Jürgen Tillmann / NABU Aachen-Land / 3. Juli 2019

Drittes NRW-Wolfsgebiet: Eifel - Hohes Venn

Das „Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn“ mit umliegender Pufferzone umfasst den grenznahen Bereich der nordrhein-westfälischen Eifel mit seinen ausgedehnten Wäldern und angrenzenden Kulturlandschaften. Nach Westen hin schließt sich das Wolfsgebiet an die bestätigten Vorkommen des Wolfes im Hohen Venn auf belgischer Seite an. Die Abgrenzung umfasst auf einer Fläche von 505 km² die folgenden Städte bzw. Gemeinden vollständig oder teilweise:

 

  • Städteregion Aachen: Stadt Monschau, Gemeinden Roetgen und Simmerath.
  • Kreis Euskirchen: Stadt Schleiden, Gemeinde Hellenthal.

Die umliegende „Pufferzone um das Wolfsgebiet“ umfasst auf einer Fläche von etwa 1.261 km² die umliegenden Städte und Gemeinden:

  • Städteregion Aachen: Städte Aachen, Eschweiler und Stolberg.
  • Kreis Düren: Städte Düren, Heimbach und Nideggen, Gemeinden Hürtgenwald, Kreuzau und Langerwehe.
  • Kreis Euskirchen: Stadt Mechernich, Gemeinden Blankenheim, Dahlem, Kall und Nettersheim.

Jürgen Tillmann, Wolfbeauftragter des NABU Aachen-Land: JPTillmann@aol.com

Karl Gluth und Wolfgang Voigt / NABU Aachen-Land / 29. März 2019

 

Der Biber (Castor fiber)

Der Biber ist das größte europäische Nagetier, Länge bis zu 1,30 Meter, Gewicht bis zu 30 Kilogramm. Die Zähne wachsen ein Leben lang nach und haben eine rötliche Färbung (Eisenanteil). Damit fällt er hauptsächlich Weichholz (Weiden, Pappeln). Der Eingang zu seinem Bau liegt immer unter Wasser. Im Bau leben ein Elternpaar und bis zu zwei Generationen. Mit drei Jahren werden Biber geschlechtsreif und müssen sich dann ein eigenes Revier suchen.

 

Leider zeigt die Vergangenheit, wie schnell eine Tierart fast ausgerottet werden kann. Der Pelz des Bibers ist wasserundurchlässig und wurde daher als Rohmaterial der Art zum Verhängnis. Außerdem verwendet er zur Reviermarkierung ein Drüsensekret, das Castoreum, das im Mittelalter in der Medizin als Allheilmittel eingesetzt wurde. Nichts hält länger als ein Aberglaube. Zudem wurde im Mittelalter das Tier wegen seines fischähnlichen Schwanzes zum Fisch erklärt und in der Fastenzeit verspeist.

 

So wurde der Biber in Deutschland fast ausgerottet. Überlebt hat er nur an der Elbe, die als Grenzfluss zwischen der DDR und der BRD für den Biber ein Rückzugsraum war. Die Wende kam 1989 nicht nur für die Menschen auch für den Biber. Damals hat man drei Biberpärchen aus Polen in der Eifel an der Weißen Wehe ausgesetzt. Sie vermehrten sich an der Wehetalsperre und besiedelten die Rur. Im Jahr 1999 erreichten die Biber die Wurm, ob von der Rur oder der Maas aus ist nicht bekannt. Im Jahr 2015 saß ein Biber in Herzogenrath in der Weidstraße in einer Garage. Die Feuerwehr befreite das Tier und setzte es am Rückhaltebecken des Broichbaches in Herzogenrath wieder in Freiheit. Seit 2017 kann man im benachbarten Naturschutzgebiet sehen, wie der Biber Weiden fällt. Durch Dämme staut er Wasser und schafft Lebensräume für Amphibien oder Schwarzstörche. Er legt Überschwemmungsflächen an und arbeitet kostenlos für den Hochwasserschutz. Das gefällt nicht allen: Der Wasserverband hat da andere Ansichten, erst hat man alle Fließgewässer begradigt, dann bespannte Rückhaltebecken angelegt und jetzt will man nur leere Becken, die man dauernd pflegen muss, damit sie nicht zuwachsen. Das kostet Millionen. Dann kommt so ein Nachtarbeiter, der das alles kostenlos macht, - da sei die deutsche Bürokratie vor.

 

Zwischen Bettendorf und Siersdorf hat der Biber ein Grubensenkungsgebiet zu einem Paradies für Wasservögel umgestaltet. Es lohnt sich nicht nur für Naturfreunde, sich das einmal anzuschauen.

 

Bäche und Flüsse brauchen einen mindestens 20 Meter breiten Auwaldstreifen, um wirksamen Hochwasserschutz zu haben und gleichzeitig dem Biber Lebensraum zu bieten.

 

Oft wird der Biber mit der Nutria verwechselt, einem aus Südamerika stammenden Pelztier, das man nach Aufgabe der Pelztierzucht einfach freigelassen hat. Die Nutria beschädigt Dämme, weswegen sie als Schädling unter anderem vom Wasserverband bekämpft wird. Es kommt immer wieder vor, dass bei solchen Aktionen auch Biber getötet werden. Dabei kann man diese leicht von Nutrias unterscheiden, welche einen runden, rattenähnlichen Schwanz haben.

 

Silke Zöller / NABU Aachen-Land / 14. März 2019

Letzte Aktualisierung:

3. JULI 2019

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