Storchenbrut im Indetal

Im Jahr 2025 haben uns als NABU-Aachen Land mehrere erfreuliche Rückmeldungen erreicht: Im Naturschutzgebiet Indetal bei Aachen-Brand hat ein Storchenpaar erfolgreich gebrütet. Diese Beobachtung ist ein schönes Zeichen für die ökologische Bedeutung und Qualität des Schutzgebietes. Besonders freuen wir uns über die eindrucksvollen Bilder, die uns Ute Rütters zur Verfügung gestellt und freundlicherweise zur Veröffentlichung freigegeben hat. Vielen Dank dafür!

Das Storchenjahr 2025

Beitrag und Bilder von Kathrin Biermann:

Ende März 2025 bemerkte ich bei meinen Spaziergängen im Indetal unterhalb von Aachen-Brand, dass auch zwei Störche dort auf den Wiesen „spazieren  gingen“. Da sich in der Nähe seit Jahren ein unbenutztes Storchen-Nistangebot auf einem sehr hohen Holzbock befindet, wurde ich neugierig.  Sollten die beiden Störche womöglich ein Paar auf Wohnungssuche sein? Das wäre ja wunderbar! Beflügelt von dieser Vorstellung ging ich nun regelmäßig an der Nisthilfe vorbei – und tatsächlich konnte ich noch in den letzten Märztagen sehen, dass das Storchenpaar dort baute. Fleißig trugen sie ständig neues Nistmaterial herbei und polsterten den großen Ring aus. Und irgendwann saß dann plötzlich immer ein Storch tief ins Nest gedrückt – es wurde gebrütet! Dabei wechseln sich Weißstörche ab. Das andere Elternteil war dann jeweils in den Wiesen auf Futtersuche.

Störche brüten nur 28-35 Tage. Wie lang es genau dauerte, bis ich zum ersten Mal das flauschige Küken im Nest erblickte, kann ich nicht mehr sagen. Auf jeden Fall habe ich es Mitte Juni ein paar Mal alleine und später mit einem Elternteil fotografieren können. Wenn es regnet, ducken sich Jungvogel und ein Elterntier tief ins Nest und das Kleine wird von den Elternflügeln vor der Nässe geschützt. Es ist zunächst noch ganz weiß und das kurze Schnäbelchen ist schwarz. Die Flügel erscheinen wie Stummel – aus diesem kleinen Geschöpf muss erst noch ein großer, schöner Storch werden.

Vielleicht kann ich dabei zuschauen? Und das tue ich. In den nächsten Wochen ist zu sehen, wie die Eltern fleißig Nahrung herbeischaffen, sie hochwürgen und dem Kleinen in den Schnabel übergeben. Und wie dieses – offensichtliche Einzelkind – immer größer und schwerer wird. Allmählich beginnt es auch, sich zu verfärben.

Nach etwa 7 Wochen ist das Kleine fast so groß wie die Eltern und sieht auch fast schon genauso aus, wie sie. Nur am schwarzen Schnabel kann man noch gut erkennen, welches der Jungvogel ist. Naja, und daran, dass er nun mit den Flugübungen beginnt. Das haben die Altvögel nicht mehr nötig. Immer wieder hüpft der Jungstorch durch das Nest und flattert mit den Flügeln – es ist herrlich anzusehen!  Diese Vorübungen macht er ungefähr 14 Tage, bis es dann, eines Tages mutiger wurde und ich zusehen kann, wie er echte erste Flugübungen macht. So schafft er es, sich ein paar Meter über das Nest zu erheben und ich erwarte, dass er im nächsten  Augenblick davonfliegt. Aber nein, er versucht, nicht über den Nestrand hinaus zu fliegen und immer wieder im Nest zu landen. Es ist wohl noch zu früh für den ersten Ausflug.

      

Ich habe noch ein paar sehr schöne Fotos davon machen können, wie er auf dem Nestrand entlang lief und immer wieder so in die Tiefe schaute, als überlege er, ob er den Flug wagen könne. Aber tatsächlich ist es mir an diesem Tag nicht mehr gelungen, ihn losfliegen zu sehen.

So blieb mir nur, nach einiger Zeit in Abwesenheit, im August das verlassene Nest vorzufinden und weit und breit kein Familienmitglied mehr zu sehen. Offenbar hatten sie sich auf die Reise in den warmen Süden gemacht.

Nun hoffen alle Brander sehr, dass dieses Jahr das Paar gesund zurückkehrt und es vielleicht  schafft, zwei oder drei Junge großzuziehen. Aber das hängt natürlich davon ab, wie groß das Nahrungsangebot im Indetal ist und wie das Wetter ist. Wir werden sehen…

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