flüsse brauchen einen mindestens 20 Meter breiten Auwaldstreifen, um wirksamen Hochwasserschutz zu haben und gleichzeitig dem Biber Lebensraum zu bieten.

 

Oft wird der Biber mit der Nutria verwechselt, einem aus Südamerika stammenden Pelztier, das man nach Aufgabe der Pelztierzucht einfach freigelassen hat. Die Nutria beschädigt Dämme, weswegen sie als Schädling unter anderem vom Wasserverband bekämpft wird. Es kommt immer wieder vor, dass bei solchen Aktionen auch Biber getötet werden. Dabei kann man diese leicht von Nutrias unterscheiden, welche einen runden, rattenähnlichen Schwanz haben.

 

Silke Zöller / NABU Aachen-Land / 14. März 2019

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19. NovemBER 2019

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