NABU-Eigentum: Ofdener Kiefernwald (Gerhard-Moll-Wald)

von Wolfgang Voigt

In Alt-Ofden gibt es einen noch überwiegend aus Kiefern zusammengesetzten Wald, der sich im Hang oberhalb des Euchener Baches befindet. Er erstreckt sich einerseits bis zum Alten Bahndamm, andererseits bis zum Hohlweg der bis zur Bahndamm-Unterführung verläuft. Seine Gesamtfläche beträgt 23.164 Quadratmeter.

Am 1. Oktober 2003 macht der Stellvertretende Vorsitzende des NABU Aachen-Land, Wolfgang Voigt, dem Eschweiler Bergwerkverein (EBV) ein finanzielles Angebot zum Aufkauf des Geländes. Nach dem gescheiterten Erwerb des Kellersberger Weihers sollen hier die Spendengelder investiert werden, die Gerhard Moll zu seinem 90. Geburtstag erbeten hat. Am 22. Oktober bekommt dieser den Hinweis, dass man seitens des EBV dem Eigentumswechsel positiv gegenüber steht. Mit Datum vom 10. Februar 2004 erhält der NABU-Vorsitzende Karl Gluth ein offizielles Schreiben der EBV AG, in dem mitgeteilt wird, dass „nunmehr die Genehmigung zum Verkauf des Grundstückes Gemarkung Alsdorf Flur 27 Nr. 320“ vorliegt. Von einem Aachener Notariat werde ein Kaufvertrag vorbereitet. Am 13. April 2004 ist es dann soweit: Karl Gluth und Dr. Eike Lange unterschreiben den Kaufvertrag. Bei einem Pressetermin am 7. Mai 2004 wird das neu erworbene Grundstück mit dem Namen „Gerhard-Moll-Wald“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Waldstück taucht früh in den sogenannten Moll-Tagebüchern als „Ofdener Kiefernwald“ auf. Die ersten Vogel-Daten stammen aus dem Jahre 1963. Gerhard Moll hat für dieses Jahr Amsel, Blaumeise, Buchfink und Fasan erfasst. 1964 sind Eichelhäher, Elster, Feldsperling, Goldammer, Haubenmeise, Heckenbraunelle, Kohlmeise, Rotkehlchen und Sumpfmeise hinzugekommen. Mittlerweile ist die Artenliste auf 39 Vogelarten angewachsen, darunter Bunt- und Grünspecht sowie Habicht, Mäusebussard, Sperber, Turmfalke und Waldohreule. Ursprünglich wohl als Kiefern-Forst mit vereinzelten Fichten angepflanzt, hat sich der Bereich durch Einwanderung von Laubhölzern verändert. Da gibt es inzwischen Hänge-Birke, Gewöhnliche Esche, Wild-Kirsche, Stiel-Eiche, Gemeine Robinie und Eberesche. In der Strauchschicht findet man Hasel, Stechpalme, Hundsrose, Schwarzen Holunder, den selteneren Trauben-Holunder und Besenginster. Die Schneebeeren-Bestände entlang des Hohlwegs dürften aus der Aufforstungsphase stammen. Brombeeren beeinträchtigen den ungehinderten Zugang vom Weg her. Hinzu kommt vereinzelt die Himbeere vor. Aus der Krautschicht sind Moschuskraut, Rundblättrige Glockenblume, Breitblättrige Sumpfwurz, Frühlings-Scharbockskraut, Echte Nelkenwurz, Geflecktes Johanniskraut, Gemeines Leinkraut, Kleiner Ampfer, Salbei-Gamander und März-Veilchen hervorzuheben. Efeu und Zweihäusige Zaunrübe sowie Gemeiner Wurmfarn und Adlerfarn kommen hinzu. Insgesamt sind bisher 56 Pflanzenarten nachgewiesen. Unter den zehn Pilzarten befinden sich Riesenschirmpilz, Schwefelporling, Kiefern-Baumporling und Kiefern-Kernling.

Mit dem Erwerb des Waldstückes ist ein weiterer Bereich für den Naturschutz gesichert. Der Alte Bahndamm (Eigentümer: Kreis Aachen) und die Auwaldbereiche mit dem Broicher Weiher (ebenfalls im Besitz des NABU Aachen-Land) schließen sich unmittelbar an.

Stand: 7. Mai 2004

 

Fotos: Wolfgang Voigt

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21. März 2017

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