Wie haben sich die zwei NABU-Streuobstwiesen entwickelt ?

von Karl Gluth

 

Durch den Braunkohletagebau „Zukunft“ verschwanden u.a. die Dörfer Lürken und Laurenzberg für immer von der Landkarte. Neben der intakten Dorfgemeinschaft hatten diese Dörfer im Außenbereich einen Obstbaumgürtel, in dem Steinkäuze, Fledermäuse, Igel und Gartenrotschwänze, Schleiereulen, Schmetterlinge u.a. ihr Auskommen hatten.


Die Bewohner hat man umgesiedelt, die Landwirte entschädigt, die Natur blieb auf der Strecke. Welcher Landwirt kann es sich heute noch leisten, Streuobstwiesen mit Hochstämmen anzulegen! Hier sprang der NABU Aachen-Land in die Bresche und wurde Eigentümer von zwei Steuobstwiesen, wohl wissend, dass die Pflege viel Arbeit bedeutet.

Am 15.3.2002 pflanzte Rheinbraun auf der Wiese am Lürkener Stein (1,2 ha) 40 neue Obstbäume, Hochstämme mit klangvollen Namen wie Jakob Level, Kaiser Wilhelm Apfel, Winterrambur, Clapps Liebling, Schwarze Knorpelkirsche, Schattenmorelle, Bühler Frühzwetschge, Pastorenbirne, Münsterbirne, Köstliche von Charneau, Mirabelle und einen Walnußbaum. Zum Schutz gegen Verbiss kamen Maschendraht und 3 Pfähle je Baum zum Einsatz. Am 25.3.2002 folgte die Obstwiese mit dem Namen „Am Galgenmorgen" mit gleichem Bestand. Alle Bäume überstanden die schwierige Anwuchsphase und nach sechs Jahren hatten wir nur einen Ausfall, den wir sofort ersetzten.

Um höhlenbewohnenden Vögeln einen Nistplatz zu bieten, hängten wir je 15 Nistkästen an die Pfähle (Höhe 1,5 - 2m ). Nach einem Jahr waren alle Kästen von Feldsperlingen besiedelt, ein schöner Erfolg. Außerdem hängten wir zwei Steinkauzkästen pro Obstwiese auf die Pfähle, obwohl wir wenig Hoffnung auf die Steinkauzansiedlung hatten.

Die Vegetation entwickelte sich sehr reichhaltig, der Löwenzahn blüht flächendeckend. Einmal im Jahr lassen wir einen Landwirt mähen, um Heu zu machen. Bald stellten sich Hänfling, Grünfink und Wiesenpieper als Brutvögel ein.

In der Wiese daneben gibt es nur Einheitsgras ohne Blütenpflanzen, das fünfmal im Jahr gemäht wird. Da ist die Lerche chancenlos.

Warum können nicht Kommunen ein Drittel ihrer Grünfläche nur zweimal im Jahr mähen, dann kämen auch dort Blumen zur Blüte und Vögel, die ihre Jungen mit Löwenzahnsamen aufziehen, müssten nicht nach Polen fliegen. Geld würde man ebenfalls sparen. Wer findet diese grüne, blumenlose Wüste eigentlich schön. Früher konnten Generationen von Kindern Ketten aus Löwenzahnblüten machen, deswegen sagen die Alten zum Löwenzahn Kettensträucher. Schmetterlinge, Vögel verschwinden, weil aus Mangel an Blüten keine Insekten mehr schlüpfen. Wenn auf unseren Wiesen Heu liegt, fliegen die Schwalben wie in alten Zeiten. Es wäre so einfach etwas für die Natur zu tun, wenn Kommunalpolitiker nur wollten.

Auf jeder Wiese hängten wir einen Turmfalkenkasten an eine maibaumähnliche Stange. Auch hier zog der Turmfalke ein und brütete.

Wissen Sie, dass Falken kein Nest bauen können, sie ziehen deswegen in alte Elstern-und Krähennester ein oder brüten in Fels- oder Mauernischen und Nistkästen.

Die Überraschung kam im Mai 2010, plötzlich schaute ein Steinkauz aus der Niströhre, die er als Brutplatz angenommen hatte. Woher diese Steinkäuze nach dem harten Winter kamen, werden wir nie erfahren. Nahrung fanden sie genug und zogen ihre Jungen auf. Damit diese auch ein Revier finden, hängten wir weitere Niströhren an geeignete Standorte.

Jetzt gehen sogar die Stare stark zurück, es kann nur an der fehlenden Nahrung liegen.

Warum siedelt sich auf Ausgleichsobstwiesen der Behörden nichts an?

Wann haben Sie den Vogel des Jahres 2011, den Gartenrotschwanz, zum letzen mal gesehen? Unser Erfolg gibt uns den Mut weiter zu machen.

NABU-Obstwiese "Lürkener Stein" im Jahre 2012 (Foto: Karl Gluth)
NABU-Obstwiese "Lürkener Stein" im Jahre 2012 (Foto: Karl Gluth)

Letzte Aktualisierung:

21. März 2017

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